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The Accountant

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The Accountant Kritik

The Accountant Kritik

The Accountant Kritik
0 Kommentare - 28.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "The Accountant" ist.
The Accountant

Bewertung: 3 / 5

Der Hochbegabte Christian Wolff (Ben Affleck) ist ein besonders in Mathe ein Genie. Doch seit seiner Kindheit leidet er auch an dem Problem, enorm schwer, überhaupt Kontrakte pflegen zu können. Getarnt als Steuerberater, macht er heimlich die Buchhaltung der gefährlichsten Unterweltvereinigungen. Doch der Steuerfahnder Ray King (J.K. Simmons) kommt ihm nach und nach auf die Spur. Deshalb akzeptiert er einen neuen Auftrag, bei dem er die Buchhalterin einer Robotik-Firma, Dana (Anna Kendrick), bei der Aufklärung von Abrechnungsunstimmigkeiten unterstützt.

Etliche Klischees des Thriller-Genres wurden spätestens mit den 1990er Jahren eigentlich zu Grabe getragen. Klar gab es noch diese Filme, wenngleich Werke wie Zodiac – Die Spur des Killers (2007) doch eher Seltenheitswert hatten. Nun zeichnen sich diese Filme in der Regel durch eine verzwickte Geschichte aus, deren Auflösung und Probleme bis ins Mark jeder Gesellschaft erschüttern sollen. Abgründe, Ängste und alles, was die Psyche so gestaltet. In den letzten Jahren scheint aber ein großes Phänomen den Thriller eingeholt zu haben. Nicht nur ist es einfach nicht mehr seine Zeit, auch hat man den Eindruck als seien Geschichten nicht mehr so immersiv und packend, wie sie es einst waren. Viel zu seicht aufgeladen und irgendwie auch ab einem gewissen Zeitpunkt wirklich nur noch unsinnig. Einem solchen Phänomen unterliegt The Accountant, der neben einer absurd peinlichen Darstellung durch Ben Affleck und einer irgendwie nicht mehr ganz so glaubwürdigen Geschichte den Eindruck erweckt, als sei die Krankheit oder Einschränkung, auf die hier angespielt werde, irgendwie auf ein paar kleine Ticks und etliche weitere Klischees zu reduzieren. Nun, dem ist nicht so, denn eine Autismusspektrumsstörung ist eine kaum zu greifende und in den wenigsten Nuancen vergleichbare Krankheit.

Unweigerlich kommt man mit The Accountant an die Grenzen dessen, was man noch glauben kann. Denn Filme reproduzieren Klischees. Klar, daß kennt man schon. Eine aufgeweckte junge Frau entdeckt einen Fehler. Ein Genie enträtselt irgendwelche Formeln und irgendwie ist eine große Verschwörung im Gange. Das ist ja schon so etwas, was man in Zeiten von Edward Snowden durchaus glauben kann, allerdings wirkt dieser Film hier in vielerlei Hinsicht dabei immer so unfreiwillig komisch, daß man ohnehin aus dem ganzen Geschehen rausgeworfen wird. Packend ist der Film dennoch, weil es einerseits ein sich anbietendes Meme-Spektakel ist, was Affleck da in seine Darstellung legt und andererseits eben auch eine gewisse Härte trägt. Hier sterben ab einem gewissen Zeitpunkt einfach Menschen. Und ob das nun Spaß machen sollte oder es doch andere Dinge sind, die einen dann reizen, sei mal dahingestellt. Dennoch gelingt es Regisseur irgendwie eine gewisse Spannung aufkommen zu lassen. Vielleicht weil Afflecks Physis natürlich auch dafür sorgt, daß man erstmal jemanden finden muss, der breit gebauter und größer ist als er, um ihn von diesen Leuten dann verfolgen zu lassen. Ein weiteres Klischee, daß sich dann ebenso anbahnt und irgendwie ganz bald auch wieder verschwindet, ist eine Romanze zwischen den Hauptfiguren. Glaubwürdig ist das nie und es wird aber auch nicht zu einem zweiten Bodyguard (1992).

Sinnig ist die Geschichte nie so wirklich, der Film kann aber durch seinen breit aufgestellten und viel zu guten Cast locker darüber hinwegtäuschen. Anna Kendrick nervt nicht, Affleck ist unterhaltsam. J.K. Simmons, Jeffrey Tambor und John Lithgow machen eben das, was man von ihnen erwartet. Der Film jedoch gehört eigentlich John Bernthal. Dessen Figur ebenso eine unerwartete und schlecht vorbereitete Wendung erfährt, die Bernthal aber dennoch sehr glaubwürdig transportieren kann. Wäre er nicht, wäre The Accountant vermutlich ein weitaus schlechterer Film geworden. Es bleibt immer eine Fokussfrage, die der Film unweigerlich aufwirft. Ob seiner seltsamen Thematisierung könnte man ihn fast als Mathe-Actionfilm bezeichnen, was eine Krönung an sich darstellt. Manche Dinge, selbst neben der Handlung, bleiben dann immer noch ein wenig unklar. Beispielsweise wenn Christian Wolff nach Hause geht, schlechte Musik anmacht, Flimmerlichter laufen und sich ordentlich mit einem Holz gegen die Schienbeine schlägt. Was genau das nun zeigen soll, ist unklar. Ist er ein knallharter Mann? Ist er ein Autist? Oder ist er einfach nur masochistisch veranlagt? Bill Dubuques Drehbuch wirft dabei mehr Fragen auf, als es beantworten kann. Und dann könnte man natürlich auch schnell die Lust daran verlieren, dem Geschehen überhaupt folgen zu wollen. Allerdings ist der Film eben so absurd, daß das eigentlich nicht wirklich passiert.

Die Weichen für einen sehr intelligenten Film wurden allerdings doch gelegt. Ein Skandal in einer großen, zukunftsgewandten Firma. Kapital gegen Moral. Ein paar Leichen auf dem Weg und irgendwie ist ja doch die Prämisse durchaus spannend. Nur wird dann zum Finale hin natürlich auf die einfachsten Ebenen hinunter gebrochen. Immer wieder streut der Film dazu unnütze Rückblenden ein, deren Sinnhaftigkeit ebenso in Zweifel zu ziehen sind. Denn die sollen den Charakter erklären, deren Erklärung eigentlich auf der Hand liegt. Es ist wahnsinnig schlecht geschrieben und damit muss man wohl klarkommen, wenn man sich auf The Accountant einlässt. Tatsächlich macht er dabei aber eine Menge Spaß.

Matheactionfilm mit einem viel zu guten Cast. Das ist The Accountant. Vieles davon ist so unsinnig und bescheuert, daß es schon wieder Spaß macht. Man könnte meinen, es handele sich hier um einen B-Movie. Und man hätte recht. Tatsächlich liefert er aber eine gewisse Härte, der man gerne zuschaut.

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The Accountant Bewertung
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610

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