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Der Hauptmann

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Prädikat: besonders wertvoll

Der Hauptmann Kritik

Der Hauptmann Kritik
0 Kommentare - 26.02.2018 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).

Bewertung: 4 / 5

Es sind die letzten Tage des Zweiten Weltkriegs. Der Gefreite Willi Herold - abgehetzt, halb verhungert und kurz vor dem Erfrierungstod - findet nahe einer Waldlichtung einen verlassenen Wagen. Darin liegt die Uniform eines Offiziers, die Herold entwendet. Als er in seiner Aufmachung einem weiteren Gefreiten begegnet, der seine Einheit verloren hat, bittet dieser, sich dem "Hauptmann" anschließen zu dürfen. Viele andere folgen. Am 11. April 1945 betreten Herold und seine Gefolgsleute das Strafgefangenenlager Aschendorfermoor. Mit der Behauptung, der Führer hätte ihm persönlich die Verantwortung übergeben, übernimmt Herold die Führung über das Lager und beginnt, die Gefangenen auf brutale Art zu töten. Keiner der Führungsleute der Gestapo verhindert seine Gewaltherrschaft. Als ein Bombenangriff der britischen Truppen das Lager zerstört, ziehen Herold und seine "Kampftruppe" weiter. Denn der Krieg ist noch nicht aus. Und Herold will die Macht, die ihm die Uniform verleiht, nicht wieder hergeben.

Robert Schwentke erzählt mit Der Hauptmann die wahre Geschichte des 19-jährigen Gefreiten Willi Herold, der als "Henker vom Emsland" bekannt wurde. Der Film beginnt dramaturgisch geschickt mit der Flucht Herolds vor den eigenen Leuten, die ihn vor sich herjagen. So baut Schwentke für den Zuschauer eine Verbindung zu Herold, den man zuallererst als Opfer und nicht als das Monster, als das er sich herausstellt, kennenlernt.

Trailer zu Der Hauptmann

Dem Hauptdarsteller Max Hubacher gelingt auf phänomenale Weise der Balanceakt zwischen der fast jugendlichen Unschuld des Soldaten und der grausamen Härte und Kälte eines Mannes, den der Rausch der Macht zum Massenmörder werden lässt. Auch der Rest des Ensembles leistet in Ausdruck und Spiel Unglaubliches. Frederick Lau als blutberauschter Soldat, der es nicht abwarten kann, mit aller Härte gegen alles vorzugehen, was schwächer ist als er selbst; Wolfram Koch und Samuel Finzi als inhaftierte Schauspieler, die an einem Abend eine Vorführung geben und sprichwörtlich um ihr Leben spielen müssen; oder Milan Peschel als Gefreiter Freytag, der sich in blinder Treue Herold anschließt und der nach und nach nicht nur spürt, welchem Monster er folgt, sondern zu welchen Monstern sie allesamt geworden sind.

Schwentke setzt die Figuren in immer wieder neuen szenischen Anordnungen zueinander in Bezug, erzählt mit großer inszenatorischer Ruhe, dazu liefert Florian Ballhaus eindrucksvolle Schwarz-Weiß-Bilder, die geschickt mit Nähe und Distanz zu den unfassbaren Grausamkeiten spielen, wozu auch das klug durchdachte Soundkonzept dient. Am Ende des Films steht ein eindrucksvoller Brückenschlag in die Gegenwart und damit auch zu zentralen Fragen an den Zuschauer wie etwa: Wie hätte man selbst gehandelt? Und wie weit ist Heute noch von Damals entfernt?

Die deutsch-französisch-polnische Koproduktion Der Hauptmann ist ein klug reflektierender und brillant gespielter Kriegsfilm, der über seine Geschichte hinaus wichtige Fragen stellt und damit auch als Mahnung an das Heute gelten kann.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

Der Hauptmann Bewertung
Bewertung des Films
810
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