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Avatar - The Way of Water

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Verwässerte Botschaft (ha)

Avatar - The Way of Water Kritik

Avatar - The Way of Water Kritik
0 Kommentare - 21.12.2022 von Manisch
In dieser Userkritik verrät euch Manisch, wie gut "Avatar - The Way of Water" ist.
Avatar - The Way of Water

Bewertung: 3 / 5

(Spoilter) Also eigentlich hatte ich es ja echt nicht eilig, den Film zu sehen. Aber im Zuge einer “Ey es ist Weihnachten, lass mal alle zusammen in Kino”-Aktion, wurde ich dann doch irgendwie frühzeitig mitgeschliffen.

Ein bisschen erleichtert hatte es mir die Sache, dass ich vorab noch 2-3 Reviews von Leuten gehört habe, deren Meinung ich eigentlich recht schätze, weil sie auch mal durchaus kritisch an die Sache herangehen. Und die haben letztlich die Story dann doch als großen Fortschritt gelobt, vor allem im Vergleich zum Vorgänger. Auch mit Verweis auf die Co-Autoren vom “Planet der Affen”-Team. Und da dacht ich mir “Na gut, wenn die das sagen, wird es vielleicht doch ganz gut…”.

Trailer zu Avatar - The Way of Water

Um das direkt vorwegzunehmen:
Ja klar sieht der Film gut aus.
Wobei ich weiterhin immer wieder mit der 3D-Technik fremde. Keine Ahnung, ob es an meiner Nase liegt, dass ich die richtige Position für die Brille nicht treffe. Vielleicht hab ich aber auch irgendwas mit der Hornhaut, oder was weiß ich. Bei manchen Aufnahmen funktioniert der 3D-Effekt sehr gut. Bei anderen kommen meine Augen nicht drauf klar, die richtige “Ebene” zu finden bzw. sie übereinanderzulegen. Deswegen finde ich das immer eher anstrengend, wobei man es im Laufe des Films dann doch irgendwann ignoriert (...bis es einem dann doch mal wieder auffällt). Aber gut, da kann der Film an sich ja nichts für. Auch wenn ich echt hoffe, dass es keine neue 3D-Welle dadurch gibt.

Ansonsten ist es natürlich schon spannend, wenn man sich vor Augen hält, dass fast alles nur aus dem PC stammt. Aber hey, auch die Unreal Engine Tech Demos sind heute super realistisch geworden (: Rausgeworfen haben mich eigentlich nur diese „Wolfs-Dinger” in der einen Dschungel-Szene, weil die so „glatt“ aussahen, was ziemlich befremdlich wirkte.

Aber gut, es ist ja nun mal nicht nur eine Tech-Demo und auch keine Doku, sondern ein Film, der auch ein bisschen was erzählen will.

Inhaltlich tu ich mich dann doch deutlich schwerer mit dem Film und kann das Lob der Reviews, auf die ich mich verlassen habe, nicht so ganz teilen.

Mich stört weniger die Story insgesamt. Im Rahmen des Films finde ich die „ok”.
Viel mehr stört mich, dass viele Themen angerissen, aber absolut halbherzig zur Pointe gebracht werden.

- Alles rund um den Tarzan-Jungen/Spider finde ich irgendwie strange. Einerseits, weil die Figur einfach affig ist laughing Andererseits emotional bzw. von seiner Allianz her ist er irgendwie „mal hier, mal da”. Für meinen Geschmack geht er auf einmal viel, viel zu freundschaftlich mit dem Trupp der Marines um. Ja, der eine Typ ist sein „Vater“. Aber auch die Figur, die er seit seiner Geburt als Feindbild hat (aus gutem Grund). Quasi einmal auf die Schulter klopfen von ihm reicht aus, damit die beiden doch irgendwie ganz gut zurechtkommen. Und auch wenn Spider live dabei ist, wie sein Vadder Kriegsverbrechen begeht, steht er nur daneben und sagt „Sorry! Sorry!”.

Und dann ist sein Vater auch nur eine einzige Person. Gegen den Rest der Marines ist er ja weiterhin im „Krieg“. Denen gegenüber ist er aber auch recht kooperativ.
Irgendwie hätte ich mir da deutlich mehr Widerstand und Sabotage seinerseits gewünscht.

- Die Marine-Avatare finde ich fast schon einen Bruch mit dem Kanon aus Teil 1. Ok, ich hab den ersten Teil kaum noch in Erinnerung. Aber die Tentakel-Verbindung zwischen Na’vi und Tier stand doch eigentlich für etwas Tieferes. Die Verbindung hat einem die Verbundenheit von allem auf Pandora selber erleben lassen und somit aus einem esoterischen Blabla etwas ganz Reales gemacht. Wie kann man, wenn man diese Verbindung einmal erlebt hat, weiterhin ein Marine sein und gegen den Planeten kämpfen? Löst das emotional irgendwie überhaupt nichts Empathisches in den Marines aus?!

Aber auch dass sich jetzt jeder Hinz und Kunz ein Tier zähmen kann, untergräbt eigentlich das Besondere von Jake Sully aus Teil 1.

- Mein größter Kritikpunkt ist aber eigentlich die wabbelige Darstellung von Pazifismus. An einer Stelle sagt Wasser-Na’vi-Oberhaupt total gereizt: „Wir sind der festen Überzeugung: Egal wie berechtigt es sein mag, Töten führt immer zu noch mehr Töten!”. Deswegen wird der eine Wal auch geächtet, auch wenn mir nicht klar wurde, was er denn nun genau gemacht haben soll und warum man irgendwelchem Gossip vertraut. Man hätte den Wal ja auch einfach fragen können - offensichtlich können die ja ziemlich gut kommunizieren (was ich auch etwas albern fand, aber nun gut…).
(

Aber an anderer Stelle sind sie dann doch super schnell bereit, ins Kill-Game mit einzusteigen.

Das finde ich insofern schade, weil wir durch den russischen Angriffskrieg auf die Ukraine gerade ähnliche Diskussionen miterleben. Das wusste Cameron während der Dreharbeiten natürlich noch nicht, von daher eigentlich ein „dankbarer“ Zufall. Aber die Diskussionen in der Realität zeigen die Vielschichtigkeit hinter dem Thema auf.

Ich hätte mir gewünscht, dass es zu diesem Punkt Streit im Film gibt. Daraus resultierend hätte dann auch eine klarere Botschaft kreiert werden können.

So ist das alles Wackelpudding. Pazifismus: Ja, radikal. Aber nur so lange nicht der Lieblings-Wal der Stammesführerin getötet wird.

- Naja und diese „Es ist die Aufgabe eines Vaters, seine Familie zu beschützen”-Botschaft, fand ich dann auch irgendwie primitiv, weil es irgendwie so sehr auf Instinkte abzielt. Klar hat jedes Elternteil einen Beschützer-Instinkt. Aber was ist dann die Aufgabe der Mutter? Kochen? laughing Die werden im Film doch genauso als Beschützerinnen dargestellt. Keine Ahnung, warum man das in der Aussage weglässt…

- Kleine Pluspunkte gibt es am Ende noch für die Gewaltdarstellung.
Einige Szenen sind schon hart, wenn jemand z.B. einen Pfeil mitten in den Kopf bekommt, oder eben ein Arm abgetrennt wird. Das lässt den Film ein kleines bisschen erwachsener wirken.

Auch die Szene im Wal-Mund und dem Bohrer war schön ekelig.
Aber auf der anderen Seite...wie dumm ist das denn mit diesem Anti-Aging-Öl aus dem Wal-Hirn?!
Die Menschheit hat die Technologie, beliebige künstliche Körper zu erschaffen und auch die Erinnerungen zu übertragen. Warum braucht man da noch so eine fucking Flüssigkeit? Am Preis kann es ja nicht gelegen haben, wenn das Zeug so teuer ist. Einfach einen neuen Körper klonen lassen, vielleicht noch ein paar Modifikationen vornehmen und gut ist. Ist doch viel geiler...

_______

Man spürt, dass der Film irgendwelche tollen Aussagen treffen möchte, aber er scheitert daran, so wie Precht, oder ein Instagram-Post von einem Sonnenuntergang mit einem Motivations-Spruch drauf („Träume nicht dein Leben, sondern lebe deinen Traum…”). Ja, wow. Vielleicht noch ein Cappuccino-Wand-Tattoo dazu?

Meiner Meinung nach wäre mehr drin gewesen, ohne den kompletten Film über den Haufen zu werfen. Am Ende ist Avatar ein Film, den man sicherlich gucken kann und „eine gute Zeit hat”. Technisch spannend, schöne Bilder…aber dumm.

Avatar - The Way of Water Bewertung
Bewertung des Films
610

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