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Happy Deathday

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Happy Deathday Kritik

Happy Deathday Kritik

Happy Deathday Kritik
0 Kommentare - 21.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Happy Deathday" ist.
Happy Deathday

Bewertung: 3 / 5

Die junge und unsympathische Studentin Tree (Jessic Rothe) wacht am Morgen ihres Geburtstags auf und findet sich im Zimmer von Carter (Israel Broussard) wieder. Sie erinnert sich nicht wirklich, wie sie dort gelandet ist und noch dazu, wird sie am Abend von einem maskierten Unbekannten ermordet. Doch statt ins Jenseits oder bloße Nichts zu gleiten, wacht Tree immer wieder an der gleichen Stelle auf und ihre Erlebnisse wiederholen sich.

Wann ist ein Film kreativ? Wann ist er spannend und nicht nur ein Gimmick? Nun, daß ist eine Frage, die vielleicht aus einem falschen Ansatz und Blickwinkel resultiert, aber dennoch in weiten Teilen nicht unwichtig ist. Gerade auch, wenn man eben schon sehr viele Filme kennt. Am Beispiel von Happy Deathday ist das zu erkennen und man fragt sich, ob es ein Kunstwerk ist, wenn man den Geburtstag in den Todestag verwandelt. Es wird ja einfach nur umgedreht. Die Bedeutung dessen, was den Geburtstag ausmacht, rein philosophisch gesehen auch, ist ja schon ziemlich eindeutig. Ähnlich der Rolle der Mutter in der Kunst, doch dann wiederholt man sich und ab dem Punkt, wird dieser Film nämlich ob seines Gimmicks zu einem Film, der eben klassischer kaum sein könnte. Ein Zeitschleifen-Film. In meinen Augen nie ein besonders prickelndes Erlebnis, weil man natürlich das Glück und das Pech zugleich hat, die gleichen Dinge in unterschiedlichen Variationen zu erzählen. Und das schleppt sich, gerade zu Beginn, wenn es darum geht, dem Zuschauer den Regeln des Films zu erläutern. Man denkt, auch ob der Figuren im Film, besser gesagt einer arschlöchigen Hauptfigur sofort an Und täglich grüßt das Murmeltier (1993). Rein thematisch denkt man dann an Lola rennt (1998) oder eben Edge of Tomorrow (2014), wobei letzterer, das schon besser gelöst hat.

Und dann kommt die Ernüchterung, bei der Regisseur Christopher Landon zustande. Denn sein Film deutet sich nur das Zitieren an, er lebt es. Nicht nur eine Zeitschleife, sondern auch als Hommage an Scream – Schrei! (1996) kann man diesen Film verstehen und man hat damit aber auch das Problem, daß sich der Film nie wirklich eine eigene Identität schaffen kann. So kann man natürlich auch Wes Cravens Klassiker vorwerfen, er sei nicht mehr als ein Zitat, doch das stimmt eben nicht und hier hadert Happy Deathday mit einigen, weiteren Problemen. Diese sind etwa darin zu finden, daß er es nicht schafft interessante Figuren zu präsentieren, weil eben auch hier wieder nur Klischees reproduziert werden, die man aus anderen Filmen bereits kannte und auch am Härtegrad muss man sagen, kann man sich sehr schnell stören. Nun heißt das nicht, daß der Film damit eine vollendete Katastrophe wäre, doch es fehlt ihm halt an fast allem, was Kunst und Produkt voneinander trennt. Denn auch kann man natürlich schnell argumentieren, daß wenn man glaubt keine Aussage zu finden, diese wiederum einfach nicht verstanden wurde. Ja, es gibt eine Aussage und diese begründet sich einfach damit, daß man nett sein soll. Doch tiefsinnig, wie etwa in anderen Werken oder sie es auch zunächst nur eine Persiflage und Hommage wie im Falle von Cravens Klassiker, ist das alles eben nicht und damit eben auch einfach ein wenig banal.

Aber genug der Schelme. Happy Deathday hat an sich gar nicht den Anspruch wirklich gut zu sein, dafür will er viel zu sehr eine Komödie sein. Mitunter funktioniert das auch, es gibt da schon den ein oder anderen Lacher und es gelingt ihm zunächst auch, den Zuschauer ein wenig in die Irre zu führen. Da kommt es eben dann dazu, daß eine Person, die man zunächst für den Ursprung allen Übels hält, eine Finte darstellt. Nun kann man natürlich darüber streiten, ob es genial ist, wenn man dem Film eine solch unoriginelle und dumme Idee zutraut, oder eben nicht. Doch es funktioniert und die Frage nach dem warum, führt den Zuschauer dann auch unweigerlich auf eine falsche Fährte. Wie gesagt, den Figuren fehlt es vielleicht einfach an einer ordentlichen Charakterisierung, denn ansonsten ist das Schauspiel durchaus bemerkenswert. Gerade Hauptdarstellerin Jessica Rothe hat einen gewissen Charme und eine Präsenz, die dafür sorgen, daß man ihr auch weiterhin folgen möchte. Ähnlich verhält sich das mit Israel Broussard, der eben hier den Good Guy gibt und damit wirklich überzeugen kann. Diese Eindimensionalität der Figuren ist natürlich etwas schwierig, wenngleich Landon dann eben auch vereinzelt Momente schafft, die eben über die Figuren hinaus in der Geschichte schon eine Wucht haben und das eben, weil es so einfach gehalten ist. So deutet sich im Verlauf des Films eben eine Vergewaltigung an, die eben dann von weiteren Klischees, also Figurenklischees clever begleitet wird.

Gesellschaftliche Kommentare schafft sich Happy Deathday dann wieder durch das Reproduzieren von Klischees. So etwa die Verbindung zwischen Professor und Studentin, die ja natürlich eben so auch aus jedem anderen Film entnommen ist, aber eben den Antifeminismus im Patriarchat offenlegt. Interessant ist irgendwie, völlig seltsam gar, daß Happy Deathday weder als Slasher, noch als Komödie, noch als Zeitschleifen-Film wirklich originell oder so ist. Auch in so ziemlich allen anderen Belangen kommt der Film nie über Klischees hinaus und dennoch hat er ein straffes Pacing, daß den Film eben nicht von Minute zu Minute wandern lässt, sondern eben recht schnell wegzuschauen ist und daher kann man ihm den fehlenden Inhalt auch wohl recht gut verzeihen.

An großen Vorbildern bedient und ohne großartigen Subtext ist Happy Deathday eben klassische Unterhaltung. Weder besonders ärgerlich, noch besonders berauschend kommt das daher. Klar, es gibt wirklich tolles Schauspiel und der Film hat ein straffes Pacing, was ihm zugutekommt und man vergisst auch dadurch, daß es sich eben um keine besonders gute Idee handelt.

Trailer zu Happy Deathday

Happy Deathday Bewertung
Bewertung des Films
610

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