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Akira

Abweichungen vom Anime: Collet-Serra verrät "Akira"-Details

Abweichungen vom Anime: Collet-Serra verrät "Akira"-Details
25 Kommentare - Di, 11.02.2014 von R. Lukas
Am Original-"Akira" stört Regisseur Jaume Collet-Serra die "Charakterschwäche", was er im Film mit starken Figuren kompensieren will.

Gerade erst machte Jaume Collet-Serra deutlich, dass sein Interesse an der Anime-Verfilmung Akira ganz und gar nicht erloschen ist. Wenn es nach ihm geht, soll sie sogar sein nächstes Projekt nach Non-Stop werden. Mit Comingsoon sprach er nun über seine Herangehensweise an Katsuhiro Otomos Stoff, den er respektieren, aber nicht übermäßig genau befolgen will.

Natürlich müssen man respektvoll mit dem Ursprungsmaterial umgehen. Otomo habe sein eigenes Werk von einem Manga in einen Anime verwandelt, was zwei völlig verschiedene und geniale Dinge seien. Collet-Serra glaubt, dass eine Realfilm-Version von Akira nur auf eine Weise möglich ist: indem man den Geist der Vorlage nimmt und ihn adaptiert. Also werde sein Film so anders sein wie der Anime gegenüber dem Manga.

Besonders bei den Charakteren will Collet-Serra Hand anlegen, da ihn im Original keiner einziger von ihnen interessiert, höchstens Tetsuo, dem aber komische Sachen zustoßen. Kaneda findet er einfach nur zweidimensional, wobei er den Grund dafür in der japanischen Kultur sieht, in der es generell keine starken Figuren gebe und die Handlungsträger nur Mittel zum Zweck seien. Überhaupt denkt Collet-Serra nicht, dass die Hauptcharaktere im Original auch die Protagonisten sind. Deshalb hofft er, sein Akira mit starken Charakteren ausstatten zu können.

Wie genau er dabei vorgehen will, lässt Collet-Serra dahingestellt, aber er würde gern tiefer in diese Welt eintauchen, bei genug Interesse vielleicht auch mit Akira 2 und Akira 3. Alles, was er mit dem Film erreichen möchte, ist es, den Zuschauern zu ermöglichen, zwei Stunden in einer Welt zu verbringen, die man richtig spüren kann und die sich real anfühlt. Daran wird gearbeitet.

An die Kenner des Originals: Könnt ihr Collet-Serra hier verstehen oder wärt ihr gegen solche Änderungen?

Quelle: Comingsoon
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25 Kommentare
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jerichocane : : Advocatus Diaboli
14.02.2014 12:31 Uhr
0
Dabei seit: 08.08.09 | Posts: 6.361 | Reviews: 22 | Hüte: 286
@MD02Geist
Dann allet jute zom Jebohtsdach!
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MD02GEIST : : Godzilla Fan #1
14.02.2014 07:58 Uhr | Editiert am 14.02.2014 - 08:00 Uhr
0
Dabei seit: 01.01.13 | Posts: 2.409 | Reviews: 26 | Hüte: 197
@ jericho
Da ja heute der 14.02. ist, gleich mein Geburtstag; konntest du mir kein besseres Geschenk präsentieren. Klasse danke!

@ luhp92
"Auch von mir ein Hut für deine detailreichen und interessanten Beiträge!"

Erst Jericho, dann du - auch hierfür danke ich dir.

"Die Arbeit mit den Modell-Städten und dem Anfragen bei Firmen hört sich spannend an. "Product Placement" von einer ganz anderen Sichtweise aus betrachtet^^
Authentizität ist hier auf jeden Fall der richtige Ausdruck. Ich verstehe sowieso nicht, warum Product Placement allgemein so verabscheut wird. Das Zeigen von bekannten, häufig verwendeten Produkten gehört nunmal zu einer authentischen Darstellung dazu. Natürlich muss z.B. das Apple-Zeichen oder der Coca Cola Schriftzug jetzt nicht 3 Minuten am Stück gezeigt werden, abundzu reicht ja schon aus."

Ja, das stimmt. Und wenn du dir die Modellstädte und kontemporäre Fotos betrachtest, merkst auch gleich wie detailversessen die Japaner in solchen Modellbau sind. Desweiteren auch die Veränderungen im Städtebau. Wenn du bspw. nicht wüsstest in welchen Jahr oder Dekade der Film spielen sollte, kann man immer noch an den Modellen dies erkennen!

Wegen Product-Placement. Ich persönlich weiß auch nicht, warum sich so darum gestritten wird.

Desweiteren wenn ich allein das japanische Konzept vom Marketing bedenke einen erfolgreichen Titel in allen möglichen Formen verkaufen zu können - das ist einfach nur Mindblown. Egal schräg du es dir nur vorstellen kannst, Japan tut es und geht sogar teilweise darüber hinaus.

"Und hier passiert jetzt was besonderes. Die Wahrnehmung ändert sich, dass ist korrekt - aber kann man dann dieses Epos noch "Godzilla" nennen?
Daran tue ich mich dann schwer. Godzilla ist ein Teil urjapanischer Kulturidentität."

"Ich finde, das hängt davon ab, wie sehr man mit dem Stoff verbunden ist. Für Japaner oder Fans wie dich kann sowas natürlich fatal sein. Aber z.B. für Leute wie mich, die dem kulturellen Hintergrund wenig am Hut haben, ist es durchaus tolerabel."

Das stimmt. Natürlich ist Toleranz sehr wichtig, aber du hast es richtig erfasst.

"Ich möchte einfach nur einen unterhaltsamen Film sehen, der dann auch "Godzilla" heißen darf, obwohl er mit dem Original wenig gemein hat."

Sicher ich sagte ja schon, dass Godzilla für mich auch Unterhaltung ist, aber mit "versteckten" Botschaften und Darstellung von kulturellen Inhalten verarbeitet in ein Monster-Drama.


"Das ist halt immer Ansichts- und Geschmackssache. Würde man z.B. Harry Potter neuverfilmen, bis auf den Namen aber alles ändern, wäre ich der erste, der auf die Barrikaden geht.
Oder ein anderes, (auch auf Moviejones) zurzeit sehr aktuelles Beispiel: die Gerüchte, dass für Star Wars Episode VII nahezu das komplette Extended Universe negiert werden soll. Wie begeistert EU-Fans wie bartacuda, Peralk oder jool das aufnahmen, kann man im "Star Wars Episode VII"-Thread nachlesen."

Natürlich über Geschmack kann man sich streiten, dann ist meine Geisteshaltung ja nicht einzigartig! Es bezieht nur auf einen anderen kulturellen Kontext! Gott sei dank!

Persönlich bin ich selber kein Fan von Star Wars, obwohl ich alle Filme gesehen habe und mich hier und da mal ganz kurz mit dem Franchise in Japan beschäftigt hatte, interessiert was SW betrifft, vor allem seine japanischen Inspiratoren wie
Akira Kurosawas DREI FEINDE IN DER VERBORGENDEN FESTUNG (1958) = die Verborgene Festung;
Leiji Matsumotos WELTRAUMSCHLACHTSCHIFF YAMATO seit 1974 oder
Ishiro Hondas GROßER KRIEG IM WELTRAUM (1959) = Duell in der Galaxis.
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jerichocane : : Advocatus Diaboli
13.02.2014 22:51 Uhr
0
Dabei seit: 08.08.09 | Posts: 6.361 | Reviews: 22 | Hüte: 286
@MD02GEIST
Sollte ich was wissen wollen, dürfte ich mich dann an dich wenden?

Klar! Fragen kostet nix! Und wennich helfen bzw. antworten kann, tue ich
dies gerne :-D.
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
13.02.2014 19:01 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.792 | Reviews: 163 | Hüte: 523
@MD02GEIST

Auch von mir ein Hut für deine detailreichen und interessanten Beiträge!

Die Arbeit mit den Modell-Städten und dem Anfragen bei Firmen hört sich spannend an. "Product Placement" von einer ganz anderen Sichtweise aus betrachtet^^
Authentizität ist hier auf jeden Fall der richtige Ausdruck. Ich verstehe sowieso nicht, warum Product Placement allgemein so verabscheut wird. Das Zeigen von bekannten, häufig verwendeten Produkten gehört nunmal zu einer authentischen Darstellung dazu. Natürlich muss z.B. das Apple-Zeichen oder der Coca Cola Schriftzug jetzt nicht 3 Minuten am Stück gezeigt werden, abundzu reicht ja schon aus.


Und hier passiert jetzt was besonderes. Die Wahrnehmung ändert sich, dass ist korrekt - aber kann man dann dieses Epos noch "Godzilla" nennen?
Daran tue ich mich dann schwer. Godzilla ist ein Teil urjapanischer Kulturidentität.

Ich finde, das hängt davon ab, wie sehr man mit dem Stoff verbunden ist. Für Japaner oder Fans wie dich kann sowas natürlich fatal sein. Aber z.B. für Leute wie mich, die dem kulturellen Hintergrund wenig am Hut haben, ist es durchaus tolerabel. Ich möchte einfach nur einen unterhaltsamen Film sehen, der dann auch "Godzilla" heißen darf, obwohl er mit dem Original wenig gemein hat.

Das ist halt immer Ansichts- und Geschmackssache. Würde man z.B. Harry Potter neuverfilmen, bis auf den Namen aber alles ändern, wäre ich der erste, der auf die Barrikaden geht.
Oder ein anderes, (auch auf Moviejones) zurzeit sehr aktuelles Beispiel: die Gerüchte, dass für Star Wars Episode VII nahezu das komplette Extended Universe negiert werden soll. Wie begeistert EU-Fans wie bartacuda, Peralk oder jool das aufnahmen, kann man im "Star Wars Episode VII"-Thread nachlesen.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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Han : : Space Cowboy
13.02.2014 13:47 Uhr
0
Dabei seit: 14.04.13 | Posts: 1.977 | Reviews: 8 | Hüte: 102
Besonders bei den Charakteren will Collet-Serra Hand anlegen, da ihn im Original keiner einziger von ihnen interessiert, höchstens Tetsuo, dem aber komische Sachen zustoßen. Kaneda findet er einfach nur zweidimensional, wobei er den Grund dafür in der japanischen Kultur sieht, in der es generell keine starken Figuren gebe und die Handlungsträger nur Mittel zum Zweck seien. Überhaupt denkt Collet-Serra nicht, dass die Hauptcharaktere im Original auch die Protagonisten sind. Deshalb hofft er, sein Akira mit starken Charakteren ausstatten zu können.

Öhhh da kann ich nur sagen: Was für ein Idiot! Warum will er diesen Film überhaupt machen, wenn ihm dessen Figuren überhaupt nicht zusagen bzw. er sie augenscheinlich nicht mal versteht? Hoffentlich nimmt ihm jemand das Projekt wieder weg.

"In der Geschichte passiert alles zweimal. Das erste Mal als Tragödie, das zweite Mal als Farce." - J.J. Abrams

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MD02GEIST : : Godzilla Fan #1
13.02.2014 13:41 Uhr
0
Dabei seit: 01.01.13 | Posts: 2.409 | Reviews: 26 | Hüte: 197
@ jericho

"Woah!
Ich wußte ja schon einiges von dem was du über Mensch - Krieger
Transformation und Kabuki (ist übrigens sehr sehenswert, auch wenn
man nicht versteht was, gesungen wird) und Japans Kultur erklärt
hast, aber die Verbindung von all dem zu den Godzilla Filmen, war
mir neu, und ist nach deiner Erklärung auch schlüssig.
Ich kenne mich zwar, durch eine tiefe freundschaftliche Verbindung zu
einigen Chinesen, eher in der chinesichen Kultur aus, jedoch bin ich
auch ein wenig fit in der japanischen Kultur, wieso mir die Verbindung
zwischen Kultur und Godzilla nie aufgefallen ist, liegt wohl daran, das
ich wie bereits erwähnt kein großer Fan der "bunten" Godzilla Filme
bin.

Für diese Interessante Exkursion zum Thema Godzilla, bekommst du
von mir eine Kopfbedeckung, damit du auch weiterhin noch so toll
und logisch deinen Meinung und Standpunkt mit uns teilen kannst :-D"


Vielen herzlichen Dank. Ich versuche zu helfen, wo ich kann.
Du hast noch etwas angesprochen, was mich ebenfalls betrifft.

Die kulturellen Relationen von China (bis Ende der Quing-Kaiser) und Japan. Ich bin zwar vorwiegend an Japan interessiert, aber die anderen asiatischen Nationen und Kulturen vor allem China lasse ich auch nicht außer Acht.

Daher ist mir China fremder als Japan. Und wenn ich mal fragen darf: Sollte ich was wissen wollen, dürfte ich mich dann an dich wenden?
Ich könnte zwar eine Liste von Themen fertig machen, nur weiß ich nicht, ob deine Freunde damit was anfangen können.

Wir haben zwar auch chinesische Nachbarn, doch leider sehe ich diese zu selten und sind dermaßen in Arbeit, dass ich noch keine "Beziehung" aufbauen konnte.
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jerichocane : : Advocatus Diaboli
13.02.2014 13:07 Uhr
0
Dabei seit: 08.08.09 | Posts: 6.361 | Reviews: 22 | Hüte: 286
@MD02GEIST
Woah!
Ich wußte ja schon einiges von dem was du über Mensch - Krieger
Transformation und Kabuki (ist übrigens sehr sehenswert, auch wenn
man nicht versteht was, gesungen wird) und Japans Kultur erklärt
hast, aber die Verbindung von all dem zu den Godzilla Filmen, war
mir neu, und ist nach deiner Erklärung auch schlüssig.
Ich kenne mich zwar, durch eine tiefe freundschaftliche Verbindung zu
einigen Chinesen, eher in der chinesichen Kultur aus, jedoch bin ich
auch ein wenig fit in der japanischen Kultur, wieso mir die Verbindung
zwischen Kultur und Godzilla nie aufgefallen ist, liegt wohl daran, das
ich wie bereits erwähnt kein großer Fan der "bunten" Godzilla Filme
bin.

Für diese Interessante Exkursion zum Thema Godzilla, bekommst du
von mir eine Kopfbedeckung, damit du auch weiterhin noch so toll
und logisch deinen Meinung und Standpunkt mit uns teilen kannst :-D
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MD02GEIST : : Godzilla Fan #1
13.02.2014 12:01 Uhr
0
Dabei seit: 01.01.13 | Posts: 2.409 | Reviews: 26 | Hüte: 197
@ jericho
"Erst einmal nette Erklärung.
Mein Kommentar war auch nicht abwertend gemeint, sondern spiegelt nur meine Emotionen zu den späteren Wrestling Godzilla Filmen wieder."

Ach so danke!

"Auch die Betitelung B-Movie ist nicht abwertend gemeint, ich bin ein
großer Fan von B-Movies und gebe dir Recht, dass sie meistens allein
durch ihren Charme unterhalten."

Auch hier danke. Das habe ich dann in der Tat missverstanden.

Deshalb schrieb ich auch, dass GINO obwohl kein Gummimonstermann
ein guter Monsterfilm ist, da ich weiß das den Godzilla Fans gerade diese
Menschen in den Monsterkostümen so verehren.

"Aber letztendlich hat Emmerichs GINO eine moderne Variante des
Original Godzillas aus den 50ern erzählt und dem nach ist mMn
Emmerichs Godzilla ein direktes und gelungenes Remake zum Original. Aber ich verstehe genauso, dass Fans gerade der späteren populäreren Godzilla Filme, welche aber nichts mehr mit dem Original aus den 50ern zu tun haben, sich über GINO aufregen, da alles was sie lieben dort mit Füßen getreten und ignoriert wird.
Ich als nur Fan des ersten und zweiten Godzilla Films, sehe in GINO eine gelungene Neuinterpretation."

Ich respektiere deine Meinung und finde es okay, dass jemand eine andere Meinung auch konsequent vertritt.

@ luhp92
"Ich verstehe glaube ich, wo dein primäres Problem beim Emmerich-Film liegt. Dass man diesen Film "Godzilla" genannt hat. Ich wollte grade nämlich argumentieren, dass es auch weitere östliche Filme gibt, die erfolgreich ins Westliche übertragen wurden (z.B. The Departed, Für eine Handvoll Dollar, Die glorreichen Sieben). Dann ist mir aber aufgefallen, dass bei allen drei Filmen die Filmtitel geändert wurden. Würde dir Emmerichs Film also besser gefallen, wenn man ihn nicht Godzilla genannt hätte?"

Volltreffer! Daher nennen wir Fans ihn auch GINO - Godzilla In Name Only.

"Meine genannten Beispiele beachten ja schließlich auch nicht, dass es ursprünglich asiatische Werke waren."

Diese Herangehensweise war seit jeher ein Dorn in meinem Auge. Dank des Internets, offenerer Märkte und der Globalisierung werden für die Vermarktung zwar angemerkt, dass es ein asiatisches Original gibt, dafür bin ich dankbar.

Nur was immer noch schief läuft, ist beispielsweise wenn jemand erwähnt "basierend auf dem brutalen Manga" oder "der populäre Anime" entspricht dies nicht immer der Wahrheit.

"Von daher bin ich der Meinung, dass es Emmerichs Godzilla auch nicht tun muss. Und letztendlich tut er das ja auch nicht. Der nur für Japan relevanten Atombomben-Thematik hat man sich entledigt und man lässt Godzilla auf die typischste us-amerikanische Stadt los. Amerikanisierung erfolgreich ausgeführt. Es erinnert halt nur der Name an das Original. Deswegen meine oben genannte Frage, ob dir der Film unter einem anderen Titel besser gefallen hätte."

Auch hier, ja unter diesen Aspekt könnte es ein guter Film sein, aber folgendes würde mir an Emmerichs Film noch immer nicht gefallen:
Das Titelwesen ist zu wenig im Film zu sehen.

In Gareth Edwards MONSTERS ist das sehr gut, aber für Emmerich hätte ich doch erwartet, dass dem Titelcharakter mehr Screentime gibt, als seinen Nachkommen.

"Die japanischen Filme können gerne mit Anzügen gedreht werden. Das respektiere ich. Nur bei neueren Werken würde das nicht mehr meinen Geschmack treffen, da man Godzilla mittels CGI authentischer darstellen könnte.

Hier spricht ein wichtiges Thema an - Authenzität.

Das Daikaiju Eiga ist ja eine Mischung aus Science bzw. Spekulativer Fiction, Mythologie-Verarbeitung, Drama und Fantasy.

Weil in Japan seit jeher Monster gegen Monster und Helden gegen Monster als erkennbare Anzüge in Modellstädten gegeneinander kämpfen, etablierte sich hier ein Kontext, den ich dir gerne noch vermitteln möchte.

In Japan muss jedes Filmstudio, dass einen Daikaiju Eiga dreht, jedes Mal beim Errichten einer Modellstadt, die dem Original möglichst nahekommen soll, die entsprechenden dort wohnenden Firmen angefragt werden, ob quasi "ihr" Hochhaus zerstört werden darf.

In der japanischen Geschäftspolitik sieht man sowas nicht gerne, da man ja davon ausgehen KÖNNTE, dass ein Gebäude, welches von einem Daikaiju fiktiv zerstört werden würde, auch in der Realität einfach zu zerstören wäre.

Natürlich gibt es in Japan extrem strenge Bauvorschriften, aber es zählt hier ein Ruf zu verteidigen.

Ja, so denkt ein Teil japanischer Geschäftsleute. Selbiges gildet auch für das Militär. Wenn du mal einen Abspann sehen solltest, wieviele Firmen angefragt wurden, kann einem manchmal die Spucke wegbleiben.

Dieses gildet für alle japanischen Unterhaltungsmedien und nicht nur für das Daikaiju Eiga.

So und daraus entwickelt sich eine Art "künstliche Realität" in den Filmen, d.h. du siehst reale Firmenlogos, Militärfahrzeuge in einen fiktiven Szenario. Und diese künstliche Realität ist = Authenzität für den Daikaiju Eiga oder Anime im japanischen Sinn.

Wenn dies verstehen kannst, bist du als Nicht-Fan schon sehr, sehr weit.

Ich als Deutscher und Fan versuche immer auch die japanische Sichtweise zu erläutern, damit die Leute hier eine Idee bekommen, warum Japan anders denkt als der Rest der Welt.

"Bezogen auf die japanischen Filme ist deine Kritik an der Kritik vollkommen verständlich und da würde ich dir auch beipflichten. Ohne Hintergrundwissen macht eine Kritik keinen Sinn.
Wenn man aber einen Film von seinen Original-Wurzeln löst und in einer neuen Umgebung wieder einpflanzt (hier: Godzilla: Ost -> West), ändert sich gleichzeitig auch die Wahrnehmung. Bei einem Godzilla, der nichts mehr mit der japanischen Kultur zu tun hat, kann man doch nicht fordern, dass er alte Samurai-Anzüge berücksichtigt."

Und hier passiert jetzt was besonderes. Die Wahrnehmung ändert sich, dass ist korrekt - aber kann man dann dieses Epos noch "Godzilla" nennen?
Daran tue ich mich dann schwer. Godzilla ist ein Teil urjapanischer Kulturidentität.

Und wegen der Anzugtradition möchte ich folgendes versuchen zu erklären:

Die Yoroi ist die Samurai-Rüstung. Eine Rüstung schützt einen Menschen, der sie trägt. Gleichzeitig neben der spirituellen Einstellung (siehe Bushido) wird man auch durch das Tragen der Rüstung ein anderes Wesen = Mensch = Krieger. Er "transformiert" sich quasi.

Im Kabuki-Theater können und wurden seit jeher Mythologie-Verarbeitung, Drama und Fiktionen aufgegriffen und künstlerisch interpretiert. Hier entstanden auch viele spätere japanische Stereotypen. Die Bühnen sind hier meistens groß, opulent und detailreich.

Im No-Theater sind diese Themen auch vertreten, nur der Unterschied besteht hier drin, dass alle Rollen von Männern mit Masken gespielt werden. Ein weiterer Aspekt im Vergleich zum Kabuki ist, dass hier nur die Schauspieler auf einer Bühne OHNE Ausstattung agieren.

Und diese drei ursprünglichen Themen wurden quasi zu den Monsteranzügen verschmolzen. Es gibt z.B. keine weiblichen Monsteranzug-Träger, auch wenn der Charakter des Monsters weiblich sein sollte.

Japanischen Frauen wäre dies peinlich. Dies möchte ich auch noch anmerken, falls sich hier eine Dame angegriffen fühlen sollte.

Ich schildere hier nur die japanische Denkweise.

"Ich hoffe zumindest, dass ich dich richtig verstanden habe^^
Diskussionen mit dir lese ich auch immer gerne (egal ob ich aktiv daran beteiligt bin oder nicht), da du (im positiven Sinn) ein spezieller MJ-User bist. Leute mit stark asiatischem (Film-)Interesse gibt es hier auf Moviejones nur selten. Von daher sind deine Beiträge immer sehr abwechslungsreich, was zudem den Moviejones-Horizont erweitert."

So damit komme ich nun zum Ende dieses Beitrages. Und ich danke dir nochmals. Ich finde die Diskussion auch mit dir, immer spannend und gelungen.

Das hier nur wenige Leute mit asiatischen (Film)-Interesse gibt, ist mir auch schon aufgefallen. Aber vielleicht ändert sich das ja.

Das ich euren Moviejones-Horizont erweitere, ist mir eine Ehre. Ich helfe gerne und so weit ich kann.

Melde dich ruhig, wenn du noch was wissen willst.
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jerichocane : : Advocatus Diaboli
13.02.2014 01:22 Uhr
0
Dabei seit: 08.08.09 | Posts: 6.361 | Reviews: 22 | Hüte: 286
@MD02GEIST
Erst einmal nette Erklärung.
Mein Kommentar war auch nicht abwertend gemeint, sondern spiegelt
nur meine Emotionen zu den späteren Wrestling Godzilla Filmen wieder.
Auch die Betitelung B-Movie ist nicht abwertend gemeint, ich bin ein
großer Fan von B-Movies und gebe dir Recht, dass sie meistens allein
durch ihren Charme unterhalten.
Deshalb schrieb ich auch, dass GINO obwohl kein Gummimonstermann
ein guter Monsterfilm ist, da ich weiß das den Godzilla Fans gerade diese
Menschen in den Monsterkostümen so verehren.
Aber letztendlich hat Emmerichs GINO eine moderne Variante des
Original Godzillas aus den 50ern erzählt und dem nach ist mMn
Emmerichs Godzilla ein direktes und gelungenes Remake zum Original.
Aber ich verstehe genauso, dass Fans gerade der späteren populäreren
Godzilla Filme, welche aber nichts mehr mit dem Original aus den 50ern
zu tun haben, sich über GINO aufregen, da alles was sie lieben dort mit
Füßen getreten und ignoriert wird.
Ich als nur Fan des ersten und zweiten Godzilla Films, sehe in GINO eine
gelungene Neuinterpretation.
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
12.02.2014 21:40 Uhr | Editiert am 12.02.2014 - 21:41 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 14.792 | Reviews: 163 | Hüte: 523
@MD02GEIST

Godzilla ist ein JAPANISCHES Epos und kein westliches im ersten Sinne. Eine Adaptation aus westlicher Seite muss dies bedenken, wenn es Godzilla nennt.
Hier ist Cloverfield wieder ein gutes Beispiel. Ein westliches Trauma gut verarbeitet.

Ich verstehe glaube ich, wo dein primäres Problem beim Emmerich-Film liegt. Dass man diesen Film "Godzilla" genannt hat. Ich wollte grade nämlich argumentieren, dass es auch weitere östliche Filme gibt, die erfolgreich ins Westliche übertragen wurden (z.B. The Departed, Für eine Handvoll Dollar, Die glorreichen Sieben). Dann ist mir aber aufgefallen, dass bei allen drei Filmen die Filmtitel geändert wurden. Würde dir Emmerichs Film also besser gefallen, wenn man ihn nicht Godzilla genannt hätte?
Meine genannten Beispiele beachten ja schließlich auch nicht, dass es ursprünglich asiatische Werke waren. Von daher bin ich der Meinung, dass es Emmerichs Godzilla auch nicht tun muss. Und letztendlich tut er das ja auch nicht. Der nur für Japan relevanten Atombomben-Thematik hat man sich entledigt und man lässt Godzilla auf die typischste us-amerikanische Stadt los. Amerikanisierung erfolgreich ausgeführt. Es erinnert halt nur der Name an das Original. Deswegen meine oben genannte Frage, ob dir der Film unter einem anderen Titel besser gefallen hätte.


Hier finde ich widersprichst du dir selbst. Du äußerst hier Verständnis, aber hält die Monsteranzüge für nicht tragbar?

Entschuldige, das war misverständlich formuliert.
Die japanischen Filme können gerne mit Anzügen gedreht werden. Das respektiere ich. Nur bei neueren Werken würde das nicht mehr meinen Geschmack treffen, da man Godzilla mittels CGI authentischer darstellen könnte.


"Aber das kann man doch von westlichen Kinogängern nicht erwarten. Den meisten davon ist sowas völlig egal, weil sie einfach keinen Bezug dazu haben."

Da kann ich dir unter dieser Perspektive Recht geben, aber wenn eine Kritik negativ gefärbt sein, frage ich mich dann doch folgendes:
wenn sich die Kinogänger oder Kritiker intensiver mit den Hintergründen auseinander gesetzt hätten - wäre diese Kritik immer noch so?

Bezogen auf die japanischen Filme ist deine Kritik an der Kritik vollkommen verständlich und da würde ich dir auch beipflichten. Ohne Hintergrundwissen macht eine Kritik keinen Sinn.
Wenn man aber einen Film von seinen Original-Wurzeln löst und in einer neuen Umgebung wieder einpflanzt (hier: Godzilla: Ost -> West), ändert sich gleichzeitig auch die Wahrnehmung. Bei einem Godzilla, der nichts mehr mit der japanischen Kultur zu tun hat, kann man doch nicht fordern, dass er alte Samurai-Anzüge berücksichtigt.


Zum Schluss: Ich genoss mich derart zu unterhalten. Ich kann natürlich hoffen, dass du auch mich verstanden hast.

Ich hoffe zumindest, dass ich dich richtig verstanden habe^^
Diskussionen mit dir lese ich auch immer gerne (egal ob ich aktiv daran beteiligt bin oder nicht), da du (im positiven Sinn) ein spezieller MJ-User bist. Leute mit stark asiatischem (Film-)Interesse gibt es hier auf Moviejones nur selten. Von daher sind deine Beiträge immer sehr abwechslungsreich, was zudem den Moviejones-Horizont erweitert.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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MD02GEIST : : Godzilla Fan #1
12.02.2014 18:45 Uhr | Editiert am 12.02.2014 - 18:48 Uhr
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Dabei seit: 01.01.13 | Posts: 2.409 | Reviews: 26 | Hüte: 197
@ luhp92
"Alles klar, danke für die Infos zur Rechtsgrundlage. Ich dachte, der Godzilla von 1998 wäre auch schon von Warner Bros produziert worden."

Ich bin froh, dass ich dir dort weiterhelfen konnte.

"Zu deiner Antwort an jerichocane möchte ich auch noch was sagen:

hat kein Feueratem aus thermonuklearer Energie, keine aufleuchtenden Rückenplatten

Das ist dann wohl Geschmackssache bzw. Zeitgeist der japanischen Nachkriegszeit. Heutzutage halte ich einen Godzilla mit nuklearem Feueratem nicht mehr für wirklich tragbar.
Da sagen mir die Ansätze in Emmerichs Godzilla oder auch Cloverfield bedeutend mehr zu. Emmerichs Ansatz beruht ja darauf, dass Godzilla ein durch radioaktive Strahlung mutiertes Reptil ist. Ausgehend von den heutigen Atomkraft-Problemen (AKW-Unfälle wie Tschernobyl, Fukushima, etc) ist radioaktive Mutation allgemein realistischer als ein Atomangriff (Ursprung des Original-Godzilla). Cloverfield wäre z.B. die moderne, amerikanische Herangehensweise an den Stoff. Statt der Traumata nach den Atombomben 1945 werden hier die Traumata nach 9/11 aufgearbeitet. So eine Herangehensweise erwarte ich von Edwards Godzilla ebenfalls. Ein möglichst realistisch geerdetes Monster, welches Terror-, Angst- und Hilflosigkeits-Zustände heraufbeschwört. Darüberhinaus bin ich sehr gespannt darauf, wie Godzillas Ursprung im neuen Film erklärt wird."

Da ich ja Fan bin, habe ich natürlich eine andere Meinung. Godzilla ohne Feueratem ist NICHT Godzilla. Es gehört zu seinem Wesen. Daran was zu ändern, ist finde ich persönlich absolut boshaft. Ich meine jetzt nicht deine Meinung, sondern so eine Herangehensweise.

Du kannst nicht dir die Finger abschneiden und wundern, warum du nichts mehr anfassen kannst.

Cloverfield ist ein wunderbarer Film. Er greift die Thematik von 9/11 wirklich gut auf. Er ist das was GINO hätte sein sollen. Darin stimme ich voll zu. Dasselbe und noch heftiger erwarte ich dies von Edwards Seite.

"es ist kein Mann im Anzug
Die Anzüge waren damals ja entwickelt worden, weil im Vergleich Stop-Motion damals teurer war.

Auch das halte ich heutzutage nicht mehr für wirklich tragbar. Dass man damals mit Anzügen gearbeitet hat, kann ich absolut verstehen. Aber wieso sollte man heutzutage zwanghaft auf moderne Technik verzichten? "

Da muss ich ernsthaftig protestieren. Als Fan, Liebhaber und Kenner muss ich mich wiederholen. Die Anzüge sind jeher Tradition und bilden in ihrem eigenen Kontext eine Art von künstlicher Realität ab.

Für einen Nicht-Fan ist das sehr schwer zu verstehen, das gebe ich zu.

Wenn in Japan Monster oder Helden nicht mehr als erkennbare Anzüge hergestellt werden sollten, würde ein Teil meiner Kindheit und stetigen Faszination sterben.

Es ist eine eigene Art von Kunst und diese hat nichts damit zu tun, dass es technologische Evolution gibt. Kunst war und ist seit die Menschen dies tun zeitlos.

"Emmerichs Godzilla war für 1998-Verhältnisse klasse animiert. Edwards nutzt weiterentwickeltes CGI, beruhend auf den Trailern ist sein Godzilla ebenfalls klasse animiert worden. Des Weiteren werden Computeranimationen immer billiger, sodass diese auch von kleinen Filmemachern genutzt werden können."

Sicher CGI verbesserte sich immer und ich selber liebe auch vollständige CGI-Produkte wie TRANSFORMERS PRIME oder MS GUNDAM MS IGLOO, aber für das Daikaiju Eiga, kann ich mir nur eine Unterstützungsrolle vorstellen.

"Im Verlgeich dazu habe ich mir grade mal die von dir angesprochene Kampf-Szene aus Godzilla: Final Wars angeschaut. Tut mir leid, aber solche Effekte kann ich nicht ernstnehmen. Das sieht aus wie billiger Trash."

Das finde ich schade, denn der Film ist für einfach klasse Unterhaltung. GODZILLA - FINAL WARS spaltet seit seinem Erscheinen die Fans, aber trotzdem mag ich ihn. Die Spaltung liegt darin begraben, dass Kitamura einen Film produzierte, so wie er ihn sich vorstellte und eher an die Showa-Serie errinnerte, als an die damals kontemporären Millennium-Filmen.

"Desweiteren die Anzüge gehen auf die Tradition der Yoroi (Samurai-Rüstung) und des Kabuki- und des No-Theaters zurück.
Wenn du mit solch einer Tradition in Japan brichst, dann wundere dich nicht, dass man dich ins Abseits stellt.

Hollywood liegt aber nicht in Japan, dementsprechend sollte man den Stoff etwas differenzierter betrachten".

Hollywood liegt Gott sei Dank nicht in Japan, aber wegen der Differentziert nochmal:

Godzilla ist ein JAPANISCHES Epos und kein westliches im ersten Sinne. Eine Adaptation aus westlicher Seite muss dies bedenken, wenn es Godzilla nennt.
Hier ist Cloverfield wieder ein gutes Beispiel. Ein westliches Trauma gut verarbeitet.

"Dass man in Japan Wert auf die traditionellen Samurai-Rüstungen legt, ist absolut verständlich. "

Hier finde ich widersprichst du dir selbst. Du äußerst hier Verständnis, aber hält die Monsteranzüge für nicht tragbar?

Ich sagte ja schon, die Anzüge stehen in der Tradition dieser Rüstungen und des Kabuki- und No-Theaters. Du kannst diesen Sachverhalt nicht auseinandernehmen. Japan ist ein Land, was viel Wert auf seine Kultur, Geschichte und Traditionen legt. Ich wiederhole mich erneut, aus japanischer Perspektive betrachtet, wäre dies nicht nur Heuchelei, sondern Irrsinn.

"Aber das kann man doch von westlichen Kinogängern nicht erwarten. Den meisten davon ist sowas völlig egal, weil sie einfach keinen Bezug dazu haben."

Da kann ich dir unter dieser Perspektive Recht geben, aber wenn eine Kritik negativ gefärbt sein, frage ich mich dann doch folgendes:
wenn sich die Kinogänger oder Kritiker intensiver mit den Hintergründen auseinander gesetzt hätten - wäre diese Kritik immer noch so?

Sicher Kritik ist beides, aber sie muss fair bleiben. Und wenn jemand etwas nicht versteht - warum tut er oder sie nicht daran dieses Unverständnis zu erkunden?

Wenn ich etwas nicht verstehe, gehe ich der Sache nach, bis ich es verstanden habe.

Ist dies wirklich schwer?

Für mich - Nein.

Wie sieht es bei dir aus?

"Östlicher Einfluss lässt sich dennoch sehr gut in westlichen Einfluss umwandeln. Bezogen auf Godzilla hat man das in Cloverfield perfekt hinbekommen."

Auch hier stimme ich dir zu.


"Ich hoffe, du fasst meinen Post jetzt nicht falsch auf. Ich möchte weder deine Meinung angreifen noch den Original-Godzilla schlecht reden. Ich möchte nur ausführen, warum ich für moderne, vor allem westliche Adaptionen, eine andere Herangehensweise für sinnvoller erachte."

Sicher es gibt gute Herangehensweisen, aber Hollywood ist nunmal Hollywood und so wie dort gearbeitet wird, davon kann ich nur Abstand davon nehmen.

Natürlich hoffe ich, dass Edwards Film sehr gut sein wird, aber momentan bin ich noch sehr vorsichtig. Die Erfahrung mit GINO ist da und ich möchte diesen Alptraum nicht nochmal erleben.

Zum Schluss: Ich genoss mich derart zu unterhalten. Ich kann natürlich hoffen, dass du auch mich verstanden hast.
Monsters are born too tall, too strong, too heavy—that is their tragedy - Ishiro Honda
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
12.02.2014 17:47 Uhr | Editiert am 12.02.2014 - 17:55 Uhr
0
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@MD02GEIST

Alles klar, danke für die Infos zur Rechtsgrundlage. Ich dachte, der Godzilla von 1998 wäre auch schon von Warner Bros produziert worden.

Zu deiner Antwort an jerichocane möchte ich auch noch was sagen:

hat kein Feueratem aus thermonuklearer Energie, keine aufleuchtenden Rückenplatten

Das ist dann wohl Geschmackssache bzw. Zeitgeist der japanischen Nachkriegszeit. Heutzutage halte ich einen Godzilla mit nuklearem Feueratem nicht mehr für wirklich tragbar.
Da sagen mir die Ansätze in Emmerichs Godzilla oder auch Cloverfield bedeutend mehr zu. Emmerichs Ansatz beruht ja darauf, dass Godzilla ein durch radioaktive Strahlung mutiertes Reptil ist. Ausgehend von den heutigen Atomkraft-Problemen (AKW-Unfälle wie Tschernobyl, Fukushima, etc) ist radioaktive Mutation allgemein realistischer als ein Atomangriff (Ursprung des Original-Godzilla). Cloverfield wäre z.B. die moderne, amerikanische Herangehensweise an den Stoff. Statt der Traumata nach den Atombomben 1945 werden hier die Traumata nach 9/11 aufgearbeitet. So eine Herangehensweise erwarte ich von Edwards Godzilla ebenfalls. Ein möglichst realistisch geerdetes Monster, welches Terror-, Angst- und Hilflosigkeits-Zustände heraufbeschwört. Darüberhinaus bin ich sehr gespannt darauf, wie Godzillas Ursprung im neuen Film erklärt wird.


es ist kein Mann im Anzug
Die Anzüge waren damals ja entwickelt worden, weil im Vergleich Stop-Motion damals teurer war.

Auch das halte ich heutzutage nicht mehr für wirklich tragbar. Dass man damals mit Anzügen gearbeitet hat, kann ich absolut verstehen. Aber wieso sollte man heutzutage zwanghaft auf moderne Technik verzichten? Emmerichs Godzilla war für 1998-Verhältnisse klasse animiert. Edwards nutzt weiterentwickeltes CGI, beruhend auf den Trailern ist sein Godzilla ebenfalls klasse animiert worden. Des Weiteren werden Computeranimationen immer billiger, sodass diese auch von kleinen Filmemachern genutzt werden können.
Im Verlgeich dazu habe ich mir grade mal die von dir angesprochene Kampf-Szene aus Godzilla: Final Wars angeschaut. Tut mir leid, aber solche Effekte kann ich nicht ernstnehmen. Das sieht aus wie billiger Trash.


Desweiteren die Anzüge gehen auf die Tradition der Yoroi (Samurai-Rüstung) und des Kabuki- und des No-Theaters zurück.
Wenn du mit solch einer Tradition in Japan brichst, dann wundere dich nicht, dass man dich ins Abseits stellt.

Hollywood liegt aber nicht in Japan, dementsprechend sollte man den Stoff etwas differenzierter betrachten. Dass man in Japan Wert auf die traditionellen Samurai-Rüstungen legt, ist absolut verständlich. Aber das kann man doch von westlichen Kinogängern nicht erwarten. Den meisten davon ist sowas völlig egal, weil sie einfach keinen Bezug dazu haben.
Östlicher Einfluss lässt sich dennoch sehr gut in westlichen Einfluss umwandeln. Bezogen auf Godzilla hat man das in Cloverfield perfekt hinbekommen.


Ich hoffe, du fasst meinen Post jetzt nicht falsch auf. Ich möchte weder deine Meinung angreifen noch den Original-Godzilla schlecht reden. Ich möchte nur ausführen, warum ich für moderne, vor allem westliche Adaptionen, eine andere Herangehensweise für sinnvoller erachte.

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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MD02GEIST : : Godzilla Fan #1
12.02.2014 14:32 Uhr
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@ jericho
"Ich verstehe nicht wieso alle Emerichs Godzilla so schlecht fanden?"

Es ist kein Remake vom 1954er Godzilla.

Amerika war damals noch "unbesiegbar" und ferner ist das Titelwesen einfach nicht Godzilla.
Er geht nicht aufrecht, hat kein Feueratem aus thermonuklearer Energie, keine aufleuchtenden Rückenplatten, er rennt, statt zu stapfen, es ist kein Mann im Anzug, etc, etc.
Das Wesen besitzt einfach keinen Charm - weder als Monster noch als vermenschlichtes Wesen.
Und die menschlichen Charaktere sind einfach peinlich. Tut mir leid. Dieser Film ist einfach grauenhaft.

"Mir gefiel der FIlm sehr gut und ich schaue ihn heute noch gern. Okay es kein Godzilla Gummimannmonster, aber ein klasse Monsterfilm."

Als Godzilla oder richtiger Daikaiju-Film - Niemals! Siehe die oben erwähnten Gründe.

Die Anzüge waren damals ja entwickelt worden, weil im Vergleich Stop-Motion damals teurer war. Desweiteren die Anzüge gehen auf die Tradition der Yoroi (Samurai-Rüstung) und des Kabuki- und des No-Theaters zurück.
Wenn du mit solch einer Tradition in Japan brichst, dann wundere dich nicht, dass man dich ins Abseits stellt.
Daher ist CGI auch heutzutage nur als Ergänzung da, nicht um es vollständig zu ersetzen.
Ich bin halt Traditionallist und kann diese Haltung nachvollziehen.

Gareth Edwards Film hat zwar keine Suitmotion, aber dafür sieht es danach aus. Damit kann ich mich einigermaßen zufrieden geben. Edwards Godzilla sieht wenigstens nach dem Original ähnlicher als GINO.

Wenn du GINO magst, habe ich kein Problem damit.

"Ich denke wenn der FIlm einen anderen Namen gehabt hätte, wäre er noch erfolgreicher gewesen.
Hier muß man noch sagen, GINO war ein erfolgreicher FIlm, er spielte
das dreifache seiner Kosten ein und ist sogar der erfolgreichste Hollywood Asien Remake."

Das bestreite ich nicht, aber finanzieller Erfolg macht noch keinen guten Film in meinen Augen.

"Ich muß aber auch sagen das ich nur die ersten drei Originalen Godzilla Filme, in denen Gojira noch als furchteinflössende Monster dargestellt wurde, richtig gut fand, denn danach wurden die Filme eher zu B-Movies und einem Art Monsterwrestling, in dem Godzilla personifiziert bzw. vermenschlicht wurde."

Natürlich ist Godzilla als furchteinflößendes Monster am besten, aber als Held bzw. später Anti-Held mag ich ihn ebenfalls.

Außerdem bedenke bitte noch folgendes. Die Filme haben von ernsthaften Drama zum Monster-Wrestling entwickelt, weil es mit dem Zeitgeist und den damaligen Vermarktungen zusammenhängt.

Du musst ja schließlich bedenken, dass diese Filme ursprünglich ausschließlich für den japanischen Markt produziert worden sind.
Ein weiterer Aspekt ist, dass ja erst mit dem zweiten Godzilla-Film - GODZILLA SCHLÄGT ZURÜCK (1955) - beschlossen wurde die Filme in Serie gehen zu lassen. Nicht vorher.

Eine Veröffentlichung der Filme im Westen war niemals geplant. Die Filme wurden von ausländischen Firmen gekauft und in manigfaltiger Weise veröffentlicht.

Ferner deine kritischen Worte bezüglich der Titelierung als B-Movie, frage ich dich philosophisch warum angebliche B-Movies prozentual mehr Spaß machen als A-Movies und gleichzeitig "schlechte" Qualität den Blick auf das wirkliche Gute schärft?

Budget macht meiner Erfahrung gibt keinen Garant für einen guten Film. Ein Film muss MICH unterhalten können. Tut er das nicht, tut er es halt nicht. Und ich schaue meistens nur solche "B-Movies". Viele, viele sogenannten "A-Movies" sind einfach nicht das, was ich sehen will.

Wenn wir aber das Genre des Daikaiju Eiga sprechen, merke ich noch an, dass für mich einfach metaphorische Unterhaltung. Jeder Film hat seine eigene Botschaft und ist einzigartig. Sie machen immer Spaß und können immer wieder angesehen werden.

Vielleicht kannst du mich jetzt verstehen. Ich freue mich jedes Mal, wenn ich darüber sprechen darf - also du hast meinen Dank!
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jerichocane : : Advocatus Diaboli
12.02.2014 13:11 Uhr
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Dabei seit: 08.08.09 | Posts: 6.361 | Reviews: 22 | Hüte: 286
@MD02GEIST
Ich verstehe nicht wieso alle Emerichs Godzilla so schlecht fanden?
Mir gefiel der FIlm sehr gut und ich schaue ihn heute noch gern. Okay es
kein Godzilla Gummimannmonster, aber ein klasse Monsterfilm.
Ich denke wenn der FIlm einen anderen Namen gehabt hätte, wäre er
noch erfolgreicher gewesen.
Hier muß man noch sagen, GINO war ein erfolgreicher FIlm, er spielte
das dreifache seiner Kosten ein und ist sogar der erfolgreichste Hollywood
Asien Remake.

Ich muß aber auch sagen das ich nur die ersten drei Originalen Godzilla
Filme, in denen Gojira noch als furchteinflössende Monster dargestellt
wurde, richtig gut fand, denn danach wurden die Filme eher zu B-Movies
und einem Art Monsterwrestling, in dem Godzilla personifiziert bzw.
vermenschlicht wurde.
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MD02GEIST : : Godzilla Fan #1
12.02.2014 09:27 Uhr | Editiert am 12.02.2014 - 09:28 Uhr
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@ luhp92

Das beantworte ich dir gerne.

Toho ist und bleibt der vollständige Rechteinhaber von allem was Godzilla und sein fiktives Daikaiju-Universum betrifft.

Zu GINO = TriStar und Centropolis:
Soweit ich es noch im Kopf habe, haben damals 1994 sich die Firmen Centropolis und TriStar sich die Rechte für den Namen "Godzilla" gesichert und nicht für den japanischen Charakter und seine Merkmale. Nur der Name, wohlgemerkt.

Aus diesem Grund ist dieses Wesen, was wir in GINO sehen dürfen auch nicht Godzilla. Nicht nur visuell, sondern auch charakterlich gesprochen.

Wenn du GODZILLA - FINAL WARS (2004) kennst, siehst du wie der echte Godzilla sein amerikanisches Gegenstück - in dem Film Zilla genannt - tötet.

Ich habe momentan keinen Beweis für folgendes, aber ich stelle mir vor, dass Toho für das Design von Tatoupolous ein kleines Sümmchen im Hintergrund springen lies und somit wurde nun dieses Design und Wesen nun auch vollständig in eine Art japanischen Kanon integriert. Aber nicht seine Charakteristika, sprich a-sexueller Eierleger.

Natürlich hätte Toho seine Rechte auch zurückkaufen können, aber weil ja auf beiden Seiten kein Interesse mehr an einer Live-Action-Emmerich-Version bestand, war es für beide Parteien es bei dieser Situation zu belassen = Geld gespart.


Zu Warner Brothers & Legendary Pictures:
Diese beiden hatten gegen 2010 die Rechte neueingekauft, weil ja nun über 10 Jahre seit GINO vergangen waren und für Toho die Rechte für eine weitere Verfilmung seitens Centropolis & TriStar dank der immensen negativen Kritik auslaufen lies.

Desweiteren sind ja Warner Brothers und Legendary Pictures in der Zwischenzeit keine Partner mehr, was die Sache noch viel interessanter machen dürfte, weil ich jetzt nicht herausfinden kann, wer im Falle eines Sequels die Rechte auf amerikanischer Seite besitzt.

Toho ist ja auch an Geldmachen interessiert, aber selbst die strengen Herren von damals haben eingesehen, dass sie nur dann Geld machen können, wenn sie auf die Kunden hören und ihnen das präsentieren, was diese wollen. Und dieses mal scheint es so als würden wir die richtige Art von US-Remake bekommen.

Ich hoffe ich konnte dir weiterhelfen.

Ich selbst bin kein Jurist was amerikanisches oder gar japanisches Copyright betrifft, sondern nur ein Otaku aus Deutschland : D
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