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Gremlins 2 - Die Rückkehr der kleinen Monster

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Gremlins 2 - Die Rückkehr der kleinen Monster

Gremlins 2 - Die Rückkehr der kleinen Monster Kritik

Gremlins 2 - Die Rückkehr der kleinen Monster Kritik
0 Kommentare - 23.10.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Gremlins 2 - Die Rückkehr der kleinen Monster" ist.

Bewertung: 4.5 / 5

Einige Jahre nach dem die Gremlins die Heimatstadt von Billy (Zach Galligan) und Kate (Phoebe Cates) in Schutt und Asche gelegt haben, ist das Paar nach New York gezogen und arbeitet in einer großen Firma unter dem Medienmogul Daniel Clamp (John Glover). In dessen Forschungslabor kommt der Mogwai Gizmo (Howie Mandel) mit Wasser in Berührung und so schlüpfen nach und nach immer mehr bösartige Mogwais und verbreiten sich in der Stadt. Nun versuchen Billy und Kate sie aufzuhalten.

Fortsetzungen haben einen sehr schweren Stand in Hollywood. Es gibt Filme, die sind zu gut, um wahr zu sein. Wie etwa Blade Runner (1982), Der Prinz aus Zamunda (1988), oder auch Star Wars: Episode IV – Eine neue Hoffnung (1977). Diese Filme haben mal mehr, mal weniger großen Einfluss auf das Hollywoodsystem genommen und konnten über die Jahre hinweg, mit mal mehr, mal weniger verspäteten Fortsetzungen aufwarten, die auch ab und an den Ruf hatten, wesentlich besser als das Original zu sein. Natürlich immer streitbar und immer subjektiv. Im Falle von Gremlins – Kleine Monster (1984) ließ eine Fortsetzung ganze sechs Jahre auf sich warten. Das ist natürlich kein Vergleich zu gewissen anderen Filmen, die erst nach etlichen Jahrzehnten fortgesetzt wurden. Doch mit Gremlins 2 – Die Rückkehr der kleinen Monster schuf Regisseur Joe Dante den Beweis dafür, daß Fortsetzungen sehr wohl besser sein können, als ihr Original. Die Komplexität eines Films macht sich indes so richtig erst deutlich, wenn man sich mit den vielen Ebenen hinter dem Werk befasst. Das Handwerk, die Aussage, das Spiel und viele weitere Komponenten kommen hinzu und sorgen letztlich dafür, daß man mal mehr, mal weniger objektive Aussagen über einen Film treffen kann. Im Prinzip ist mit diesem Werk auch ein Film entstanden, der weit über gewöhnliche Filmmuster hinausgeht und eigentlich als reine Mediensatire verstanden werden kann. Viel zu überdreht, viel zu anarchisch und viel zu wahnwitzig wirken die agierenden Gremlins innerhalb der Geschichte.

Dabei trifft Gremins 2 – Die Rückkehr der kleinen Monster irgendwie den Puls der Zeit. Die Hauptfigur Billy arbeitet mittlerweile in New York unter dem Medienmogul Daniel Clamp. Was genau die Firma dabei noch mit ethisch extrem fragwürdigen Experimenten an Lebewesen zu tun hat, sei mal dahingestellt. Und was eigentlich ziemlich sinnlos wirkt, ist indes aber genau der Kern der Geschichte. Denn das Werk nimmt in vielerlei Hinsicht die dystopischen Vorstellungen einer ständigen Überwachung durch den Staat vorweg. Nun ist das hier kein Staatsapparat, der die Bürger überwacht, sondern ein Medienunternehmen, daß sich als Freund der Arbeitnehmerschaft instruiert. Da werden ständige Rivalitäten und Konkurrenzen aufgezeigt, die dann aber durch einen Handschlag und ein müdes Lächeln bei Seite gelegt werden. Inmitten dieses Silicon Valley-Verschnitts arbeitet Billy Peltzer nun. Interessant ist, daß er zudem von seiner Vorgesetzten Marla Bloodstone extrem drangsaliert wird. Warum das interessant ist? Nun, das liegt ganz klar an der Machtstruktur, aber auch den Geschlechterrollen. Wenn man mit einem Menschen intim wird, der für einen arbeitet, hat das immer etwas Heikles. Nicht, daß das zwangsläufig immer etwas im Karriere-Segment bedeuten muss, aber sowas unterliegt grundsätzlich einer Wertung durch Außenstehende. Wenn man aber das Geschlecht noch umdreht, und im Falle der Figur Marla Bloodstone sogar sexuell übergriffig wird, dann muss man sich an der Stelle fragen, warum es da keinen Aufschrei gibt. Denn tatsächlich besagt ein klassisches Stigma ja auch, daß Männer keine sexuelle Belästigung oder gar schlimmeres erfahren können. Und ja, es ist wohl richtig, daß es eher Frauen betrifft. Zudem haben es Männer, vornehmlich weiße Männer, im Leben einfacher. Doch wenn man den Dunkelziffern glauben darf, könnte das sogar ob des reinen Verständnisses für das Thema, durchaus ein größeres Problem sein.

Die Rahmenbedingungen um Gremlins 2 – Die Rückkehr der kleinen Monster sind eigentlich ein Novum in Hollywood, denn Joe Dante hatte mit seinem Film absolute kreative Freiheit. Und man merkt das dem Film an. Es mag sein, daß dabei vielleicht kein besonders stringenter Film herauskommt. Schließlich ist die Geschichte absolute Nebensache. Doch wie dieser Film es schafft, am laufenden Band, auch immer noch aktuelle Themen unserer Gesellschaft anzusprechen, ist zum einen erschreckend und zum anderen bemerkenswert. Da werden dann etwa Themen wie Transidentitäten, sexuelle Übergriffigkeit, der Einfluss von Medien, oder auch popkulturelle Phänomene aufgegriffen. Der Film entzieht sich quasi der herkömmlichen Wertung, weil er ein Sequel ist und eigentlich gar nicht existieren möchte. Nun könnte man das natürlich mit der Hyperironie moderne Werke um Rian Johnson oder Taika Waititi vergleichen, doch während deren ironische Brechungen nur das Ziel haben, dem Zuschauer Sicherheit zu vermitteln, greift Joe Dante das System Hollywood an. Und zwar indessen, daß die Fortsetzung infrage stellt, warum es Fortsetzungen überhaupt gibt. Dabei erlaubt er sich auch am laufenden Band Filmzitate und zeigt sogar Ausschnitte aus Filmen wie Rambo (1982). Dies mag zunächst recht willkürlich wirken, ist aber im Gesamtkontext der aufgemachten Verweise alles andere als willkürlich. Auch darf man das nicht verwechseln mit irgendeiner Romantisierung, nach welcher Fortsetzungen generell nie an ein Original heranreichen.

Und das stimmt in diesem Falle ja auch nicht, weil der Film das Konzept Gremlins weiter denkt und sie in einen ganz anderen Kontext verfrachtet. Dabei bekommen diese Wesen nun einen ganz eigenen, total zynisch, satirischen Charakter, der voller Anarchie steckt. Unterdessen spült der Film vielleicht sein einiges Manko an Land, indem er einen Beziehungskonflikt relativ breit gefächert und zentral in Szene setzt. Das ist dann eben klassischer Hollywood-Kitsch, der auch gar nicht so recht mit dem, was der Film eigentliche erzählen will, zusammenpasst. Das reißt hin und wieder auch von den eigentlich sonst so wichtigen und interessanten Themen der Geschichte heraus. Und daß sich dieser Film ab und an nicht ganz sicher ist, in welche Kategorie er nun schließlich gehört, zeigt sich indessen auch am Casting von Christopher Lee, einer Horrorfilmikone, die hier sogar durch ihr eigenes Thema nochmals hervorgehoben wird. Inwieweit man damit dann doch wieder nur nostalgisch ist, oder sich gar mehr an alte Zeiten, in denen es noch um Kunst ging, erinnern möchte, ist letztlich Deutungsfrage. Doch Spaß macht das in jedem Fall.

Auch wenn es nicht wirklich um Geschichte geht, ist Gremlins 2 – Die Rückkehr der kleinen Monster eines der wichtigsten Werke der 1990er Jahre. Der Blick auf die industrielle Entwicklung lässt sich super auf viele Industriebereiche, inklusive Hollywood, übertragen. Dabei denkt der Film aber nicht nur dieser Ebene weiter, sondern legt eine groß angelegte Satire, mitsamt neuen Gesichtspunkten auf die titelgebenden Tiere auf. Und das ist teils bitterböse und super unterhaltsam.

Gremlins 2 - Die Rückkehr der kleinen Monster Bewertung
Bewertung des Films
910

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