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Victoria & Abdul

Prädikat: besonders wertvoll

Victoria & Abdul Kritik

0 Kommentar(e) - 17.09.2017 von FBW - Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).
Filmkritik

Victoria & Abdul Bewertung: 4/5

Queen Victoria ist 68 Jahre alt, als sie im Jahr 1887 ihr 50-jähriges Thronjubiläum feiert. Ihr geliebter Mann Albert ist seit über zwanzig Jahren tot und sie selbst empfindet wenig Freude am Leben. Doch der junge Bedienstete Abdul Karim, der zur Übergabe eines besonderen Geschenks der Kolonien aus Indien gekommen ist, weckt in der Monarchin neuen Lebensmut. Nicht nur ist Abdul, wie die Königin gerne zugibt, ein stattlicher Anblick, sondern er eröffnet ihr auch in langen Gesprächen eine Neugier auf die Welt, die sie für sich selbst bereits verloren geglaubt hatte. Und so macht Victoria Abdul erst zu ihrem Diener und dann zu ihrem Lehrer. Dass der Rest des königlichen Hausstands darüber nicht amüsiert ist, steht außer Frage. Missgunst und Argwohn über die wahren Motive von Abdul machen sich im Windsor Palace breit. Allen voran beim Kronprinzen "Bertie", der sich verbittert fragt, was sich seine Mutter dabei denkt, einem dahergelaufenen Inder mehr zu vertrauen als ihm...

Der wahren Geschichte über die tiefe Freundschaft zwischen einer Königin und ihrem treuesten Diener setzt Stephen Frears in Victoria & Abdul ein Denkmal. Nach Ihre Majestät Mrs. Brown verkörpert Judi Dench Queen Victoria erneut mit einer unvergleichlich bravourösen Mischung aus royaler Grandesse und tiefer innerer menschlicher Zerrissenheit. In ihrem Gesicht zeichnet sich das fortschreitende Alter ebenso überzeugend ab wie der zermürbende Kampf einer Frau innerhalb des Hofes, der als Jahrmarkt der Eitelkeiten von Missgunst geprägt ist.

Die Figur des Abdul, den Ali Fazal mit Wärme und Güte verkörpert, wirkt auch für den Zuschauer wie eine Erinnerung an die Menschlichkeit, mit der er das Herz der Königin erobert. Das übrige spielfreudige Ensemble, allen voran Eddie Izzard als missgünstiger Kronprinz und Tim Pigott-Smith als überforderter Vorstand des königlichen Haushalts, führt Altmeister Frears stilsicher durch die exakt arrangierte und in Perfektion ausgestattete Szenerie. Scheinbar nahtlos gehen dank dem Drehbuch von Lee Hall Komödie und Tragödie Hand in Hand, wobei die amüsanten Momente nie lächerlich wirken und die dramatischen Konflikte, die mehr und mehr das Dilemma dieser unmöglichen Freundschaft zweier auf den ersten Blick so unterschiedlichen Menschen offenbaren, nie ihre Leichtigkeit verlieren.

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Eine perfekte Bildkomposition, prachtvolle Kostüme und Spielorte und ein berührender Score komplettieren den Film und machen Victoria & Abdul zu einem wahrhaft königlichen Leinwandereignis.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung



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810
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