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Drachenreiter

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Prädikat: besonders wertvoll

Drachenreiter Kritik

Drachenreiter Kritik
1 Kommentar - 27.09.2020 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).
Drachenreiter

Bewertung: 4 / 5

Drachenreiter ist ein in Deutschland produzierter 3D-Animationsfilm, der den Vergleich mit den Werken großer internationaler Studios nicht zu scheuen braucht. Regisseur Tomer Eshed zeigt in seinem Debütfilm so viel Selbstvertrauen, dass er diese Konkurrenzsituation und das Problem, dass vor einigen Jahren mit Drachenzähmen leicht gemacht ein thematisch ähnlicher Film Erfolge feierte in einigen Szenen selber thematisiert:

Drachenreiter spielt zwar in einer Fantasiewelt, in der Drachen und andere Wesen aus Sagen und Märchen leben, aber dort gibt es auch ein Kino, in dem gerade ein Film mit einem Jungen, der auf einem fliegenden Drachen reitet, Premiere hat. Dieser selbstreferentielle Dreh bereitet darauf vor, dass sich Eshed, ähnlich wie Cornelia Funke, auf deren Weltbestseller der Film lose basiert, bei vielen bekannten Geschichten und Mythen bedient. So gibt es einen Dschinn, der Wünsche erfüllt wie in einer Geschichte aus "Tausendundeine Nacht", ein drachenfressendes Maschinenmonster, das an die Transformers erinnert und der "Saum des Himmels", in dem die Drachen für immer in Frieden leben können, ist eine Variation des paradiesischen Shangri-La im Himalaya.

Trailer zu Drachenreiter

Mit diesen Versatzstücken wird hier einfallsreich und voller Selbstironie die Geschichte von drei jungen Freunden erzählt, die sich auf ihrer abenteuerlichen Reise immer mehr zusammenraufen. Der tollpatschige Silberdrache Lung, das aufmüpfige Koboldmädchen Schwefelfell und der schlitzohrige Waisenjunge Ben fliegen dabei um die halbe Welt und begegnen in Afrika einem Tierschützer sowie in Indien einer weisen Frau. Beide Begegnungen zeigen, dass es Hoffnung für die vom Aussterben bedrohten Drachen gibt, denn sie bestätigen Lungs Überzeugung, dass "nicht alle Menschen böse sind".

Das Drehbuch ist dramaturgisch ausgefeilt und so wird das Publikum ständig dadurch überrascht, in welche Richtung sich die Geschichte weiterentwickelt. Neben fliegenden Drachen gibt es auch das Internet als "das große Orakel" und ein kleiner Spion im Rucksack von Ben sorgt zwar dafür, dass der riesige Drachentöter immer auf den Fersen der drei Freunde bleibt, doch er wird dabei auch immer mehr zum Teil ihrer Gruppe.

Der einzige Makel des Films ist die technisch nicht immer perfekte Synchronisation. Dies ist wohl der für das Marketing wichtigen Entscheidung geschuldet, dass statt professioneller Sprecher einige bekannte YouTuber den Identifikationsfiguren ihre Stimmen geben. Drachenreiter ist ein mit Witz, Tempo und viel Herz inszenierter Familienfilm mit einer 3D-Animation auf dem Niveau der besten und teuersten internationalen Großproduktionen.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

Drachenreiter Bewertung
Bewertung des Films
810
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1 Kommentar
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Optimus13 : : Sith-Lord
10.10.2020 09:34 Uhr
0
Dabei seit: 09.08.16 | Posts: 1.423 | Reviews: 2 | Hüte: 91

Ich wusste zwar, dass dieser Film irgendwann kommt, aber in letzter Zeit habe ich den total aus den Augen verloren. Durch den MJ-Wochenrückblick bin ich also eher zufällig auf diese Kritik gestoßen.

Drachenreiter von Cornelia Funke habe ich als Kind geliebt, ich habe es mindestens dreimal gelesen und kenne es immer noch so gut wie auswendig. Die erschaffene Fantasiewelt ist fantastisch (kleines Wortspiel, höhö) und die Charaktere super. In diesem Trailer habe ich auch alle wichtigen Szenen des Buches wiedererkannt, sehr schön! Möglicherweise mal eine ordentliche Buchverfilmung im Gegensatz zu der fürchterlichen Verfilmung zu Tintenherz, einem weiteren Buch, das ich liebe.

Schade bloß, dass dies keine Realverfilmung geworden ist. Auch wenn die Animationen hochwertig erscheinen, ist mir der Stil zu kindlich. Klar, es ist ein Kinderbuch, trotzdem wäre der Reiz einer Realverfilmung einfach sehr groß. Außerdem gefällt mir das Design von Nesselbrand überhaupt nicht und er kommt überhaupt nicht bedrohlich rüber. Das Buch ist voller toller Zeichnungen, an denen man sich orientieren hätte können.

Sehr schön aber, dass so tolle Szenen wie die Begegnung mit der Seeschlange, dem Vogel Rock und dem Dschinn übernommen wurden.

Trotz der genannten "Kritikpunkte" werde ich den Film irgendwann anschauen, das könnte trotzdem ein toller Nostalgieritt werden.

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