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Darkman

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Darkman Kritik

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Darkman Kritik
0 Kommentare - 10.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Darkman" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Der Wissenschaftler Payton Westlake (Liam Neeson) hat sich auf die Erforschung künstlicher Haut spezialisiert. Gerade als er herausfindet, daß diese im Dunkeln vor dem ärgerlichen Zerfall geschützt ist, wird sein Labor von Robert G. Durant (Larry Drake) und dessen Schlägertruppe überfallen. Diese sind auf der Suche nach einem Memo, das Westlakes Freundin Julie (Francis McDormand) bei ihm gelassen hat. Westlake wird mit Säure gefoltert und erleidet extreme Verbrennungen durch eine ausgelöste Explosion. Er kommt nur knapp mit dem Leben davon und ist für alle Zeiten gezeichnet. Keine Operation kann ihm helfen und bald darauf beschließt er, als mysteriöser Vigilant Darkman Rache zu üben.

In den 1990er Jahren war Darkman ein Film, der bereits vor wenig Originalität sprühte. Ein Film, dessen Grundprämisse ein wildes Sammelsurium aller möglicher Ideen darstellte, die leider so ein wenig zu spät kam. Ein wenig Batman (1989) steckt darin, der leider im gleichen Jahr auch sein großes, zumindest näher an der Vorlage orientiertes Kinodebüt feierte. Ein wenig Phantom der Oper steckt drin, der aber bereits mit Das Phantom im Paradies (1974) einen sehr künstlerisch aufgewerteten Leinwandauftritt hinlegte. Rache ist an sich auch nicht originell und man kann natürlich auch das Thema, daß hier mit schleicht, während sich der Film aufbaut, entlarvend als wenig originell und zukunftsgewandt herausstellen. Denn ja, auch in Richtung innere Schönheit macht Darkman einen Ausflug, der vielleicht etwas zu sehr an dem Konzept kratzt. Und auch darüber hinaus kann man die Frage stellen, ob das wirklich entsprechend dem Charakter ist, die Liebe hier zu zentralisieren. Das macht zwar den Charakter vielleicht etwas sympathischer, aber irgendwie als reine Motivation und damit als ausschlaggebend für den Film, ist das alles andere als eine gute Idee. Weil sie eben nicht so spannend daherkommt.

Überdies ist Darkman vor allem ein Film, dessen Pacing nahezu brillant ist. Es werden die richtigen Fragen an der richtigen Stelle gestellt und man versucht nicht sich einzureden, als sei man tiefsinnig oder komplex. Natürlich funktioniert Darkman doch so ein wenig als Hommage auf alles Mögliche. Von eben jenem Superhelden, der oben genannt wurde, bis hin zu der Romanfigur über etliche Querverweise und Sammlungen von Klischees funktioniert der Film gut und dabei wirkt er unterdessen eben auf seinem ganz eigenen Level wiederum originell, was seine kleinen Patzer fast schon wieder ausgleicht. Darkman ist vor allem aber ein Film, der sich dem Thema Rache ganz und gar widmet. Es wird selten infrage gestellt, ob jene Rache überhaupt gerechtfertigt ist. Und damit schiebt Sam Raimi hier clever die Moralfrage nach außen. Es geht eben nicht darum, jemandem im Publikum eine Moral mitzugeben und das unterstreicht der Film auch durch seine Leichtigkeit und seine humoristisch aufgewerteten Szenen. Alles atmet so die Wende zwischen den 1980er Jahren und den 1990er Jahren, in denen der Film auch entstand. Wann immer da so etwas wie Sinnhaftigkeit zwischen den Zeilen angedeutet würde, wäre Darkman eigentlich ein Film, der keinen Spaß macht. Doch ehrlich gesagt passiert das auch nie.

Sam Raimi ist ein Unterhaltungsfilmer durch und durch. Das unterstrichen bereits seine Tanz der Teufel-Filme und das unterstrichen später auch noch die Spider-Man-Filme. Es ist gar nicht so einfach das greifbar zu machen, weil es eben im Kern immer noch Blockbuster, also wenig gehobenes oder intellektuelles Kino ist, was Raimi macht. Doch kann Raimi das aufwerten, indem er eben die seltsamsten und schrägsten Figuren ins Zentrum seiner Geschichte rückt und diese mit ebenso seltsamen und teilweise bewusst trashigen Momenten abfilmt. Das erinnert so ein wenig an die Action-Variante eines Tim Burton und deshalb funktioniert auch der Vergleich zu Burtons Batman so gut, weil es eben genauso ist. Klar könnte man die Frage in den Raum werfen, wer denn so einen Film braucht. Aber dann müsste man das gesamte Unterhaltungskino in den Staaten auf den Prüfstand stellen und könnte gar nicht mehr aufhören zu zählen, was von dem alles wegmüsste. Nein, daß ist ja auch Quatsch und eine ebenso sinnfreie Diskussion, wie darüber, ob Darkman wirklich Sinn ergibt. Natürlich arbeitet der Film im Sinne des New Hollywood-Kinos, indem er das Individuum gegen das Kapital ausspielt und damit klarmacht, wer die Feinde einer Gesellschaft sind. Nun ist das zwar ebenso wenig abstrakt, wie es in einem anderen gewöhnlichen Film wie etwa Robin Hood – König der Diebe (1991) wäre, aber es geht ja auch um etwas anderes.

So sucht Darkman natürlich den Idealismus im Helden, der die Welt für alle verbessern möchte und den Feind im Egomanen Vertreter, der über Leichen geht, um seine Machtposition zu erhalten. Das ist insofern schon ein wenig anders gelagert, als etwa in einem Spider-Man (2002), wo der Konflikt eher persönlicher Natur war und die Kritik deutlich verschachtelter. Zudem ist es dem Film auch hoch anzurechnen, daß er seine ohnehin recht dünne Geschichte nicht endlos streckt. Klar könnte man argumentieren, daß man durchaus auch mehr Details bräuchte, um wirklich alles nachzuvollziehen. Aber die Wahrheit ist nun mal, daß man das hier eindeutig nicht braucht. Darkman ist genauso lang, wie er sein muss und unterhält vor allem durch schnelle Schnitte, Spiele mit Licht und Schatten und all diesen Dingen, die eine gewisse Theatralik hervorrufen. Das konterkariert er durch völlig überzeichnete Horrormomente, die zwar nie aus dem Film direkt reißen, aber ihn durchaus nahbarer und verdaulicher machen. Gruselig ist das in jedem Fall nicht und soll es wohl auch nicht sein.

Darkman ist ein spaßiger und kurzweiliger Film. Zwar handelt es sich nicht um ein übermäßig originelles Werk in dem Sinne, daß er eine wirklich packende Geschichte hat. Doch kann Raimi hier durch seinen überzeichneten und einzigartigen Stil punkten und überdies mit zwei tollen Hauptdarstellern überzeugen.

Darkman Bewertung
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