Dunkirk

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Dunkirk Kritik

Dunkirk Kritik
0 Kommentare - 04.01.2018 von Silencio
In dieser Userkritik verrät euch Silencio wie gut Dunkirk wirklich ist.
Dunkirk

Bewertung: 3.5 / 5

Die Nazis haben die alliierten Truppen in der französischen Stadt Dünkirchen in der Zange. Der einzige Ausweg führt über das Meer. Die Briten sehen sich vor der schier ausweglosen Aufgabe, mehr als 300.000 ihrer Soldaten über die See zu evakuieren. Während ein britisches Soldatengespann händeringend versucht zu flüchten, macht sich die RAF auf, der deutschen Luftwaffe Paroli zu bieten und so den Weg für die Rettungsschiffe und -bote freizuhalten. Außerdem macht sich ein Vater/Sohn-Gespann auf, mit ihrem Kutter so viele Soldaten wie möglich zu retten.

Trailer zu Dunkirk

„Dunkirk“ ist eine Art Projekt aus Leidenschaft für Christopher Nolan, das er jahrelang versuchte auf die Beine zu stellen. Für ihn unüblich, ist er ausnahmsweise ohne seinen Bruder Jonathan unterwegs und somit Regisseur sowie Drehbuchautor in Personalunion. Als Brite dürfte ihm die Schlacht um Dünkirchen und die anschließende Evakuierung ein patriotisches Anliegen gewesen sein. Diese ist nämlich einer der Wendepunkte des Zweiten Weltkrieges: militärisch eine Niederlage, moralisch aber als einer der größten Siege anerkannt, war es die Evakuierung, die Churchill den Appell an das britische Durchhaltevermögen ermöglichte und das Königreich im Krieg hielt.

Als Verfilmung der Operation Dynamo präsentiert sich „Dunkirk“ allerdings nicht als konventioneller (Anti-)Kriegsfilm, vielmehr wird das Augenmerk auf die menschliche Komponente gelegt. Von dieser Perspektive betrachtet, verwundert es auch nicht, dass auf Feuergefechte, Blut und andere typischen Zutaten verzichtet wird. Nolan geht es mehr darum, eine bedrohliche Atmosphäre heraufzubeschwören, den Horror des Krieges durch die Augen seiner Protagonisten fühlbar zu machen. Statt den gewohnt ruhigen Bildern, setzen Nolan und Kameramann Hoyt van Hoytema, der Nolan bereits bei „Interstellar“ zur Seite stand, deshalb auch auf Handkamera und den gehäuften Einsatz von Medium Close Ups, der Zuschauer soll sich mittendrin fühlen und die Emotionen der Charaktere lesen. Die Darsteller machen ihren Job diesbezüglich sehr gut. Allen voran muss man wohl Tom Hardy hervorheben, der weite Teile seiner Darstellung hinter Pilotenbrille und Sauerstoffmaske verbringt, die Situation aber trotzdem mit seinen Augen verkauft. Er beweist mal wieder, dass er einer der besten arbeitenden Schauspieler ist.

Wenn man jedoch die gewöhnlichen Topoi des Kriegsfilms weglässt, muss man andere Wege finden, die Spannung aufrechtzuerhalten. Nolan erreicht dies, indem er mit verschiedenen Zeitebenen arbeitet und auf diesem Weg die Schicksale seiner Charaktere entweder verschleiert, oder vorwegnimmt. Erst mit dem Beginn des dritten Aktes setzt sich das Puzzle dann zusammen und der Film folgt einem halbwegs chronologischem Gefüge. Das müht ob seiner Komplexität schon Respekt ab, hat aber neben der Spannung eigentlich keine narrative Funktion. Problematisch gestaltet sich insoweit ebenfalls, dass die Charaktere trotz aller bemühten Unmittelbarkeit blass und auf Abstand bleiben. Ihre Gestaltung kann wohlwollend als reduziert, ablehnend aber auch als mäßig bezeichnet werden. Nolan scheint seinem Instinkt an dieser Stelle auch nicht zu trauen, die Spannung wird künstlich durch Hans Zimmers dauerhaft im Hintergrund ablaufenden Score am Leben gehalten. Dass Zimmer bei „Dunkirk“ Motive verwendet, die denen in seinem „Blade Runner 2049“-Soundtrack mehr als ähneln und die stark von Vangelis beeinflusst zu sein scheinen, stört dabei zusätzlich.

Und so geht es in „Dunkirk“ auch nicht um wesentlich mehr, als um das Überleben an sich, den Appell an die Menschlichkeit und das Durchhaltevermögen. Wer eine tiefer greifende Auseinandersetzung mit Krieg, seinen Auswirkungen auf den Menschen und den Fragen der menschlichen Existenz als solcher sucht, steht hier auf verlorenem Posten. Das bleibt aber auch nicht aus, wenn man auf Darstellungen des Krieges selbst verzichtet, ja nicht mal einen gegnerischen Soldaten bis kurz vor Schluss (und dann außer Fokus) zeigt. Stattdessen setzt Nolan dem Mythos Dünkirchen ein Denkmal, das handwerklich beeindruckend aber letztendlich leer ist. Da macht das Ende mit einem von Nolans Lieblingsthemen, der ehrbaren Lüge, nicht mehr viel wett.

Dunkirk Bewertung
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710
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