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Spider-Man - Homecoming

Marvel spinnt wieder

Spider-Man - Homecoming Kritik

41 Kommentar(e) - 04.07.2017 von Moviejones
Filmkritik

Spider-Man - Homecoming Bewertung: 4.5/5

Eigentlich könnte man ermattet abwinken, bei all den Spider-Man-Reboots und Origin-Storys, die uns die letzten Jahre erreicht haben. Doch im Gegensatz zu den viel zu kopflastigen und überfrachteten Versionen mit Andrew Garfield macht Sony mit Spider-Man - Homecoming wieder sehr viel richtig. Die Zusammenarbeit zwischen Marvel und Sony hat der Figur gut getan und dies rechnen wir beiden Firmen gleich hoch an, denn die neue Version trägt die Handschrift zweier Studios und das Ergebnis ist nicht nur ein sympathischer Held (Tom Holland), sondern endlich auch ein mit Vulture gelungener Gegenspieler (Michael Keaton). Dies alles zusammen macht Spider-Man - Homecoming vielleicht nicht zur besten Comicverfilmung aller Zeiten, aber vielleicht zum besten MCU-Film bisher!

Spider-Man - Homecoming Kritik

Eben noch die Avengers (DIE AVENGERS!) im Kampf unterstützt, findet sich Peter Parker (Holland) alias Spider-Man schneller als ihm lieb ist auf der Schulbank wieder. Gestern noch Superheld, heute auf der Ersatzbank, kein Wunder dass der 15-jährige genervt Happy Hogan (Jon Favreau) hinterher telefoniert, wann denn Tony Stark (Robert Downey Jr.) endlich mal wieder einen Auftrag für ihn hat! Prompt geht sein Wunsch in Erfüllung, aber anders als erwartet, denn der gerissene Geschäftemacher Adrian Toomes (Michael Keaton) entpuppt sich bald als äußerst raffinierter Gegner. Dumm nur, dass niemand auf Peter hören will...

Wir waren im Vorfeld extrem skeptisch, ob Spider-Man - Homecoming wirklich sein muss, denn nach den drei großartigen Sam Raimi-Filmen lag uns Andrew Garfields Peter Parker noch immer schwer im Magen. Im letzten Jahr hatten wir alle dann die Möglichkeit, Tom Holland (als inzwischen dritten Spider-Man in weniger als 20 Jahren) in The First Avenger - Civil War erleben zu dürfen und trotz der Empfindung, ein eher fragwürdiges Gimmick vor sich zu haben, ermöglichten die Szenen dennoch einen Vorgeschmack auf das, was kommt. Die Skepsis für Homecoming blieb trotzdem bestehen. Wie soll diese Figur ins MCU passen? Deuteten die Trailer darüber hinaus nicht eine Iron Man-Show an? Und überhaupt, warum kämpft Spidey jetzt allein, wo sind die restlichen Avengers geblieben?! Fragen über Fragen und vielleicht war es diese Skepsis zu Beginn, die dafür sorgte, dass uns Spider-Man - Homecoming nicht nur positiv überraschte, sondern wirklich umhaute!

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Verglichen mit anderen Superheldenfilmen, die wie Pilze aus dem Boden schießen, fällt bei Spider-Man - Homecoming auf, dass der Film weiß, was er sein will und diese Linie konsequent verfolgt. Es ist eine Geschichte über einen Jungen an einer High School, der nichts weiter sucht als seinen Platz in dieser Welt und zwischen schulischen Leistungen, der ersten Liebe und eben seinem absonderlichen Superheldendasein eine Balance finden muss. Dieses Lebensgefühl fängt der Film ein, wie es früher nur John Hughes verstand und dessen sind sich Marvel und Sony durchaus bewusst. Speziell diesen Reifeprozess zu zeigen, den Peter Parker durchlaufen muss, indem er Teil der Avengers werden will, aber von Tony Stark und Co. immer wieder abgewiesen wird, gelingt ausgesprochen gut. Die befürchte Iron Man-Dominanz tritt nicht ein, weil Tony Stark und Happy Hogan zwar vorkommen, aber als Mentoren im Hintergrund bleiben und ihre Motive und Handlungen plausibel sind. Peter Parker bleibt somit immer im Zentrum seines eigenen Films und das ist etwas, was nicht über jeden Superheldenfilm der letzten Jahre behauptet werden kann.

Spider-Man - Homecoming ist zudem nicht überladen mit Details, die den Zuschauer schon auf zig andere Nebenprojekte vorbereiten sollen. Es geht um Spider-Man und die Handlung ist dabei so gestrickt, dass es endlich einmal glaubhaft ist, warum der Held innerhalb eines Filmuniversums plötzlich allein auf Verbrecherjagd geht. Daran hat auch, toll besetzt, Michael Keaton als Vulture seinen Anteil. Nicht nur dass die Figur äußerst clever historisch eingebettet wird, seine Taten sind endlich mal nachvollziehbar, seine Motivation greifbar und er ist eben nicht der klassische Bösewicht, der einfach nur die ganze Welt brennen sehen will. Vulture ist geerdet, so wie der Rest des Films, und auch wenn keine so vielschichtige Charakterzeichnung geboten wird wie es einst Sam Raimi vorgemacht hat, so ist Vulture dennoch der wohl "sympathischste Schurke", den das MCU bisher hervorgebracht hat und schon das zeichnet Spider-Man - Homecoming in besonderem Maße aus.

Wenn man nun kleinlich sein will, dann finden sich natürlich ein paar Dinge, die man hätte besser machen können. Im Showdown geht manchmal die Übersicht im Effektgewitter unter, ein paar Minuten weniger hätten auch nicht geschadet. Aber genaugenommen müsste man schon sehr detailverliebt sein, um großartig Mängel auszumachen und das ist eine große Stärke, die dem Film anzurechnen ist, er fühlt sich einfach rund an. Der Rest, der bleibt, sind eher Kleinigkeiten, über die man diskutieren könnte, wenn man denn unbedingt möchte. So wie wohl ein Anschlussfehler und ob es denn überhaupt einer ist: Gerade die Integration von Captain America im Film ist sehr gelungen und witzig, aber da Spider-Man - Homecoming direkt nach The First Avenger - Civil War spielt und der gute Cap eigentlich auf der Flucht ist, dürfte fraglich sein, ob dessen Präsenz wirklich noch so ins MCU passt. Aber wir sagten ja, man müsste schon sehr kleinlich sein und das Ergebnis wäre im schlimmsten Fall eine spannende Nerddiskussion genau über solche Umstände.

Spider-Man - Homecoming ist der Film geworden, den sich Comicfans gewünscht haben. Spaß, Spannung und liebenswerte Figuren, mehr braucht es nicht, um uns als Zuschauer eine gute Zeit zu bescheren. Bleibt zum Ende die Frage zu klären, ob dieser Spider-Man besser als alle anderen Filme über die freundliche Spinne aus der Nachbarschaft ist. Besser als The Amazing Spider-Man und dessen Fortsetzung allemal! Besser als die Filme von Sam Raimi? Nein. Nur eben einfach anders. Eine vertraute Figur, die anders interpretiert wird und auf deren Rückkehr wir uns jetzt schon freuen.



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Spider-Man - Homecoming Bewertung
Bewertung des Films
910
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TiiN
Pirat
Geschlecht | 22.07.2017 | 21:56 Uhr22.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Ich hab den Film nun auch gesehen und für mich ist es tatsächlich der schwächste der inzwischen sechs Spider-Man Filme . in meiner Kritik habe ich das etwas dargelegt. Um es kurz auf den Punkt zu bringen: Es gibt nichts, wo man mitfiebern kann.

MrNoname
BOT Gott
Geschlecht | 19.07.2017 | 00:03 Uhr19.07.2017 | Kontakt
Jonesi

"nicht nur positiv überraschte, sondern wirklich umhaute!"

Jupp, das hat er mich auch, umgehauen. Wirklich guter Marvelfilm, mehr kann ich noch gar nicht schreiben, muss meine Gedanken ordnen. 4,5 von 5 !

LastGunman
Moviejones-Fan
16.07.2017 | 18:30 Uhr16.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Spidey hatte schon immer die besten Schurken im Marvel-Universum und auch so viele, dass man nicht so schnell einen aus den alten Filmen zurückbringen müsste. Obwohl Doc Ock und Norman Osborn schon geil sind. Aber ich denke, gerade Osborn sollte man sich noch aufheben, da man ihn tiefer ins MCU integrieren könnte.

Nietsewitch
Moviejones-Fan
Geschlecht | 14.07.2017 | 23:38 Uhr14.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Zu Spiderman gibts nur eins zu sagen, es war ein sau guter Film!

Zeit Erwachsen zu werden, und dem Irrsinn den Platz einzuräumen, den er sowieso schon hat.

jerichocane
Advocatus Diaboli
Geschlecht | 13.07.2017 | 23:05 Uhr13.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Komme gerade aus dem Kino und muss sagen, es ist nicht der Beste MCU Filmcry

Aber mit Sicherheit der Beste Spidey Filmcool

Auf jeden Fall ist dieser Spidey erfrischend anders als seine Vorgänger und zählt für mich nach Iron Man 1 zu einem der besten mcu filme bisher.

fbSenistro
Moviejones-Fan
13.07.2017 | 22:36 Uhr13.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Hier mal ein kleines Kompliment an MJ. Eine schön geschriebene Kritik. Weiter so.

Aleks1986
Moviejones-Fan
Geschlecht | 11.07.2017 | 08:44 Uhr11.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Werde ihn mir am Sonntag anschauen. Bin echt gespannt. In den Trailern kam der bisher wie ein Film für pubertierende Jugendliche rüber. War eigentlich nicht mein Plan, sich den im Kino anzuschauen, aber nach all den guten Kritiken auf diversen Plattformen werde ich den Gang ins Kino doch machen!

Death is not the greatest loss in life. The greatest loss is what dies inside while still alive.

Duck-Anch-Amun
Moviejones-Fan
Geschlecht | 05.07.2017 | 12:26 Uhr05.07.2017 | Kontakt
Jonesi

@Duke
Nee hab noch zu keinem Spider-Man-Film ne Review geschrieben. Vielleicht mach ich bei Homecoming auch ein Schwänker zu den anderen Filmen, nach einer weiteren Sichtugn wäre TASM 2 aber vielleicht auch interessant.
Die Kritikpunkte die ich nun zu TASM 2 notierte sind ja nicht von der Hand zu weisen. Es fiel mir schon im Kino auf, dass der dritte Akt zu schnell gewollt war und dass nicht alles wirklich rund ist. Trotzdem gab es auch viele positive Momente und ähnlich wie bei X-Men: Apocalypse überwiegen diese. Hätte man bei TASM 2 Electro oder Goblin weggelassen, wäre der Film deutlich besser - dies wirkt natürlich deutlich negativer, da man aus den Fehlern von Spider-Man 3 nichts gelernt hat.
Trotzdem finde ich TASM 2 nach wie vor erfrischend. Der Soundtrack wurde schon genannt, die Chemie zwischen Gwen und Parker, Spidey an sich, viele Easter Eggs. Zudem nervte mich bei Raimi schon immer, dass alle Spidey-Schurken aus Peters Umfeld stammen. Mit Sandman hat er dann endgültig übertrieben und da fand ich den Ansatz der TASM-Reihe deutlich besser. Zudem erzählt Raimi mit seiner Trilogie auch 3 Mal die gleiche Story, gibt ein lustiges Video dazu^^.

theduke
Moviejones-Fan
Geschlecht | 05.07.2017 | 02:05 Uhr05.07.2017 | Kontakt
Jonesi

Mir kommt diese Kritik anders vor, anders als die üblichen Kritiken, so als wäre sie zum ersten mal aus einer anderen Feder entstanden, was aber kein Vorwurf sein soll, trotzdem fehlen mir Details die auch ohne Spoiler sonst fast immer vorhanden waren. Irgendwie zu sehr gehypt. Ohne Sichtung halte ich mich aber zurück. Kinostart 13.07. Wir sind da leider im Urlaub und kommen erst am 24.07 wieder zurück. Diese hohe Hutvergabe hätte ich mit meiner Vorfreude aber auch nicht erwartet. Hoffe ich kann diese Punktvergabe mit euch teilen.

@Duck mich wundert es, warum du nun plötzlich bei TASM so zurück ruderst, obwohl du immer wieder Kritiken zu beiden Filmen abgelehnt hattest. Immer hast du beide Filme verteidigt, plötzlich redest du von Problemen, und wie plötzlich dir die Figuren nicht gefielen. Fähnchen im Windwink was ich aber schonmal sagte. Nimm mir meine Worte nicht übel, doch immer wenn wir beide uns über TASM unterhalten hatten, war deine Meinung oft eine andere. Vielleicht hatte ich dich auch oft missverstanden. Hier mal eine Frage an dich. Hattest du nicht mal eine TASM Kritik verfasst? Ich finde sie nicht mehr.

Spider 2002 - 2007 Sam Raimi war in die Story verliebt und achtete auf jedes Detail, er war einfach ein Experte. Ok Tobey Maguire ist wohl ein Generationskonflikt. Als der erste Film erschien, mochte ihn fast die ganze damalige Fan-Gemeinde der Spiderlinge, aus heutiger Sicht muß auch ich es zugeben, er war da eher der Pharrell Williams-Happy Peter, der wie im Song so durch die Straßen stolperte. Damals passend, die Spinne aus der Nachbarschaft. Es kam der Wechsel von Tobey zu Garfield, und ich konnte mich lange nicht mit Garfield anfreunden, doch er passte, nur die Filme passten nicht. Andrew wirkte ernster. Die Entwicklung von Curt zum Lizard war wie bei Raimis Spider Gegnern gelungen, doch der Lizard war als Echse ein billiges Kaugummi. Bei Electro war es genau anders herum, denn der Hausmeister wurde als dummer Nerd hingestellt, und plötzlich hatte man einen irre geilen CGI Foxx als Electro, der aber plötzlich keinen richtigen Gegener mehr darstellt. Sam Raimi hatte aber das alles in 3 Filmen geschafft. Liebesgeschichte, glaubhafte Story, glaubhafte Gegner und realistischer Feind Freund Modus. Das alles hat man leider bei dem Sony Reboot nie umgesetzt.

Wer denkt im Internet kann man Punkte erlangen um der Größte zu sein, der ist im realem Leben oft der Kleinste.
GeneralGrievous
Moviejones-Fan
Geschlecht | 04.07.2017 | 21:49 Uhr04.07.2017 | Kontakt
Jonesi

@MJ:

Besser als Iron Man 1 und Winter Soldier? surprised Uff, ihr hebt die Erwartungshaltung bei mir jetzt aber ganz schön hoch! Gerade diese beiden Filme sind auch nach meinem Geschmack die bisher besten MCU-Filme (knapp gefolgt von GOTG, Ant-Man und Doc Strange).

Ich bin den letzten (wie ich gelesen habe sehr spoilerlastigen) Trailern bewusst aus dem Weg gegangen. Im ersten Trailer wirkte der woanders kritisierte und von euch gelobte Bösewicht jedoch relativ blass und nicht wirklich besonders im Vergleich zu den anderen MCU-Antagonisten.

@Diskussion:

Ich gehöre bekanntlich zu den wenigen, die der Raimi-Trilogie (insbesondere Teil 1 und 2) sehr viel abgewinnen können. Immerhin startete mit diesen Verfilmungen (neben X-Men) der Comic-Hype erst so richtig, wofür wir heute wohl alle dankbar sein können. Die Spezialeffekte waren damals revolutionär, die Musikuntermalung klasse und vor allem: Klasse Bösewichte mit Ecken und Kanten, die eher "grau" als "komplett schwarz" waren. Obgleich Garfield seine Sache später supi gemacht hat, war TASM 1 immerhin noch "gut", während TASM 2 für mich eine absolute Enttäuschung war. Holland hat mir in Cap 3 echt gut gefallen, aber er muss mir erst noch beweisen, dass er auch einen ganzen Film tragen kann.

Aufgrund eurer hohen Bewertung bin ich echt angefixt und kann den Kinobesuch kaum noch abwarten. smile