
Es gibt traurige Nachrichten aus Hollywood: Darsteller und Regisseur Robert Redford ist heute, am Morgen des 16. Septembers 2025, in seinem Haus im US-Bundesstaat Utah verstorben. Damit hinterlässt er als einer der beliebtesten Schauspieler der 70er-Jahre eine große Lücke in der Traumfabrik, weshalb wir mit euch noch einmal auf seine erstaunliche Karriere, seine Filmografie und seine Auszeichnungen zurückblicken wollen.
Charles Robert Redford Jr. wurde am 18. August 1936 in Santa Monica im US-Bundesstaat Kalifornien geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen mit seinem Halbbruder William auf. Während er eine Highschool in Los Angeles besuchte, bekam Redford 1955 aufgrund seiner sportlichen Leistungen im Baseball ein Stipendium für eine angesehene Universität in Colorado zugesprochen. Mit dem plötzlichen Tod seiner Mutter im selben Jahr verschlechterte er sich, auch aufgrund von Alkoholkonsum, im Sport und in der Schule erheblich, sodass man ihm das Stipendium wieder entzog. Nach einigen Nebenjobs in L.A. und einem Besuch in Europa kehrte Robert Redford 1958 wieder in seine Heimat zurück, begann ein Studium für Theaterdesign in New York und entdeckte daraufhin seine Leidenschaft für die Schauspielerei.
Nach kleineren Broadway-Auftritten stand Redford in einer Folge der Western-Serie Maverick zum ersten Mal vor der TV-Kamera, bis er 1962 mit Hinter feindlichen Linien auch erste Erfahrungen in Sachen Kinofilme sammelte. Sein großer Durchbruch in diesem Bereich sollte aber erst später erfolgen, obwohl er mit Theaterstücken äußerst erfolgreich wär. Mit der Komödie Barfuß im Park von Gene Sacks konnte er sich 1967 vor einem größeren Kinopublikum beweisen, bis ihm zwei Jahre darauf mit der Western-Komödie Zwei Banditen neben Co-Star Paul Newman auch der Durchbruch im Filmgeschäft geglückt war. Der Film avancierte nicht nur zum Mega-Erfolg und bescherte Redford eine stattliche Gage, er etablierte ihn auch als Star der damaligen Filmkultur und festigte sein Image als Frauenmagnet.
1973 entschlossen sich die beiden Darsteller für Der Clou, einer Komödie über zwei rachsüchtige Trickbetrüger, erneut zusammenzuarbeiten, welche wieder von großem Erfolg gekrönt wurde und noch heute als einer der profitabelsten Filme der 70er-Jahre gilt. Für seine darstellerische Leistung erhielt Robert Redford seine erste und zugleich einzige Nominierung für den Oscar in der Kategorie "Bester Hauptdarsteller", ging bei der Verleihung allerdings leer aus. Mit Bill McKay - Der Kandidat, ein Justizdrama, und Jeremiah Johnson, welcher von einem Selbstfindungstrip in den Rocky Mountains erzählt, folgten 1972 zwei komplett verschiedene Projekte. 1973 wagte sich Redford in das Genre der Romanze So wie wir waren, die wie der Thriller Die drei Tage des Condor unter Regisseur Sydney Pollack an den Kassen überzeugen konnte.
Nach finanziellen Dämpfern wie Der große Gatsby oder Tollkühne Flieger war Robert Redford 1976 bei der Romanverfilmung um die Watergate-Affäre, Die Unbestechlichen, mit Dustin Hoffman erstmalig auch als Produzent mit an Bord. Es folgte der Kriegsfilm Die Brücke von Arnheim und eine zweijährige Pause vom Filmgeschäft, bis Redford 1979 zum wiederholten Male mit Sydney Pollack drehte. 1980 legte Redford mit Eine ganz normale Familie dann sein Regiedebüt hin, das ihm 1981 prompt den Golden Globe und den Academy Award für die beste Regie sicherte. Die Romanverfilmung soll eine von insgesamt neuen Regiearbeiten Redfords sein, darunter auch Quiz Show - Der Skandal (1995) oder Der Pferdeflüsterer (1998), die heute bei vielen Kennern Kultstatus genießen.
Doch trotz seiner Erfolge als Regisseur gab Robert Redford in den 80err-Jahren das Schauspielern nicht auf und war so etwa 1980 in Brubaker, 1984 in Der Unbeugsame und 1985 an der Seite von Meryl Streep im Liebesfilm Jenseits von Afrika zu sehen. In den 90er-Jahren machte sich der Darsteller ein wenig rar und spielte selbst in nur fünf Spielfilmen mit, darunter Sneakers - Die Lautlosen, im bereits erwähnten Der Pferdeflüsterer oder mit Michelle Pfeifer in Aus nächster Nähe. Bis zu seinem Rückzug aus der Filmbranche im Jahr 2018 spielte Redford unter anderem noch mit Brad Pitt in Spy Games - Agenten der Nacht, 2013 in The Company You Keep - Die Akte Grant und verkörperte 2014 in The Return of the First Avenger neben Chris Evans und Scarlett Johansson die Rolle des Antagonisten. Sein offiziell letzter Film ist Ein Gauner & Gentleman, während er 2019 in Avengers - Endgame einen kurzen Auftritt bekam.
Robert Redford galt mit seinem Äußeren in den 70er-Jahren als Sexsymbol und zählt zwischen 1973 und 1976 zu den erfolgreichsten Schauspielern Hollywoods und erhielt 2002 den Ehrenoscar für sein Lebenswerk. Doch auch abseits von Sets engagierte sich für die Filmkunst und gründete 1980 in Utah das Sundance Institute, benannt nach seiner Lieblingsrolle in Zwei Banditen, das sich das Fördern von Independent-Filmmachern zum Ziel erklärt hat. Auch der Umweltschutz lag Redford sehr am Herzen; so war ein führendes Mitglied der Seeschutzorganisation Sea Shepherd und machte sich in einem Blog für die Eindämmung der Erderwärmung stark.
Privat war er seit 1996 mit der deutschen Malerin Sibylle Szaggars verheiratet, hatte vier Kinder aus mehreren Ehen und sieben Enkel.
Mit seiner Vielzahl an Charakterdarstellungen, Erfolgen und selbst inszenierten Filmen wird Robert Redford sicherlich jedem, egal ob Cineast oder nicht, noch lange in Erinnerung bleiben.
Robert Redford, the Hollywood golden boy and Sundance Film Festival founder who starred in such movies as 'Butch Cassidy and the Sundance Kid,' 'The Way We Were' and 'All the President’s Men' — and who won an Academy Award for directing 'Ordinary People' — has died. He was 89… pic.twitter.com/kwMNUybB35
— The Hollywood Reporter (@THR) September 16, 2025
