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Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu

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Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu Kritik

Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu Kritik
0 Kommentare - 15.01.2011 von Moviejones
Wir haben uns "Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.

Bewertung: 2 / 5

Als Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu vor einiger Zeit von 20th Century Fox angekündigt wurde, ahnten wir, ohne davon gehört zu haben, dass bestimmt Jack Black die Hauptrolle spielen wird. Es kam so und das Ergebnis der Dreharbeiten liegt nun vor. Statt Jonathan Swifts klassischen Roman originalgetreu umzusetzen, entschied man sich für eine Überarbeitung und verlegte die Handlung in die Moderne.

So spielt Jack Black den Verlierer Gulliver, der in seiner Firma seit zehn Jahren als Postbote arbeitet. Briefe austragen und nicht reden, das ist sein Motto. Leider macht er das auch so mit seiner Flamme Darcy Silverman (Amanda Peet). Das ändert sich jedoch schlagartig, als er eines Tages in ihrem Büro steht und sich schon bald um Kopf und Kragen redet. Er stellt sich als großen Reiseexperten dar und ehe er es sich versieht, verpasst ihm Darcy einen Auftrag, der ihn ins Bermuda-Dreieck führt. Diesem kommt Gulliver auch gleich nach. Als dann jedoch die Instrumente ausfallen und er sich in einem Unwetter wiederfindet, kentert sein Boot und Gulliver landet auf der Insel Liliput. In dessen aristokratischer Gesellschaft sind alle Menschen erstaunlich klein und Gulliver kommt sich zum ersten Mal richtig groß vor. Nach anfänglichen Zweifeln schließen die Liliputaner Gulliver schnell in ihr Herz, denn er rettet nicht nur die Prinzessin vor Entführern, sondern auch den König vor dem Flammentod. Dank einer großzügigen Abwandlung seiner Lebensgeschichte wird Gulliver bald als Held angesehen, der aus einem fernen Land kam. Einzig Oberbefehlshaber Horatio frisst Gulliver nicht aus der Hand, sieht er doch das Königreich in Gefahr und auch seine angebetete Prinzessin...

Positive Punkte an Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu benennen ist nicht leicht. Den Film als ideenlose Standardkost zu bezeichnen, wäre recht geschmeichelt. Hier wird einmal mehr versucht, mit möglichst wenig Anstrengung und kreativer Arbeit, den Zuschauer über den Tisch zu ziehen. Abgesehen davon, dass wir Gulliver in der heutigen Zeit für einen selten dämlichen Namen halten (aber um den Schwenk zur literarischen Vorlage hinzubekommen, sei's drum), macht Black diesem alle Ehre. Er ist der personifizierte Versager, der im Laufe des Films seine inneren Werte entdeckt, oder auch einfach nur den Jack Black in sich - denn wirklich unterscheiden kann man Blacks Darstellung von Gulliver zu vielen anderen Figuren in seiner Schauspiellaufbahn leider nicht. Black muss langsam aufpassen, sich nicht zum Kassengift in Hollywood zu entwickeln und damit das gleiche Schicksal wie Will Ferrell zu teilen, dessen Filme auch vermehrt kein Publikum finden.

Natürlich ist an Gullivers Reisen nicht alles Käse. Der Film hat durchaus seine Momente. Die Tricks sind durchgängig auf einem gehobenen Niveau und schön anzusehen. Auch gibt es manche Gags, die nicht übel sind. Dies sind vor allem die Stellen, in denen Gulliver bekannte Filme der Popkultur auf sich münzt. Da wird Darth Vader zu seinem Vater, Yoda sein Vizepräsident und dann war da noch was mit der Titanic und anderen Filmen aus dem Hause 20th Century Fox. Selbst Prince taugt mit "Kiss" zur Bekundung der Liebe, was will der Zuschauer da mehr? In erster Instanz vermutlich einen guten Plot und an dem mangelt es an allen Ecken und Enden. Zwar greift Gullivers Reisen viele bekannte Momente aus Teil 1 und 2 von Swifts Geschichten auf, daher darf sich auch Black einmal kurz ganz klein fühlen, aber bis auf eine sehr freie Adaption und den Wiedererkennungswert einiger Szenen zum Buch hat der Film wenig mit der Vorlage gemein. Wenn Gulliver eine Reise tut, dann kann er was erleben. Was das ist, bemerkt der Zuschauer sehr schnell und dazu muss er nicht zwingend tiefgreifendes Wissen über die Buchvorlage haben. Doch spätestens wenn Emily Blunt als Prinzessin auf der Leinwand erscheint, merkt man, dass was schief läuft. Eigentlich eine talentierte Schauspielerin, konnten wir uns des Eindrucks nicht erwehren, dass sie sich sträubt in diesem Film mitspielen zu müssen. Sie hätte wohl lieber Black Widow in Iron Man 2 und The Avengers gemimt, bevor sie zu Gullivers Reisen aufgrund vertraglicher Vereinbarungen gezwungen wurde.

Kurzum, der Film ist diese typische Komödie, die einfach hätte besser sein können, wenn man nicht auf Standardzutaten gesetzt hätte. Nichts gegen eine Modernisierung, aber mehr spricht dafür, die Geschichte so zu erzählen wie sie eigentlich ist. Da aber Swifts satirische Gesellschaftskritik über die Jahrhunderte bereits mehrfach entschärft und zu einem Kinderbuch degradiert wurde, ist Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu vielleicht auch einfach nur der nächste logische Schritt, wie zukünftig mit diesem Werk umgegangen wird. Es ist auch erstaunlich, dass die ganzen Kinder, die dieses Mal der Vorführung beiwohnten, sich über den Vorfilm mit Eiszeitnager Scrat kaputtlachten, beim Hauptfilm aber selten auch nur ein Ton zu hören war. So taugt Gullivers Reisen für einen Kinobesuch selbst mit Kindern leider herzlich wenig, es sei denn, man möchte unbedingt mal wieder unter Leute und im Dorfkino läuft gerade nix anderes. 2 von 5 Hüten für Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu, bei dem man aber zwei Augen zudrücken muss.

Gullivers Reisen - Da kommt was Großes auf uns zu Bewertung
Bewertung des Films
410
DVD & Blu-ray

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