KritikFilmdetailsTrailer (1)BilderNewsFilmabo
Film »NewsTrailer (1)
Agnes

Prädikat: besonders wertvoll

Agnes Kritik

0 Kommentar(e) - 22.05.2016 von FBW - Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).

Agnes Bewertung: 4/5

Alles beginnt mit einem Blick, als Walter Agnes in der Bibliothek begegnet. Walter ist gescheiterter Romancier, der nun Sachbücher schreibt, Agnes ist Physikstudentin. Im Bus sehen sich beide wieder. Walter traut sich, spricht Agnes an. Eine Unterhaltung über den Sinn des Lebens entspinnt sich, aus einem Gespräch wird ein Kuss, eine Nacht, eine Beziehung. Agnes bedrängt Walter, doch wieder einen Roman zu schreiben. Am besten sollte es ein Roman über die Liebe sein. Über ihre Liebe. Über sie. Walter zögert zunächst, doch fühlt sich dann inspiriert und beginnt zu schreiben. Doch langsam verschwimmen die Grenzen zwischen Fiktion und Wirklichkeit...

Agnes von Johannes Schmid ist die Verfilmung des gleichnamigen Romans von Peter Stamm. Ganz genau und sorgfältig transportiert der Film die Tonlage des Romans auf die Leinwand, die Dialoge sind bewusst literarisch und dienen dazu, die Distanz zwischen Situation und Betrachter aufrechtzuerhalten.

Aufgefächert wird die Faszination eines Beziehungsdramas, auch dank der hervorragenden darstellerischen Leistung von Odine Johne und Stephan Kampwirth. Kampwirth als Walter ist eine gebrochene und gequälte Künstlerseele par excellence. Stetig zweifelt er an sich selbst, an seinem Können, an seinen Wünschen. Erst Agnes scheint ihm einen neuen Lebenssinn zu geben, er verliert sich ganz in seiner Muse und der Besessenheit, ihre Geschichte als perfektes Liebesdrama zu erdenken und niederzuschreiben. Doch er ist sich stets im Unklaren, wie viel echte Gefühle hinter der Beziehung zu Agnes stehen. Die Person aus Fleisch und Blut wird zum Objekt, er benutzt sie und merkt es nicht einmal. Agnes wird zu einer Spiegelung der eigenen Wünsche.

Der Videoplayer(11050) wird gestartet

Es gelingt Odine Johne auf beeindruckende Weise, all diese Aspekte in ihrem Spiel zu vereinen. Elfengleich durchschreitet sie die Szenerie, scheint der realen Welt entrückt und lässt in ihrem Gesicht Unschuld, Entschlossenheit, Verliebtheit und Verzweiflung gleichermaßen durchscheinen. So wird sie auch zur Projektionsfläche für den Zuschauer, der verunsichert wird, was nun real und was ein Teil der von Walter erdachten Geschichte ist.

Geschickt arbeiten Schmid und sein Kameramann Michael Bertl mit Licht und Farbe, um die perfekt arrangierten Sequenzen voneinander abzugrenzen. Auch werden Szenen in Rückblende wiederholt, aus anderen Blickwinkeln gefilmt, mit alternativen Enden erzählt. So entsteht ein den Zuschauer stetig herausforderndes Vexierspiel. Ein faszinierender und hochintelligenter Film über die Wahrheit in der Fiktion. Und die Wahrhaftigkeit der Liebe.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

Agnes Bewertung
Bewertung des Films
810
0 Kommentar(e) / Jetzt kommentieren

Weitere spannende Film-Kritiken

KritikKritik
Kritik vom 14.05.2017 von FBW
Hanni und Nanni sind richtig sauer, als ihre Eltern beschließen, sie im Internat Lindenhof anzumelden. Mag ja sein, dass die Zwillingsschwestern nicht immer die bravsten 12-Jährigen sind. Aber ein Internat?! Das lassen sich die Schwestern nicht gefallen. Und so stecken sie gleich nach der Ankunft die Köpfe zusammen, um der Schulleiterin mit möglichst vielen Streichen zu beweisen, dass diese wohl am besten auf Hanni und Nanni ... die komplette Film-Kritik lesen

KritikKritik
Kritik vom 23.04.2017 von FBW
Der kleine Richard ist gerade dabei, aus dem Ei zu schlüpfen, da verschwinden seine Eltern spurlos. Als die Storchendame Aurora den kleinen Vogel findet, kann sie gar nicht anders, als ihn in ihr Nest aufzunehmen. Ihr strenger Storchenehemann ist gar nicht begeistert, denn schließlich ist Richard ein kleiner Spatz und kein stolzer Storch. Doch Aurora besteht darauf, sich um Richard zu kümmern. Und auch Max, der Storchensohn, freut ... die komplette Film-Kritik lesen

Und noch mehr Kritiken

Horizont erweitern

Dem Tode geweiht: Wer in seinen Filmen am häufigsten stirbtJames Bond 007 - Die besten Filme der ReiheDie besten Werwolffilme

Was denkst du?


Login mit Facebook



Mit meinem Login stimme ich den Anmelderegeln zu.