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The Man Who Killed Don Quixote

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Die Sache mit den Überlebensgrossen Erwartungen..?

The Man Who Killed Don Quixote Kritik

The Man Who Killed Don Quixote Kritik
2 Kommentare - 21.03.2019 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "The Man Who Killed Don Quixote" ist.
The Man Who Killed Don Quixote

Bewertung: 4.5 / 5

The Man Who Killed Don Quixote ist der Stoff, aus dem die Legenden sind. Die Vorgeschichte des Filme, mal traurig, mall irrsinnig, mal witzig mal zum Haare raufen. War schon legendär, bevor der Film dann tatsächlich auch realisiert werden sollte. 25 Jahre in The Making, mehrere mittlerweile verstorbene Hauptdarsteller (Rochefort, Hurt), ein in Ungnade gefallener Protagonist(Depp), dessen Manierismen sich aber der jetzige Protagonist bravourös aneignet, sind schon jetzt legendär. Dann noch die Rechtsstreitigkeit, nachdem der Film dann ENDLICH fertig gestellt war, der auch kurzzeitig mal Zweifel aufkommen liessen, ob der Film jemals der breiten Öffentlichkeit vorgeführt werden würde. Kein Wunder also, dass die Erwartungshaltung des interessierten Publikums ins Unermessliche steigen musste. So ein Film kann diesem Hype einfach nicht stand halten. Er muss schon ein formidables Meisterwerk werden, um dann wirklich vollends zu überzeugen. Und da geht es ja mit der Krux dann weiter: Die einen werden den Film einfach so unkritisch in den Himmel loben, die anderen werden extrem kritisch sein, was schon mal eine starke Divergenz der Meinungen nach sich ziehen wird. Ganz zu schweigen von den Leuten, denen der Film ohnehin nicht gefallen wird oder die sich nicht für ihn interessieren. So ist also davon auszugehen, dass wenn er nicht extrem gut ist, dieser Film eigentlich durchschnittlich erstmal schlechter bewertet werden wird, als er verdient...

Wie auch immer, wie gut ist er also? Schwer zu sagen, ich kann nur für mich sprechen, werde aber versuchen, meine Meinung so objektiv ich kann, wieder zu geben.

Trailer zu The Man Who Killed Don Quixote

Erst mal zur Handlung:

Wir haben hier einen extrem schmierigen Vorzeige-Werberegisseur (herrlich schmierig, herrlich Gedächtnis-Johnnie Depp, und trotzdem herrlich Driver), der nach Jahren wieder nach Spanien gekommen ist, um einen Werbefilm für irgendeinen russischen Olligarchen zu drehen. Dabei fällt ihm sein Abschluss-Film von vor zehn Jahren wieder in die Hände, den er just in dieser Region gedreht hatte. Damals hatte er einen einfachen Schuster dazu mehr oder weniger gezwungen, Don Quixote zu spielen, woraufhin dieser den Verstand verloren hatte und fortan sich für Quixote hielt. Nach einer Verkettung von unglücklichen Ereignissen glaubt eben jener Quixote, dass unser guter Regisseur sein Sancho Panza ist und zwingt ihn fortan, mit ihm durch die Lande zu ziehen, auf der Suche nach Abenteuern und der Dame des Herzens.

Nun gut, ehrlich gesagt hört sich die Story jetzt nicht sonderlich Blockbuster an, und sie ist es auch nicht. Der gute Gilliam ist sichtlich in die Jahre gekommen, immer mal wieder blitzen seine bildgewaltigen dreckigen optischen Ideen auf, aber das ist eher die Ausnahme als die Regel. Statt dessen betreibt er hier bodenständig seine Psychoanalyse seines Protagonisten und lässt ihn unmerklich aber sicher dem Wahnsinn anheim fallen. Oder eben halt aufwachen, je nachdem wie man es interpretiert.

Man merkt dem Film vielleicht (und selbst das ist wirklich nur interpretiert) an, dass er eine extrem lange Schöpfungsgeschichte hinter sich gebracht hat, aber im Grunde genommen ist er wie aus einem Guss. Pryce, mit dem Gilliam den wesentlich effizienteren Brazil vor über 30 Jahren gezaubert hatte, glänzt in seiner tragischen Rolle - und man denkt vielleicht noch mit dem Hinterkopf an Rochefort oder Hurt, aber Pryce meistert diese Rolle ohne Probleme; genauso sehr wie Adam Driver. Und höchstens bei Driver kann man noch - wie bereits erwähnt - gewisse Spleens ausmachen, die typisch Johnnie Depp sind (die Rolle sollte mal von Depp gespielt werden), aber Driver macht sich die Rolle trotzdem komplett zu eigen, so dass das dann doch unter gutes Schauspiel fällt.

Irgendwo bei König der Fischer angesiedelt und trotzdem genauso Don Quixote gelingt es Gilliam bravourös ein Schelmenstück zu erschaffen, das zudem auch noch extrem moralisch rüberkommt, ohne jemals den erhobenen Zeigefinger zu benutzen.

Das ist gute, und intelligente, Kost, mit einem fabelhaften Ende, das eventuell diskussionswürdig sein könnte, aber für mich perfekt passt.

Und wie gut ist der Film nun wirklich:

Man darf nicht vergessen, wer dieser Gilliam ist und was er alles erschaffen hat. Vergleichsweise zahm kommt nun sein Don Quixote rüber. Eventuell hat der Zahn der Zeit ihn reifer werden lassen und ein ruhigeres Filmchen generiert als es das vor 25 Jahren vielleicht der Fall gewesen sein dürfte. aber gerade mit Hinblick auf "Don Quixote" ist es vielleicht auch gut so, dass es eben ein "Altherrenwerk " geworden ist. Denn egal wie Gilliam Light der Film ist, wenn man sich mal darauf einläßt - ein wichtiger Faktor bei jedem Gilliam - ist der Film richtig gut.

Er ist nicht Hollywood-Gut! Das muss man auch sagen, denn Hollywood hat uns mittlerweile extrem geprägt. Er ist auch nicht HBO/Netflix-Gut. Er ist einfach nur gut. Er ist in gewisser Weise McDonnagh -Gut. Und diese Aussage - so sehr sie eigentlich ja ein Lob sein soll, ist fast schon eine Beleidigung für einen Mann der deutlich länger im Geschäft ist. Nein, also, er ist wirklich sehr gut.

Und wie die meisten guten Gilliam Filme, geht er auch zu Herzen, und diesmal sogar fast ohne die üblichen sarkastischen Spitzen.

Muss man diesen Film gesehen haben?

Wer sich auch nur ein bißchen für Filmkunst und -geschichte für jedermann interessiert - und damit sind ausnahmsweise mal nicht Comic-Verfilmungen, Agenten-Franchises oder Sci-Fi-Pseudo-Epen gemeint, und erst recht nicht irgendwelche verkopften tatsächlichen Kunst-Essays - der sollte den Film schon mal gesehen haben. Und zwar ohne irgendeine vorgefertigte Meinung bereits zu haben. Denn für sich betrachtet ist der Film einfach spitze.

Besonderen Erwartungshaltungen kann er aber nicht gerecht werden. Wie sollte er auch!

Im Quervergleich mit den besser bewerteten Filmen 2018 kann ich folgendes Staement abgeben (Schließlich hatte ich das ja in den Kritiken zu ein paar anderen Filmen bereist avisiert):

a) Die drei schwarzen Oscar-nominierten Filme: Wir brauchen denke ich nicht über Black Panther reden. Green Book ist gut, aber auch nicht ungewöhnlich. Blckkklansman ist ein intelligenter wütender Anti-Reisser. Don Quixote ist ein wesentlich reiferer Film, der ähnlich die Independentschiene und verschiedene Wahrnehmunsebenen bedient. Und er ist versöhnlicher und auch für das Thema passend abschliessender. ich persönlich finde Don Quixote allen dreien überlegen.

b) Die Musikfilme: A Star is Born ist wirklich gut, bodenständig, und sensationell beiläufig in seiner Erzählung. Bohemian Rapsody ist einfach ein kleiner Queen-Werbefilm. Auch hier: Quixote hat mehr Substanz, dennoch vor allem Coopers regie-Debut muss sich nicht verstecken.

c) Vice und Favourite habe ich noch nicht gesehen

d) Roma: Formal, intellektuell, inhaltlich über jeden Zweifel erhaben. Der mit Abstand beste Film für mich in dieser Kategorie - von den Filmen, die ich kenne. Aber er ist sehr in die Länge gezogen (zu Recht, dennoch, das schreckt den Ottonormalschauer ja doch ab) und es dauert wirklich bis zur 100-Minuten-Marke bis sowas wie Pay-Off einsetzt. Don Quixote hat hier sein riesengroßes Herz entgegen zu setzen und obwohl er auf mehr als nur ein paar Ebenen unterlegen ist, ist er doch auf emotionaler Ebene ein Meister der Herzen.

e) weitere Vergleiche spare ich mir, da wohl klar sein dürfte, wohin die Reise geht

Für mich persönlich der beste Film 2018

9 Punkte

The Man Who Killed Don Quixote Bewertung
Bewertung des Films
910
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2 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
23.03.2019 13:33 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 11.671 | Reviews: 166 | Hüte: 382

Tolle Kritik! Schön, dass mit dir hier jemand die Fahne hochhält, "Don Quixote" kam allgemein ja nur mittelmäßig bei den Kritikern und Zuschauern an. Ich selbst habe den Film allerdings noch nicht gesehen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
21.03.2019 11:28 Uhr
1
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 4.290 | Reviews: 55 | Hüte: 281

Wie bereist woanders avisiert hier die Kritik zu dem für mich besten Film 2019 (nach Roma, und dennoch vor Roma)

Dünyayi Kurtaran Adam
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