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Catch Me If You Can

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Catch Me If You Can Kritik

Catch Me If You Can Kritik

Catch Me If You Can Kritik
0 Kommentare - 17.04.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Catch Me If You Can" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Als Frank Abagnale Sr. (Christopher Walken) eines Tages von seiner Frau verlassen wird, entscheidet sich sein Sohn Frank Abagnale Jr. (Leonardo DiCaprio) seine Eltern zu verlassen und einfach wegzulaufen. Von nun an schlägt sich der junge Mann mit kleineren Gaunereien durch die Welt. Nach einiger Zeit zieht das die Aufmerksamkeit des FBI-Ermittlers Carl Hanratty (Tom Hanks) auf Abganale Jr..

In Erinnerungen schwelgen. Sich unweigerlich an Zeiten binden, mit denen wir etwas Großes verbinden und die wir irgendwie so kennen, wie sie perfekt waren. Klar, es ist immer ein wenig übertriebene Romantik dahinter und immerhin kann man sagen, daß man die Realität ja sowieso nicht so wahrnimmt, wie sie vermutlich ist. Da macht Prägung schon viel und der Mensch ist auch komplex, weshalb das im Endeffekt noch schwieriger wird. Catch Me If You Can ist ein solcher Film, der in Erinnerungen schwelgt. Und diese sind in großen Teilen real, immerhin handelt es sich hierbei um eine Biographie. Erzählt wird die Geschichte eines Trickbetrügers namens Frank Abagnale Jr., der in seinem Leben so einige Dinge ausprobierte. Mal gab er sich als Pilot aus, mal als Arzt und immer mit dem richtigen Charme und Charisma an seiner Seite. Daß ein solcher Film in den frühen 2000er Jahren zustande kam ist sicherlich nicht verwunderlich, immerhin brachte Steven Soderbergh nur ein Jahr zuvor mit Ocean’s Eleven (2001) eine charmante Gaunerkomödie, die eben das Remake eines 1960er Jahre Klassikers darstellte. Insofern kann man schon verstehen, warum man sich an dem Leben von Frank Abagnale Jr. versuchte und mit ihm eine zentrale Figur etablierte, die sehr viel über Stil und Charme funktioniert, aber eben auch vorgibt etwas zu sein, was sie am Ende des Tages einfach nicht ist.

Für manch einen mag da die Perspektive durchaus gewagt sein. Immerhin sieht man moralisch zwielichtige Figuren selten im Zentrum einer Geschichte. Zumindest seitdem New Hollywood abgeklungen ist, nicht mehr so oft. Dennoch hat man hier keinen zweiten Tony Montana vor sich. Nein, Frank Abagnale Jr. ist primär ein Junge mit jungenhaftem Charme, der sich ein paar Späße erlaubt, der auch von der Justiz in gewisser Weise genau so wahrgenommen wird. Warum das funktioniert? Besser gesagt, warum die Person hier so lange damit durchkam? Nun, daß liegt an einer ganz einfachen Sache, zumindest vom Verständnis hier. Catch Me If You Can handelt nämlich im Prinzip von einem großen Charismatiker. Einem Mann, der allein durch sein Auftreten schon die Massen an sich binden kann und gleichzeitig als notorischer Lügner sehr gut darin ist, Geschichten zu erfinden. Regisseur Steven Spielberg legt einen großen Stellenwert darauf, daß man die von Leonardo DiCaprio verkörperte Hauptrolle auch wirklich mag. Und das ist beim Film tatsächlich auch das, womit alles steht und fällt. Denn wenn man Abagnale Jr. eben einfach nur für einen Schaumschläger und Schwaller hält, dann wird man mit dem Film einfach keine Freude haben. Tja und genau so erging es mir. Nun könnte man tiefenpsychologisch natürlich nach verschiedensten Bausteinen im Leben suchen und sich die Frage stellen, warum dies und jenes so und so ist. Das wäre dann sehr schnell aber auch sehr individuell und sehr langweilig.

Das Hauptproblem ist am Film ist einfach, daß man das alles schlucken muss und das man damit leben muss, daß diese Figur aus unerfindlichen Gründen von allen gemocht wird. Sicherlich, so etwas in einen Film zu transportieren, ist ohnehin ein wenig schwierig. Doch irgendwie funktioniert das nicht. Am ehesten lässt sich Catch Me If You Can damit zusammenfassen, daß es sich um einen Jugendscherz handelt, der komplett aus dem Ruder läuft. Durch die gewählte Perspektive vom Film infantilisiert Spielberg hier zwar auch gekonnt die Welt der Erwachsenen. Da werden dann ganze Jobs und Strukturen offengelegt, die aus einer infantilen Sicht heraus etwas albern wirken. Auf der anderen Seite muss man sich fragen, ob das wirklich charmant ist, wenn sich Abagnale Jr. in einem Krankenhaus wiederfindet und dort als Chefarzt auftritt. Sicherlich, das sagt auch eher viel über die menschliche Psychologie aus, wenn man eben glaubt, daß ein Siebzehnjähriger der Chef ist. Auf der anderen Seite führt der Film damit auch die Welt so ein wenig vor, ohne dabei die Gefahr zu thematisieren, die von großen Charismatikern eben ausgeht. Und da reicht am Ende des Tages tatsächlich ein kleiner Blick in die Geschichte um zu erkennen, wie gefährlich es ist, wenn man sich zu sehr auf Charismatiker einlässt. Hier bedeuten Charisma und Charme tatsächlich alles und man fragt sich auch, ob der Film gerade bei der Ansammlung an leichtgläubigen Damen nicht ohnehin etwas überzogen daherkommt. Film bleibt eben Film und Realität das andere.

Unterdessen quält Spielberg den Zuschauer hier vor allem mit dem, wovon er vermutlich auch durch die beste Therapie auf Erden nicht mehr loskommt: Familie. Besonders die Beziehung zum Vater wird hier wieder thematisiert. Daddy ist eben auch ein Betrüger, darum ist der Sohn ebenso einer. Keine sonderlich überraschende Erkenntnis und ja vielleicht stimmt das auch alles so in der Realität. Aber dennoch folgt daraus nicht wesentlich mehr. Es ist beinahe unglaublich, wie sehr Spielberg den rein systemischen Gedanken komplett ignoriert, sondern die Geschichte total personalisiert und am Ende zu einem reinen Resozalisierungsfilm werden lässt. Natürlich muss man dann kein Hellseher sein, um darauf zu kommen, wohin die Reise gehen wird. Und dennoch lässt das Ende eher den Eindruck zu, als sei alles so lange charmant, wie es eben nicht mehr charmant ist und es sei auch absolut klar, daß man bestraft werden muss und die staatliche Ordnung in dieser Form ist schon die perfektionierte Gerechtigkeit. Es ist eben konservativ in jeder Pore und da darf man sich dann auch nicht vormachen. Der Rebellencharme, der hier zunächst anmutet, wird unterbunden und man wird belehrt.

Aus unerfindlichen Gründen zählt Catch Me If You Can zu den größeren Filmen von Spielberg. Inhaltlich ist das eher erwartbar und etwas langatmig. Man braucht sehr viel Geduld und Zugang zu dem, was da geschieht und wenn man mit der Hauptfigur und diesem Charme nichts anfangen kann, ist man hier komplett aufgeschmissen und kann es eigentlich gleich sein lassen.

Catch Me If You Can Bewertung
Bewertung des Films
510

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