Anzeige
Anzeige
Anzeige

The Happening

Kritik Details Trailer News
The Happening Kritik

The Happening Kritik

The Happening Kritik
0 Kommentare - 03.03.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "The Happening" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

In der Ostküste der Staaten ereignen sich immer mehr mysteriöse Selbstmorde. Der Biologielehrer Elliott Moore (Mark Wahlberg) aus Philadelphia kommt dahinter, daß die Pflanzen ein Nervengift entwickelt haben, daß der Auslöser dafür ist. Zusammen mit seiner Frau Alma (Zooey Deschanel) und seinem Kollegen Julian (John Leguizamo) sowie dessen Tochter möchte er fliehen, um der tödlichen Gefahr zu entrinnen. Doch auf ihrem Weg sehen sie Massen an panischen Flüchtlingen, die Versuchen zu überleben.

Das karge Landleben, die sich rächende Natur. Der Mensch ist dekadent geworden, durchlebt den schier endlosen Reiz aller Reize. Doch das währt nicht ewig, was tut das auch schon? Irgendwann ist es vorbei, irgendwann wird sich die Natur rächen. Das mahnen Wissenschaftler spätestens seit den 1960er Jahren in endlosen Ausführungen. Heute im frühen, neuen Jahrtausend, wirkt diese Erkenntnis fast schon zynisch. Man kann sich dann hinstellen und sagen, daß sei die Pflicht, wir müssen darüber reden und so weiter und so fort. Doch all diese beispiellosen Momente der Geschichte frühen zumindest bis dato ins Nichts. In The Happening rächt sich die Natur. Etwas früh, wenn man bedenkt, wie hoffnungsvoll idealistisch man den Schutz der Umwelt doch im Jahr 2008 unter Barack Obama noch betrachtete. Heute ist das fast blanker Hohn und ja, die Natur rächt sich. The Happening ist ein Film, der Angst machen soll. Er wirkt wie die logische Konsequenz aus Signs – Zeichen (2002) und eine Dilettanten-Variante von Die Vögel (1963). Ein Ökothriller, mit Horror-Allüren, der dem Zuschauer den Eindruck vermitteln soll, daß Pflanzen gruselig sind. Doch das sind sie nicht und das werden sie wohl nie sein. Glück im Unglück jedoch ist die Tatsache, daß Regisseur M. Night Shyamalan aber dennoch ein beispielloser Künstler ist, so auch in The Happening.

Trailer zu The Happening

Denn zweifelsohne hat The Happening keinerlei nennenswerte Qualitäten. Das beginnt beim Schauspiel, daß hier vor allem von Mark Wahlberg getragen werden soll und endet in der Geschichte, die so absurd herrlich ist, daß die Evaluation als verkanntes B-Movie durchaus sinnvoll ist. Denn genau das ist The Happening. Es ist ein Thriller mit einer Idee, die keineswegs eine gute ist, wohl aber eine, die ob ihrer ernsthaften Art durchaus in humoristische Himmelspforten abdriftet. Wenn Mark Wahlberg mit einer Zimmerpflanze diskutiert, dann ist das Wahnsinn. Das Gesicht, daß das Ausnahmetalent hier dabei verzieht, grenzt an irgendeinen nicht behandelten Schlaganfall und wahrhafter Seifenoper. Das hat irgendwas aus einer ganz anderen Zeit, in der Science-Fiction und Horror noch herrlich dümmlich sein durften. Was The Happening eben dann auch so großartig macht, weil es sich hier um einen Anachronismus in Filmform handelt, der eine ernsthafte Tonalität aufweist, die aber nie zu dem passt, was die Bilder zeigen. Dies steht konträr zueinander. Auch in den zahlreichen Toden. Plötzlich wird ein Mann umgemäht, und zwar auf bestialische Art und Weise. Dann werden zwei Jungs vor einer Tür erschossen. Zur Verteidigung Shyamalans: Man musste die Herde ausdünnen und als Zuschauer versteht man noch nicht einmal genau, wer diese Jungen waren. Das Problem hierbei ist aber, daß der Film einem das als emotionale Tiefe verkaufen möchte.

Das apokalyptische Setting ist natürlich gesetzt und beginnt dann seine einzelnen Nuancen vollends auszuspielen. So funktioniert das auch spätestens seit den 1970er Jahren und im Kern soll hier eine Geschichte über Familie erzählt werden. Die Figuren sind auf der Suche nach Menschen und wollen irgendwie dieses Dilemma überleben. Dabei geht es offenkundig also auch um den Erhalt und den Schutz der Familie. Daß The Happening natürlich eine desorientierte Zukunft nach einer Katastrophe zeichnet, ist indes ebenso wenig ein Zufall. Man erinnere sich nur einmal daran, was leider Gottes am 11. September 2001 geschah und dann wird klar, daß das ungewisse Bedrohungsszenario durchaus einen gewissen Appeal hat und auch eine richtige Botschaft mit sich bringt. Denn wenn man mal genau hinschaut, dann ist The Happening trotz dummer Ausführung eigentlich die logische Konsequenz und so eine Art Verbindungsstück zwischen der einen Katastrophe der Vergangenheit und der anderen, die in der Zukunft liegt. Der Terror gilt aus unerfindlichen Gründen als besiegt und nun endlich hat man im Klimawandel vielleicht doch den geeigneten Gegner gefunden. Obwohl, modernere Diskurse zeichnen ja eher das Bild der Rassenkonflikte, wenn die Nazis von Überfremdung sprechen und die anderen von einer Notwendigkeit, ob legitimer Meinungen über fehlendes Personal an allen Ecken und Fronten.

So oder so führt das jedenfalls erst mal weg von The Happening. Dieser steht beim Zuschauer in der Vita von Shyamalan wohl ganz unten. Und das verwundert auch kein bisschen, denn schließlich ist der Film absurd und viel zu verkopft und irgendwo auch albern, als das man das glauben könnte. Doch als B-Movie ist dieses Werk, auch gerade wegen Mark Wahlberg eines der unterhaltsamsten Phänomene der jüngeren Filmgeschichte. Wie Beispiellos bescheuert das ist. Was für Fratzen die einzelnen Schauspieler da ziehen, alles grenzt an den puren Wahnsinn und so eine Art verkappten Fiebertraum eines Alt-Achtundsechzigers. Was immer Shyamalan da geraucht haben sollte, er sollte es entweder nie wieder tun, oder deutlich mehr davon nehmen. Zentralisieren möchte der Künstler hier Probleme von Menschen. Vor allem Beziehungsprobleme. Dies gelingt ihm aber leider keineswegs – Gott sei Dank – weil er keine Menschen zeichnet. Vor allem in den vorgetragenen Dialogen wirkt alles so, als seien hier Menschen-imitierende Aliens am Start gewesen, wodurch erneut der Charme von diesem Machwerk unterstrichen wird.

Mit The Happening gelang ein wahres Fest für die Sinne. Absurd, bescheuert, sinnlos und grandios schlecht gespielt, wird hier eine Apokalypse gezeichnet, die in ihrem Kern nicht dumm ist. Wahrlich, dumm ist das nicht. Doch es ist so desaströs gemacht, daß man entweder kauernd in der Ecke liegt oder lautstark applaudieren möchte. Für mich zählt jedenfalls letzteres.

The Happening Bewertung
Bewertung des Films
710

Weitere spannende Kritiken

Civil War Kritik

Civil War Kritik

Poster Bild
Kritik vom 18.04.2024 von ProfessorX - 0 Kommentare
Die Vereinigten Staaten sind im Bürgerkrieg. Während ein Präsident (Nick Offerman) bereits in seine dritte Amtszeit geht, führt er einen Krieg gegen Texas und Kalifornien und schockiert das Volk mit bestialischen Luftangriffen. Doch es gelingt ihm nicht, die Staaten in die Knie z...
Kritik lesen »

THX 1138 Kritik

THX 1138 Kritik

Poster Bild
Kritik vom 18.04.2024 von ProfessorX - 0 Kommentare
In einer alternativen Welt haben Bürger jedwede Form von Individualismus und Rechten verloren. Sie sind nur noch nummerierte Drohnen, die von einem staatlichen Drogenprogramm unter Kontrolle gehalten werden. Unter ihnen ist auch der Fabrikarbeiter THX 1138 (Robert Duvall). Sein Leben änder...
Kritik lesen »
Mehr Kritiken
Was denkst du?
Ich stimme den Anmelderegeln beim Login zu!

Forum Neues Thema
AnzeigeY