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Halloween Ends

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Halloween Ends Kritik

Halloween Ends Kritik

Halloween Ends Kritik
0 Kommentare - 28.10.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Halloween Ends" ist.
Halloween Ends

Bewertung: 3 / 5

Vier Jahre nach dem Massaker in Haddonfield leben Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) und ihre Enkelin Allyson (Andi Matichak) gemeinsam in einem Haus. Michael Myers (James Jude Courtney) wurde seit dieser Zeit nicht mehr gesehen und gerät langsam in Vergessenheit. Als Allyson den jungen Corey (Rohan Campbell) kennenlernt, verliebt sie sich in ihn. Doch diese Liebe ist unerwünscht, den Corey wird von den Bewohnern des Ortes beschuldigt, ein kleines Kind ermordet zu haben...

Der Schrecken ist vorbei, all die Gräueltaten, die man sich filmisch ausmalte und im Zuge dieser Folter von Trilogie ertragen musste, haben nun in Halloween Ends ein Ende gefunden. Es ist erschreckend, es ist ein Ende mit Schrecken und irgendwie ist es genau das, was dieses Franchise brauchte. Nachdem in Halloween Kills (2021) jedwede Spannung und Unterhaltung zugunsten von abartiger Gewalt platz gemacht hat, ist Ruhe in Haddonfield eingekehrt. Michael Myers ist fort und alles ist Friede, Freude und Eierkuchen. David Gordon Green und seine Ko-Autoren verlagern den Fokus der Geschichte, auf eine ganz neue Figur und ein ganz neues Genre. Mit der Figur des Corey Cunningham lernt der Zuschauer hier eine als tragisch ausgelegte Gestalt kennen, die sich in altbewährten Mustern aus dem Klischeetopf zu etwas mausert, was eben ganz klar, die Schuld der Gesellschaft ist. Ohnehin scheint, daß ein Thema der Filme zu sein. Stellte nach Aussagen von Jamie Lee Curtis der Lynch-Mob, der Michael Myers in Halloween Kills zur Strecke bringen sollte, noch die Trump-Anhänger da, so spiegelt dieser Teil einen typischen Highschoolfilm. Die krassen Teenager, die den armen Nerd zu Brei schlagen, weil der böse Papa ihnen nie die Aufmerksamkeit schenkte, die sie eigentlich in ihrem narzisstischen Dasein gerne gehabt hätten. Herrlich. Vielleicht ist das eine treffende Parabel, um den Zustand des Halloween-Franchises zu verdeutlichen. Denn während diese Trope so alt und abgedroschen wirkt, könnte man auch sagen, daß es diese Filme sind.

Trailer zu Halloween Ends

Ja, mit Halloween Ends haben sich die Autoren nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Denn alles, was daneben der Absurdität stattfindet, ist einfach nur dumm. Dieser Film ist dumm, weil er einen total dämlichen, absolut konstruierten Unfall zum Aufhänger der Geschichte macht. Wenn man das analytisch betrachtet, dann weiß man gar nicht, was man mit dem Film anfangen soll. Ein Babysitter lässt ein Kind fallen und schwups, haben wir da ein gebranntes Kind. Spricht sich das nun für Pädagogen aus, spricht sich da gegen vernachlässigende Eltern aus. Wo ist die Schuld? Denn eines ist gewiss, die Schuldfrage ist ein Kernthema der Geschichte. Doch zu klären vermag der Film das nicht. Dann wird sich halt ausgesprochen, einmal Sorry gesagt und das wars im Endeffekt. Halloween Ends ist ein Film, der eigentlich viel zu doof ist, um ihn als großen Kinofilm zu bepreisen. Denn auch die tragischen Momente und der Fall eines vermeintlichen Antihelden, sorgen viel mehr für große Gelächter, als daß es zu gruseln vermag. Das merkt man dann ganz deutlich an vielen kleinen Versatzstücken, die der Film so prominent in den Mittelpunkt rückt. Ohnehin weiß dieser Film nie so recht den Fokus zu legen. Da hat man dann einen jungen Mann, der durch irgendeinen faulen Zauber plötzlich zum Serienmörder wird und einfach so zu Michael Myers gebracht wird. Doch wie Myers da verweilt, ist nicht klar. Wie er dahingekommen ist, ist nicht klar. Und der absolute Höhepunkt dieser ganzen Farce ist, daß man unendlich viel Zeit damit aufwendet, Myers als überirdisches Wesen zu inszenieren, – Wie sonst, sollte man so überleben – um ihn dann doch zum Finale hin, zu einem reinen Menschen zu machen. Was denn nun?


Es fällt stark auf, daß diese Trilogie ohnehin ein Fokusproblem hat. Da werden dann immer wieder einzelne Schicksale von irgendwelchen Bürgern von Haddonfield zum Thema, die eigentlich niemanden interessieren. Machte man sich im Vorgänger noch die Mühe, mit Rückblenden darauf zu verweisen, wer nun wer ist, so hat man dies auch schon längst wieder vergessen. Dabei ist das übergreifende Thema eines, welches man ganz klar der Postmoderne zuschreiben muss. Denn dieser Film konstruiert ganz ungelenk eine Coming-of-Age-Geschichte um Lauries Nichte Allyson und den verschrobenen Corey Cunningham. Omi hat dafür gesorgt und deshalb verlieben sie sich, weil. Sie kommen zusammen, weil. Allyson zieht bei Omi aus, weil und so weiter und so fort. Es ist fast schon pathologisch, wie wenig dieser Film seinem Zuschauer in Sachen Handlungsweisen der Figuren erklärt, nur um dann das Böse lang und breit zu entmystifizieren. Postmodern eben. Und das ist einfach herrlich schlecht geschrieben. Allein schon, wenn sich Corey in einer mehr als latent inzestuösen Beziehung zur eigenen Mutter befindet. Ja, Freud lässt grüßen. Und alles nur, damit der Zuschauer aber nun wirklich auch versteht, was in den Figuren vor sich geht. Das Ganze ist so billig, aber es macht Spaß, weil der Film das tatsächlich diesmal auch mit einer Menge Ironie verkauft. Waren die Tötungen im Vorgänger brutal, um der Brutalität willen, sind sie hier wieder cartoonesk, oder einfach so überspielt, daß man die Gewalt nicht mehr ernstnehmen kann. Da ist also dieser schmale Grat zwischen Lachen und Gruseln, den auch dieser Film hier nicht gänzlich zu balancieren weiß.

Michael Myers kommt in all dem Treiben ein wenig kurz. Das soll wohl die Überraschung, über die Tatsache, daß er in dem Film auftaucht übertünchen? Oder so. Sozusagen als Ausgleich kommt aber auch Laurie Strode wieder sehr kurz, was schade ist, denn Jamie Lee Curtis spielt ziemlich gut. Am Cast jedenfalls liegt es nicht. Auch die in den Vorgängern relativ unscheinbare Andi Matichak kann hier tatsächlich beweisen, daß sie spielen kann. Natürlich immer noch unter einem äußerst dummen Skript. Aber ja, Talent ist vorhanden. Und man muss sagen, daß der sonst eher stümperhafte David Gordon Green zumindest hier mal ein oder zwei nette Bilder einfangen kann und tatsächlich diesmal die sehr gewollte Komik auch in den Vordergrund rücken kann. Etwas gelernt scheint er zu haben. Zudem scheint er als einer der wenigen Regisseure in Hollywood verstanden zu haben, wie man altgediente Fans mit einem Finale nicht komplett anpisst. Insofern Hut ab an der Stelle. Natürlich kann man ähnlich gutes auch über die Musik und die Kameraarbeit sagen.

Kurz gesagt ist Halloween Ends eben das, was seine Vorgänger nicht waren: unterhaltsam. Endlich hat man verstanden, wie dumm eigentlich das Konzept ist und völligen Nonsens daraus gemacht. Die Eingabe durch einen anderen Fokus ist sehr erwünscht, weil es dann wenigstens mal eine Geschichte zu erzählen gab. Doch insgesamt thront weiterhin über allem ein ganz klarer Trash.

Halloween Ends Bewertung
Bewertung des Films
610

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