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Arlington Road

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Userkritik von GierigeEnte

Arlington Road Kritik

Arlington Road Kritik
0 Kommentare - 02.02.2020 von GierigeEnte
In dieser Userkritik verrät euch GierigeEnte, wie gut "Arlington Road" ist.

Bewertung: 4.5 / 5

"Lad mich doch mal zum Essen ein. Dann verschweig ich dir ein paar Staatsgeheimnisse und es wird sein wie früher."

Das Ende ist für mich mit das Wichtigste am Film. Mag er vorher auch noch so spannend sein, wenn das Ende enttäuscht, enttäuscht mich auch der Film, schließlich bleibt selbiges immer am ehesten im Gedächtnis. Dabei hat mir ein schwacher Schluss schon so manchen bis dahin sehr guten Film entwertet, sei es "The Accountant" oder "A Cure for Wellness". Doch auch das Gegenteil ist möglich: teilweise enden Filme so überragend, dass der starke Anfang vervielfacht wird, wie beispielsweise bei dem perfekten "Am Sonntag bist du tot" oder dieser Film hier, "Arlington Road".

Seit Micheal Faraday (Jeff Bridges) seine Frau verloren hat, da sie als FBI-Agentin bei einem Einsatz gegen den Terrorismus ums Leben kam, ist er misstrauisch wie kein Zweiter. Selbst über seine scheinbar so netten Nachbarn, Oliver Lang (Tim Robbins) und dessen Familie, beginnt er zu recherchieren, als er zufällig zwielichtige Pläne bei ihm sieht: Er findet mehr und mehr heraus, dass mit ihnen etwas nicht stimmt, denn Oliver hat seinen Namen erst vor einiger Zeit angenommen und stand in seiner Vergangenheit schon mit einem Bombenattentat in Verbindung.

Das Schöne ist, dass man bei "Arlington Road" nicht sicher sein kann, ob alles gut wird oder nicht, auch wenn man das von Filmen dieser Art (Bombenanschläge) sonst gewohnt ist. Mal ernsthaft, glaubt bei "Mission: Impossible 4" irgendjemand wirklich,

- SPOILER! -
dass die Rakete in New York hoch geht?
- SPOILER ENDE –

Wohl kaum. Demnach ist der Film berechenbar und somit schnell vergessen.
Bei „Arlington Road" ist es zum Glück völlig anders, denn schon die Handlung selbst ist ordentlich Wendungsreich, unberechenbar und damit verdammt spannend. Mit dem grandiosen, ja perfekten Ende wird dies zudem derartig konsequent auf den Punkt gebracht, dass ich über die kleinen Schwächen der Handlung, nämlich das selbige stellenweise nur durch Zufall voran kommt, locker hinweg sehen kann. Wirklich, einen solch restlos begeisternden Schluss habe ich bisher selten gesehen und allein dafür sollte man den Film gesehen haben.
Doch auch abseits dessen ist jenes Werk extrem gut. Zum einen erhalten nahezu alle wichtigen Figuren einen plausiblen Hintergrund und eine interessante Motivation, dank der man sich hervorragend in die Charaktere einfühlen kann und dank der sie einem auch ordentlich wichtig werden, zum anderen wird das von den Schauspielern mit einer tollen Darbietung verstärkt.
Vor allem Jeff Bridges lieferte hier starke, bewegende Arbeit ab, die dem herrlichen Schauspiel von Tim Robbins in Nichts nach stand. Dabei überzeugt gerade letzterer mit einer überragenden Diversität, die er seiner Figur verlieh und der folgend man sich als Zuschauer nie sicher sein kann, was für ein diffuses Spiel jener Charakter gerade spielt. Auch sehr hervorzuheben ist das hervorragend dargestellte Verhältnis der Figuren, welches sich entlang der Plottwists immer und immer wieder dreht sowie mehr als zu beeindrucken wusste.
Ergänzt wurde das mit wundervoll vielseitigen Dialogen, bei denen sich amüsanter Zynismus mit ergreifender Traurigkeit und teils sehr treffender Tiefgründigkeit abwechselte. Sie machten einen Großteil des Filmes und der Spannung aus, was durch eben beschriebene Eigenschaften sehr gut gelang.
Der Soundtrack konnte dies gut unterstützten, auch wenn ich ihn stellenweise als zu manipulativ empfand. Ein klein wenig weniger wäre hier ein wenig mehr gewesen, wenn man das so sagen kann.

Nichts zu bemängeln gibt es hingegen bei den vereinzelten Actionszenen. Denn für das FSK 12 sind selbige überraschend blutig und damit angenehm intensiv, sodass der Geschichte eine gute Wucht beiwohnt, die dem Film zusätzlich Tragweite verlieh.

Dass ein 12 Jähriger diesen Film demnach noch nicht sehen sollte, steht meines Erachtens außer Frage, ich halte eine ab 14 Freigabe für weit angebrachter. Da "Arlington Road" aber auch dafür noch recht grausam ist, würde ich, was die Brutalität betrifft, eine 9 von 10 (für 14) vergeben.

Abschließend komme ich nicht umhin, nochmal auf das geniale Spiel des Filmes mit den Erwartungen des Zuschauers einzugehen. Es juckt mich in den Finger, denn wie gern würde ich über einige dieser genialen Irreleitungen reden, doch da selbige den Film irgendwo ausmachen, werde ich an dieser Stelle nichts verraten.

Ich kann nur so viel sagen, dass es sich absolut lohnt, einen oder mehrere Blicke auf "Arlington Road" zu werfen, ist er insgesamt betrachtet doch ein beinah perfekter Film, weswegen er als Thriller 9,5 und als Drama 9 Punkte erhält. Gesamt gesehen verpasse ich ihm

9 von 10 Punkten.

Arlington Road Bewertung
Bewertung des Films
910
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