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7 Tage in Entebbe

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Prädikat: besonders wertvoll

7 Tage in Entebbe Kritik

7 Tage in Entebbe Kritik
0 Kommentare - 06.05.2018 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).
7 Tage in Entebbe

Bewertung: 4 / 5

Es ist der 27. Juni 1976. Auf ihrem Weg von Paris nach Tel-Aviv kapern Terroristen eine Maschine der Air France. An Bord sind über 250 Menschen. Die deutschen und palästinensischen Geiselnehmer, die von Israel die Freilassung politischer Gefangener erpressen wollen, lassen die Maschine zum Flughafen Entebbe in Uganda umleiten. Dort überlässt ihnen Staatsführer Idi Amin eine leerstehende Wartehalle. Und während sich die Regierung in Israel überlegen muss, ob sie sich auf Verhandlungen mit Terroristen jemals einlassen können und dürfen, sind die Geiseln hilflos der Willkür der Entführer ausgesetzt. Denn auch deren Nerven sind durch Hitze und Angst immer stärker angespannt.

José Padilhas Politthriller 7 Tage in Entebbe erzählt eine wahre Geschichte, deren Ausgang man kennt und doch gebannt und gespannt bis zum Ende folgt. Seine bedrückende Atmosphäre zieht der Film auch durch seine geschickte Montage, die alle Handlungsorte klug miteinander in Beziehung setzt. Sei es die Anspannung innerhalb der Terroristen, die Angst unter den Geiseln oder die von Machtspielen durchzogenen Verhandlungen der israelischen Politiker: Alles spielt ineinander, ist in Bewegung, nimmt aufeinander Bezug, was in einer fesselnden und sorgfältig komponierten Parallelmontage zwischen der Erstürmung der Wartehalle und einer Tanztheateraufführung gipfelt.

Trailer zu 7 Tage in Entebbe

Padilha gelingt das Kunststück, mit einer unaufgeregten und ruhigen Inszenierung extreme Spannung aufzubauen, auch dank einer exzellenten Kamera und großartigen Darstellern, die die Konflikte der Figuren oftmals nur mit Blicken begreifbar machen. Daniel Brühl als RAF-Mitglied Wilfried Böse, der an der Radikalität und Grausamkeit scheitert, die von ihm gefordert wird; Rosamund Pike als Brigitte Kuhlmann, hinter deren eiskalter Mimik und Gestik die doch sehr fragile Psyche einer verunsicherten Frau erkennbar ist; oder Eddie Marsan, dessen kontrolliert reduziertes Spiel die wahren Beweggründe des Politikers Shimon Peres immer ein Stück weit im Verborgenen lässt.

Nach sieben Tagen wurde der Flughafen in Entebbe von einer Einsatztruppe des israelischen Militärs gestürmt. Alle Geiselnehmer, drei Geiseln, viele ugandische Soldaten und ein israelischer Offizier wurden getötet. Ein Ende des Terrorismus war zu diesem Zeitpunkt noch nicht abzusehen. Ein Beginn des Friedensprozesses ebenso wenig. Doch José Padilhas 7 Tage in Entebbe ist ein klares Plädoyer für das Verhandeln, das Reden und das Miteinander - und damit neben spannender Geschichtsaufarbeitung auch ein hochaktueller Film.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

7 Tage in Entebbe Bewertung
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810
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