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Die Maske des Zorro

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Die Maske des Zorro Kritik

Die Maske des Zorro Kritik

Die Maske des Zorro Kritik
0 Kommentare - 03.08.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Die Maske des Zorro" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Nach Ende des mexikanischen Unabhängigkeitskriegs wird der Don Diego de la Vega (Anthonpy Hopkins) von seinem Todfeind, dem Gouverneur Don Rafael Montero (Stuart Wilson) in ein Gefängnis geworfen. Zudem entführt er dessen junge Tochter Elena (Catherine Zeta-Jones), die nun als seine eigene Tochter aufgezogen wird. Don Diego schwört Rache und macht sich auf die Suche nach einem würdigen Nachfolger, als er auf den Gauner Alejandro Murieta (Antonio Banderas) trifft.

Intellektuell gefordert wird man sicherlich nicht, wenn es um die Geschichte hinter diesem Werk geht. Eine Mischung aus Robin Hood und Batman sorgt hier für wildes umhertreiben, daß vor allem nie davon abkommt, eine geradlinige Geschichte um gut und böse zu erklären. Nun ist ein Blockbuster zumeist nichts, was groß die grauen Gehirnzellen anstrengend soll und dennoch darf es dann schon mehr sein, als das bloße Böse, das hier in Form eines Adligen auftritt, der eigentlich vom Volk nicht sonderlich gemocht wird, aber zum Abtritt nicht bereit ist. Diese simple Strukturierung verlässt der Film niemals und so kann man die Geschichte abseits der kapitalismuskritischen Haltung durchaus schnell in den Wind schießen. Daß es da nicht zu sonderlich vielen Wendungen oder Intrigen kommt, ist ebenso schade. Denn gerade, wenn es um geheime Identitäten geht, bietet sich so was durchaus an. Wenngleich hier schon versucht wird, eine gewisse Spannung aus etwaigen Szenen zu ziehen, verblassen gerade die Expositionsdialoge häufiger zur reinen Farce. Man will dann Action, weil sie Martin Campbell auch gar nicht mal so unwirksam in Szene setzt. Der weitere Knackpunkt an dem Werk ist sicherlich das veraltete Frauenbild. Und das ist relativ zweischneidig. Einerseits hat man hier eine Frau, die zu jedem Zeitpunkt nur durch ihr Interesse an Zorro definiert wird und dessen Platz in der Welt häufig darin mündet, daß sie eben im realen Leben auch eine Faszination für unsympathische Menschen entwickelt. Männer nehmen sich hier durchaus alles, was sie eben wollen.

Andererseits ist die von Catherine Zeta-Jones gespielte Elena durchaus auch interessante Figur. Denn während die hübsche Schauspielerin durchaus hin und wieder in Phantasien von Herrn wandert und da auch zu Teilen in Szenen abgelichtet wird, deren Humor vielleicht etwas altbacken erscheint, ist ja auch die Frage, ob eine Sexualisierung nicht gar feministisch sein kann und definitiv ist sie ein Bruch mit dem Konservatismus. Gerade retrospektiv und mit Blick in die aktuelle Epoche bietet Die Maske des Zorro einen durchaus spannenden Blick. Zum einen natürlich auf technischer Ebene, zum anderen aber definitiv auch, weil man hier ein Werk serviert bekommt, daß heute keinen Platz mehr im Kino findet. Elena entwickelt eine Obsession für Zorro. Diesen maskierten Mann, der für die Armen entsteht und gleichsam seine Kämpfe eben mit Gewalt austrägt. Es ist natürlich so ein wenig der Batman-Mythos, den der Film hier aufgreift. Doch damit steht diese Figur auch zwischen den Welten. Denn schließlich wächst sie unter den hütenden Augen ihres vermeintlichen Vaters auf und hat eigentlich keine Ahnung von der Außenwelt. Je mehr sie in die Geschichte verwickelt wird, desto mehr entwickelt sich da ein Hang zur Emanzipation. Nicht indessen, daß die Figur offenkundig danach schreien würde. Sehr wohl aber, daß die Geschichte diese Wandlung von ihr abverlangt. Gerade diese Emanzipation spiegelt sich auch in einer sexuellen Freizügigkeit wider, die durchaus diskutierbar ist. Zum einen ist es natürlich, weil es gewisse Triebe vornehmlich männliche Triebe befriedigt, zum anderen aber auch, weil hier durchaus etwas Feministisches drinsteckt, weil man der Frau eben diese Sexualität durchaus zuspricht. Erotik und Esprit haben hier also einen Platz und sogar in einem Beichtstuhl. Und das kann mitunter vieldeutig sein.

Der Film hat vielleicht unterdessen seine Längen, weil eine so gradlinige Geschichte, deren einziger Twist auch schon zu Beginn offenbart wird, so eine durchaus lange Laufzeit nicht rechtfertigt. Auf der anderen Seite sieht man auch, daß der Film hier noch in einer ganz anderen Tradition des Filmemachens steht. Wenngleich man die Mechanismen und Ideen von Die Maske des Zorro nicht überinterpretieren sollte, so sind es vor allem die handwerklichen, die den Film ganz klar von heutigen Blockbustern abgrenzen würden. Nun spielt Antiono Banderas seine Figur mit viel Witz und nimmt sie vielleicht nie zu ernst. In dieser Hinsicht würden sich James Gunn, Rian Johnson oder Taika Waititi sicherlich auch erfreuen. Doch der Film weiß auch, wann seine Hauptfigur einfach mal den Mund halten sollte. Viel eher sprechen dann Degen und gewitzte Blicke, die auch in einer Tradition des Golden Age-Hollywoods stehen. Errol Flynn lässt grüßen. Und Zorro ist mindestens genauso sympathisch. Doch Zorro ist nicht einfach nur ein vertrottelteter Held, sondern gerade in Kombination mit Anthony Hopkins entsteht hier eine unterhaltsame Lehrer-Schüler-Dynamik. Hopkins ist in diesem Film auch über jeden Zweifel erhaben. Natürlich ist das keine wirklich ausdrucksstarke Leistung, doch gerade im Vergleich zu den sonst sehr schurkischen Rollen bietet Diego de la Vega einen starken Kontrast. Ebenso ist Hopkins auch sehr fit und man nimmt ihm hier die Action auch noch zu jedem Zeitpunkt ab.

Die inszenatorische Aufheiterung liegt hier wohl aber auch gut in der eigentlichen Geschichte begründet. Und so stellt Die Maske des Zorro eine eher ungewöhnliche Rachegeschichte in den Vordergrund, nach welcher die Figuren einerseits schon strahlende Helden sind und auf der anderen Seite auch bereit sind, um ihren eigenen Gefühlen Befriedigung zu verschaffen, sich zu rächen. Die Motivation eines Helden ist das sicherlich nicht. Gleichsam steht der Film aber auch für extrem schöne Actionsequenzen, die sich nicht nur auf reine Kämpfe mit Degen reduzieren. Da wird geschossen und es knallt ganz schön laut. Doch vor dem Hintergrund echter Sets funktioniert auch der Transport in die vergangene Zeit gut. Eine verwackelte Kamera müsste man hier schon suchen und Campbell ist gut darin seinen Kämpfen durchaus Spannung aber auch Witz zu geben. Darüber hinaus hat der Film auch den Anspruch, große Szenen zu bieten, in denen man sich nicht sattsehen kann. Das heißt aber nicht, dass hier Massenschlachten ins Zentrum gerückt würden. Sehr wohl findet da aber eine großartige Abwechslung statt, die heute vielleicht seltener zutage kommen würde. Zumal das Genre ja sowieso kaum noch eine Auswertung erfährt, hat dieser Film somit auch eine gewisse Einzigartigkeit zu sich.

Wenn der Die Maske des Zorro unter etwas leidet, dann ist es die Spielzeit. Viel zu lange und viel zu viel Zeit ohne Action stimmt dann etwas traurig. Davon abgesehen kann der Film durch eine simple und richtige Metapher überzeugen, während der Film ausdrucksstarke Actionsequenzen in den Vordergrund rückt, die ein Genre zelebrierten, welches es eben nicht mehr gibt. Schauspielerisch ist das solide und sehr charmant.

Die Maske des Zorro Bewertung
Bewertung des Films
710

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