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Alamo

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Remember The Alamo

Alamo Kritik

Alamo Kritik
0 Kommentare - 19.12.2023 von DrStrange
In dieser Userkritik verrät euch DrStrange, wie gut "Alamo" ist.

Bewertung: 4.5 / 5

"The Alamo" aus dem Jahr 1960, war die erste Regiearbeit von John Wayne und für die Produktionskosten von 12 Millionen Dollar, musste sich Wayne damals selbst verschulden.

Während des Texanischen Unabhängigkeitskrieges kam es zu einem historischen Ereignis, als vom 23ten Februar bis zum 6ten März das Fort Alamo von etwa 200 Verteidigern, gegen eine zahlenmäßg weit überlegene Armee von General Santa Anna gehalten wurde, um den Rückzug von General Sam Houstons Rebellenarmee über den Rio Grande zu decken. Das Fort Alamo hier gegen eine Übermacht von 7000 mexikanischen Truppen nicht zu halten war, sollte den Texanern eigentlich bewusst gewesen sein. Inwiefern das Fiasko am Alamo für den Ausgang des Krieges eine Rolle spielte, überlassen wir aber an dieser Stelle den Geschichtsbüchern.

In den Hauptrollen sehen wir hier Johny Wayne selbst als Colonel Davy Crockett, Laurence Harvey als Colonel William Travis, Richard Widmark als Colonel Jim Bowie, sowie Richard Boone als General Sam Houston. Der Film teilt sich sich hierbei mit seiner 162 Minuten Laufzeit (die geläufige Kinoversion) grob in zwei Teile. In der ersten ruhigeren Hälfte, werden die einzelnen Charaktere vorgestellt, ihnen Raum gelassen um sie näher zu beleuchten und um sie anschließend in Position für den finalen Akt zu bringen. In der zweiten Hälfte bzw. dem hinteren Drittel des Films, liefert man mit der eigentlichen Belagerung von Fort Alamo, dann den mehr aktionsreichen Anteil des Films.

Der "Duke" spielt hier den amerikanischen Nationalhelden und Politiker Davy Crockett, der zu den Ereignissen des Films mit einem kleinen Trupp aus Tennessee stößt. Wayne verkörpert die Figur mit seiner bekannt eigenen Art. Immer gefasst, etwas über den Dingen stehend und gerne auch philosophisch schwatzend. Also quasi der Inbegriff des Heldentums in Form einer Anführerfigur. Die Figur bekommt hier noch eine Nebenstory verpasst mit der ortsansässigen "Flaca" gespielt von Linda Cristal, die schon arg angeheftet und etwas wie ein Fremdkörper wirkt. Für die eigentliche Handlung eigentlich unrelevant, dient diese "Romanze" mehr dazu, der Figur von Crockett eine emotionalere und greifbarere Seite zu verpassen, damit der Charakter nicht nur wie ein Halbgott auf einem Altar zu stehen hat.

Mit der Figur des James "Jim" Bowie stellt Richard Widmark ebenfalls eine amerikanische Heldenfigur dar, welche zumeist mit dem Staat Louisiana in Verbindung gebracht wird, wo sie das Gros ihres Lebens verbrachte, bevor sich Bowie dem Staat Texas zuwandte und dort im Bereich Grundstücksspekulation tätig war. Von der mexikanischen Regierung wurde er sogar als Grundstücksbeauftragter eingesetzt, bevor es zu den Übergriffen von General Santa Anna auf das texanische Gebiet kam und er sich dem Unabhängigkeitskrieg anschloss. Auch Widmark spielt die Figur des Bowie typisch für seine Art etwas sturköpfig und aufbrausender als Waynes Darstellung, aber am Ende natürlich ebenfalls etwas "über den Dingen stehend" und der "Sache dienend". Wobei es gerade Widmarks Figur ist, welche am eindringlichsten auf die Sinnlosigkeit in punkto Verteidung des Fort Alamo hinweist und wiederkehrend eine Rückzugsstrategie gepaart mit einer "Hit & Run" Taktik vorschlägt. Dies scheint eigentlich recht passend gewählt und überzeugend eingebracht zur historisch echten Figur des Jim Bowie.

Laurence Harvey stellt in der zweiten Hauptrolle des Films, den texanischen Kommandeur des Forts, William Barret Travis dar. Harveys Darstellung ist immer dem großen Ganzen und dem Widerstand dienend. Dabei werden auch jegliche Kosten, ob Mann oder Material, aufgebraucht, wie es die Situation erfordert. Dies gepaart mit einer besonders ehrenhaften und korrekten Charakterdarstellung kann Harvey zu jeder Zeit im Film äußerst gut vermitteln. Ähnlich verhält es sich dann auch mit Richard Boone als General Houston, der in seinen wenigen Szenen recht gut die Entscheidungen seiner Position überzeugend darstellt und das Wohl des Einzelnen oder eben einem kleinen Trupp von Verteidigern, niemals über die Belange des Staates Texas und dessen Unabhängigkeit stellt.

Waynes Inszenierung ist groß, imposant,farbenprächtig und lässt genug Luft um den Film nicht bedeutungslos erscheinen zu lassen. Man sollte aber schon einen gewissen Grad von US-Patriotismus vertragen können, denn der Film strotzt nur so vor Heldenverehrung und großen Posen und Gesten. Am Thema "Alamo" beissen die Amerikaner halt auch heute noch, wie hunderte von Countrysongs tatkräftig beweisen und "Remember the Alamo" ist eine im gängigen Sprachgebrauch eingekehrte Phrase der US-Englischen Sprache. Man kann hier quasi das Eine nicht vom Anderen trennen.

Inwiefern nun die Beteiligung von John Ford und dessen Second-Unit-Regisseurs Cliff Lyons eine Rolle bei "The Alamo" spielten, denn sie waren beide eindeutig als Unterstützung von Wayne am Film beteiligt, darüber lässt sich weiterhin streiten. Zumindest lt. Ford und Lyons ist "The Alamo" rein Waynes Films und ihr Beitrag nur geringfügig.

Hervorheben sollte man noch die beeindruckende Musik von Dimitri Tiomkin, welcher dafür 1961 auch zurecht den Golden Globe erhielt. Der Score ist einschmeichelnd und auch bewegend zugleich, lässt die Bilder und Szenen noch deutlich bedeutender wirken und rundet damit das Gesamtergebnis in schierer Perfektion ab. Den Titelscore dürften so einige bereits aus einer prominenten Szene in "Rio Bravo" kennen, da sich Tiomkin hier selbst zitiert.

Zusammengefasst kann man "The Alamo" als sehr guten US-Western seiner Zeit durchgehen lassen, der zwar in der ersten Hälfte eine etwas erzwungene Romanze verbuchen muss, aber ansonsten ein großes Heldenepos amerikanischer Natur darstellt. Sofern man nicht einen historisch korrekten Film erwartet und mit den routinierten Darstellern trotzdem seine Freude haben kann, sollte der Film eigentlich eine Pflicht für jeden Liebhaber des Genres darstellen, gerade weil auch bis dato keine wesentlich bessere Verfilmung des Stoffs wirklich geglückt ist.

8,5 von 10 Punkten - Hoher Wiederschauwert

Alamo Bewertung
Bewertung des Films
910

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