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Unknown Identity

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"Wer bin ich?" - Identität vermisst in Berlin

Unknown Identity Kritik

Unknown Identity Kritik
0 Kommentare - 06.03.2011 von BlackSwan
In dieser Userkritik verrät euch BlackSwan, wie gut "Unknown Identity" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

UNKNOWN IDENTITY - ein in Berlin spielender Thriller von Jaume Collet-Serra mit Liam Neeson (96 Hours) in der Hauptrolle des Dr. Martin Harris auf Identitätssuche - kein Meisterwerk, aber durchaus unterhaltsames Popcornkino.

Die Geschichte

Der US-Amerikaner Dr. Martin Harris (Liam Neeson) reist mit seiner Frau Elizabeth (January Jones) nach Berlin, um dort als Wissenschaftler auf einem Biotechnologie-Kongress den Nobelpreisträger Prof. Bressler (Sebastian Koch) zu treffen, der dort seine neueste Forschungsarbeit vorstellen will. Bei der Ankunft am Hotel Adlon bemerkt Harris, dass ein Aktenkoffer, in dem auch sein Pass liegt, fehlt. Er springt sogleich ins nächste Taxi, um ihn zu holen - jedoch landet er wegen eines Unfalls samt Taxi in der Spree und  - dank der ihn rettenden Taxifahrerin Gina (Diane Kruger) - "nur" im Krankenhaus.

Nach vier Tagen Koma erwacht Harris und kann sich außer an seinen Namen und seine Frau im Adlon Hotel an nichts erinnern. Da seine Frau den Grund seines plötzlichen Verschwindens nicht hatte mitbekommen können, eilt er sogleich zum Hotel, um sie keine Minute länger in sorgender Unwissenheit zu lassen. Da er sich an der Rezeption nicht ausweisen kann, sucht er sie, damit Elizabeth seine Identität bezeuge - doch sie fällt ihm nicht erleichtert um den Hals, sondern scheint ihn nicht mehr zu kennen. Zudem tritt an ihre Seite - Dr. Martin Harris (Aidan Quinn), der sich im Gegensatz zu ihm auch als derselbige mit Pass und Foto ausweisen kann...

Völlig verwirrt sucht er die Taxifahrerin Gina, damit sie seiner Erinnerung auf die Sprünge helfe... Zusammen mit ihr und dem ihm von einer Krankenschwester empfohlenen Jürgen (Bruno Ganz), dessen Job es sei "Leute zu finden" - beginnt die Suche nach Beweisen für - oder, was der an seinem Verstande langsam zweifelnde Harris durchaus auch in Erwägung zu ziehen beginnt - gegen seine Identität...

Darstellung, Inszenierung, Story

Liam Neeson als Dr. Harris auf Identitätssuche ist deutlich der Star des Films, auch wenn die Nebenrollen durchaus passend besetzt sind, vor allem Bruno Ganz (Der Untergang) als "Jürgen" gefällt in den wenigen Szenen, die er hat. Selbst Diane Kruger (Inglourious Basterds) zeigt als Gina denn doch mehr Ausdruckskraft als ich vermutet hätte. Sie gefällt mir in ihrer Rolle sogar überzeugender als January Jones (bald zu sehen in  X-Men - First
Class
) als Elizabeth - diese ist zwar unzweifelhaft eine berauschend kühle Schönheit - mehr aber auch nicht. Insgesamt überzeugen die männlichen Darsteller tatsächlich weitaus mehr, auch Aidan Quinn (Jenseits der Träume) als der andere Dr. Harris macht einen guten Job.

Zudem wurde ich das Gefühl nicht los, dass Jones ein wenig zu arg mit Weichzeichner und Glow belegt wurde - sie wirkt nicht nur in Harris Erinnerungssequenzen, sondern auch in Realitas immer etwas irreal. Mag ein nachvollziehbares Stilmittel sein, da in Harris Augen seine Identität mit ihrem Erkennen oder Nichterkennen steht oder fällt, doch ist m.E. ein solches Stilmittel völlig unnötig. Ebenso unnötig habe ich die durchgehende Blautönung des Filmes empfunden, der dem Ganzen eine Kühle gibt, die sicher auch stilistisch bewusst gesetzt sein soll, als Gegenpol zu den leuchtend warmen, gelb getönten Erinnerungssequenzen von Harris. Oder daran gemahnen soll, dass Harris Identität wie das Taxi noch irgendwo in der blauen Spree bzw. im Fluss des Unterbewußten herum dümpelt. Oder um dem ganzen ein "Kalter Krieg"-Ambiente zu verpassen - immerhin ist "Jürgen" ein Ex-Stasi-Spion... Vielleicht könnte ich der Verwendung dieser durchaus sonst einen Film aufpeppenden Stilmittel hier mehr abgewinnen, wenn mich der ganze Film etwas mehr hätte fesseln können. Damit wären wir auch schon bei der Story.

Sollte hier tatsächlich versucht worden sein, an 96 Hours anzuknüpfen, ist das denn doch eher fehl geschlagen - was nicht an der Darstellung, sondern an einer eher dürftigen Story liegt, die mit zu viel von "hat man alles schon gesehen" aufwartet. Ob nun  Frantic, Tod im Spiegel, Die Bourne
Identität
oder Salt  - Thriller, in denen es um jemanden geht, der wegen eines Unfalls oder aus anderen Gründen seine Erinnerung und damit auch seine Identität verloren hat, gibt es zu Hauf, da ist es sicher nicht einfach, hier noch etwas Neues, Überraschendes auf die Leinwand zu zaubern. Dennoch halte ich das durchaus für möglich. Jaume Collet-Serra und den Drehbuch-Autoren Oliver Butcher und Steven Cornwell gelingt dies hier nicht so recht. Man verfolgt zwar durchaus gepannt das Geschehen um die Frage, wer ist der Hauptprotagonist denn nun - und wer ist der andere Dr. Harris? Mehr aber auch nicht.

Auch dass wir hier nicht mit einem Mega-Effektfeuerwerk rechnen können ist nicht das Problem, tolle Effekte machen eine doch recht flache Story nicht besser. Da wir gerade bei Effekten sind, sei hier vermerkt, dass diese wie auch die Verfolgungsjagden durchaus passabel sind und mir besser gefallen als ein gigantischer Effekterausch, der dann kaum noch real wirkt. Jedoch ist anzumäkeln, dass es doch nun wirklich absolut irreal ist, dass ein Auto immer gleich explodiert, sobald es irgendwo runter fällt - vor allem nicht schon, bevor es überhaupt die Chance hatte, ordentlich am Boden zusammen zu krachen - also quasi noch halb im Flug. Die Kampfszenen am Ende verschwanden mir leider zu schnell in rasanten Schnitten und schwarz-blauer Dunkelheit, das war auch etwas schade. Auch wenn dieses blau-schwarz  Liam Neeson an manchen Stellen wiederum wunderbar in Szene setzt - zumindest beim Kampfgerangel hätte ich gern etwas mehr gesehen. Gut gefallen haben mir wiederum die Kameraeinstellungen (Flavio Labiano) an sich, die waren durchweg stimmig bis sogar durchaus sehenswert kreativ.

Doch zurück zur Story. Beginn und Mitte hätten durchaus gekürzt und dafür mehr auf das recht plötzliche Ende verwendet werden können bei einem immerhin fast 2 Std. langem Film. Es wird zwar alles recht verständlich aufgelöst, doch ob man die Begründungen für glaubhaft genug hält, mag jeder selbst entscheiden - schon allein, dass der werte Dr. Harris seinen Pass in einem Aktenkoffer liegen lässt, erschien mir etwas, nunja - zweifelhaft. Und dass er, erwacht aus dem Koma, natürlich auf der gesamten Fahrt vom Krankenhaus zum Hotel keinen Netzempfang hat in einer Großstadt wie Berlin und daher seine Frau nicht erreicht - ist auch etwas gewollt. Ein leeres Akku wäre da glaubhafter gewesen, immerhin lag der Mann vier Tage im Koma. Es gibt noch einige weitere fragwürdige Stellen, die ich aber nicht erwähnen kann, ohne zuviel über den Film zu verraten.

Die Ähnlichkeit mit Frantic ist frappierend, und auch ansonsten fließt wie schon erwähnt eine Menge schon so Gesehenes in die Story. Der Spannungsbogen wird so gerade noch gehalten - ein rechtes Mitfiebern kommt nicht auf. Das Ende - nun, das ist in mehrfacher Hinsicht fragwürdig - MJs bereits erwähnte "Utopia" ist auch mir zu dicke, ich hätte mir da ein anderes Ende gewünscht. Auch im Bezug auf Dr. Harris selbst und die sich in ihn ein wenig verguckende  Taxifahrerin Gina trotz Ehefrau ist das Ende dieser Dreierkonstellation - mit in beiden Fällen jungen Attraktionsobjekten typisch bis langweilig - doch etwas lasch.

Dennoch würde ich Unknown Identity als unterhaltsam und zumindest über dem Durchschnitt bewerten, immerhin wird denn doch auch Unvorhersehbares geboten und Liam Neeson in einem Berliner Setting macht das Ganze allemal sehenswert. Aus diesem Grunde bekommt der Renner der Berlinale 2011 von mir 7/10 Punkten bzw. 3 und ein schon halb verblassendes Hütchen von 5 Hütchen.

Unknown Identity Bewertung
Bewertung des Films
710

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