KritikFilmdetailsTrailer (1)Bilder (17)NewsFilmabo
Film »NewsTrailer (1)
Axolotl Overkill

Prädikat: besonders wertvoll

Axolotl Overkill Kritik

0 Kommentar(e) - 11.06.2017 von FBW - Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).

Axolotl Overkill Bewertung: 4/5

Schon der Roman "Axolotl Roadkill" von Helene Hegemann, der im Jahr 2010 die Bestsellerlisten stürmte, provozierte und polarisierte das Publikum. Die Verfilmung unter dem Titel Axolotl Overkill führt die einzigartige und radikale Stimmung dieses Buchs nahtlos auf der großen Leinwand fort und erzählt die Geschichte einer jungen Frau auf der Schwelle zwischen Kindheit, Jugend und Erwachsensein aus genau dieser Lebensperspektive heraus. Denn "normal" kann ja jeder.

In die Schule gehen, Freunde haben, mit der Familie klarkommen. Mifti hat keinen Bock auf "normal". Sie ist 16, findet Schule als Ort des Lernens überbewertet, gibt auf Freunde nicht so viel und lebt mit ihren Halbgeschwistern in einer WG in Berlin, mehr oder minder friedlich. Ihren Vater, der mit seiner dauerumnebelten Lebensgefährtin ganz anti-bourgeois in einem halben Abrisshaus wohnt, besucht sie nur selten, ihre Mutter ist tot. Für Mifti ist die Welt irgendwie egal geworden. Ihre Gedanken schweifen immer wieder zurück zu Alice, der faszinierenden und wesentlich älteren Kunst-Dealerin, mit der sie sich vor Monaten in eine leidenschaftliche Affäre stürzte. Doch auch Alice hat Mifti mit sich selbst allein gelassen. Dann lernt sie die nervlich labile Schauspielerin Ophelia kennen und durchstreift mit ihr das Berliner Nachtleben - Partys, Sex und Drogen inklusive.

Wie schon in der Vorlage geht Hegemann auch in ihrem Langfilmdebüt ganz konsequent vor und überlässt der Figur der Mifti die Bühne des Geschehens. Die eigentlichen Erwachsenen um Mifti herum sind allesamt nutzlos als Leitfiguren für Mifti, sie sind schwach, unzuverlässig und lassen Mifti in ihrer Suche nach ihrem Platz im Leben allein. Das Ensemble spielt stark, ob nun Laura Tonke und Julius Feldmeier als Halbgeschwister, Mavie Hörbiger als Ophelia oder Bernard Schütz als überkandidelter Intellektuellenvater. Sie alle kreisen jedoch um Mitfti.

Der Videoplayer(13007) wird gestartet

Mit großer trotziger Kraft, die förmlich von der Leinwand auf den Zuschauer springt und hinter der eine ebenso große Verletzlichkeit schlummert, verkörpert Jasna Fritzi Bauer dieses Mädchen, das schon lange nicht mehr Kind ist, aber noch mehr eine Erwachsene spielt als eine zu sein. Die Sprache, mit der Hegemann Mifti sprechen lässt, ist deftig, unbequem, aber durchweg klug. Auch die Kamera von Manuel Dacosse umkreist Mifti immer wieder, fast schwerelos verfolgt sie sie.

So wirken viele der Sequenzen, die nicht immer einer klaren und eindeutigen Erzähldramaturgie folgen, traumhaft und fast schon surreal, man kann sich als Zuschauer nie sicher sein, wo man sich genau in der Handlung befindet. Dazu trägt auch der stimmige Soundtrack bei, bei dem sich moderner Indie-Pop und klassische Stücke mischen. Axolotl Overkill ist in seiner unverhohlenen Frechheit, seiner Radikalität und seinem Mut zur unkonventionellen Erzählweise ein herausragendes Beispiel für den neuen jungen deutschen Film. Alles außer gewöhnlich.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung



Filmgalerie zu "Axolotl Overkill"Filmgalerie zu "Axolotl Overkill"Filmgalerie zu "Axolotl Overkill"Filmgalerie zu "Axolotl Overkill"Filmgalerie zu "Axolotl Overkill"Filmgalerie zu "Axolotl Overkill"
Axolotl Overkill Bewertung
Bewertung des Films
810
0 Kommentar(e) / Jetzt kommentieren

Weitere spannende Film-Kritiken

KritikKritik
Kritik vom 17.09.2017 von FBW
Für den siebenjährigen Adrian ist seine Mutter Helga die Beste. Zusammen leben die Beiden in einer kleinen Wohnung am Rande von Salzburg. Helga liebt ihren Sohn abgöttisch, erzählt ihm Geschichten und ermutigt ihn zu träumen. Doch während Helga alles daran setzen möchte, ihrem Sohn eine gute Zukunft zu ermöglichen, scheitert sie an sich selbst. Denn Helga ist drogenabhängig, genau wie ihr Lebensgef&aum ... die komplette Film-Kritik lesen

KritikKritik
Kritik vom 17.09.2017 von FBW
Queen Victoria ist 68 Jahre alt, als sie im Jahr 1887 ihr 50-jähriges Thronjubiläum feiert. Ihr geliebter Mann Albert ist seit über zwanzig Jahren tot und sie selbst empfindet wenig Freude am Leben. Doch der junge Bedienstete Abdul Karim, der zur Übergabe eines besonderen Geschenks der Kolonien aus Indien gekommen ist, weckt in der Monarchin neuen Lebensmut. Nicht nur ist Abdul, wie die Königin gerne zugibt, ein stattlich ... die komplette Film-Kritik lesen

Und noch mehr Kritiken

Horizont erweitern

James Bond 007: Die Legende, die Schurken, die Bond-GirlsComicverfilmungen im Wandel der ZeitZeit für Rache - Die besten Rachefilme aller Zeiten

Was denkst du?


Login mit Facebook



Mit meinem Login stimme ich den Anmelderegeln zu.