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Doctor Strange

Der gute Doctor - Doctor Strange

Doctor Strange Kritik

0 Kommentar(e) - 28.10.2016 von ZSSnake
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von ZSSnake.
Filmkritik

Doctor Strange Bewertung: 4/5

Marvelfilme sind ja immer so eine Sache. Civil War dieses Jahr vermochte mich nicht recht zu packen, dafür gefielen mir mit Ant-Man und Guardians of the Galaxy die durchaus originellen und wenig ins MCU eingeflochtenen Origins um neue Helden in mutigen Settings (Heist-Movie, Space Opera) umso mehr. Wie es nun mit Doctor Strange aussieht, der Origin-Story um den Sorcerer Supreme des Marvel-Universums? Nun soviel vorab - der Film machte eine Menge mehr Spaß als Cap 3...

Inhalt:

Trailer zu Doctor Strange
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Doctor Steven Strange ist Neurochirurg und noch dazu ein hervorragender. Doctor Steven Strange weiß eben dies auch ganz genau. Deshalb lebt Doctor Steven Strange eben auch ein priveligiertes Leben und kann sich aussuchen wen er behandelt. Der gute Doctor ist ein Narzisst, Selbstdarsteller und hat ein extrem aufgeblasenes Ego. Bis aus dem Doctor einfach nur noch Mr. Strange wird. Eine verregnete Nacht, ein Lamborghini, eine Unachtsamkeit - ein Unfall und aus Doctor Steven Strange wird ein gebrochener Mann, dessen Hände zerschmettert sind und damit alle Aussicht auf eine Rückkehr in seinen alten Beruf unmöglich machen. Doch was macht ein brillianter Arzt, wenn er mit dem Unmöglichen konfrontiert wird?

Kritik:
Doctor Strange ist inwischen der zweite Film in Marvels Phase III ihres MCU und so sehr mich der Overkill mit Storyproblemen entnervte, den man mit Civil War in die Kinos entließ, so sehr stimmte mich dieser Beitrag dann wieder versöhnlich. Magie war eine Ressource, die wir im MCU, sieht man mal von Thors Asgard ab, bisher überhaupt nicht gesehen oder thematisiert haben. Bisher war immer alles kosmische Energie, Mutation oder eben Technik. Mit dieser versteckten Welt der Magie fühlt man sich zwar nun unweigerlich ein wenig an Harry Potter erinnert, aber die Welt der Magie gibt es bei Marvel nun schon seit der Erfindung der Figur Doctor Strange im Jahr 1963, entsprechend könnte man sich eher vorstellen, dass J.K. Rowling eventuell mal ein Comic in der Hand hatte, welches ihr die Idee um die geheime Welt der Zauberer in den Kopf legte. Wer weiß schon wie es dazu kam, so oder so, die Parallelen sind da.

In Benedict Cumberbatch finden wir einen Darsteller, der die Arroganz und Selbstverliebtheit eines egozentrischen Selbstdarstellers wie Doctor Strange vor seinem Unfall ebenso genial einfängt wie seine Gebrochenheit und anfängliche Hilflosigkeit im Angesicht des Unmöglichen danach. Am Ende findet sich die Figur in einer Art Waage wieder, wo die Arroganz nach wie vor durchscheint, aber ein gesundes Maß an Respekt vor den Kräften des Universums gegeben ist, eben genau wie Strange in den Comics. Wer etwas anderes von der Figur erwartet hatte, insbesondere in einem so unverrückbaren Konstrukt wie dem MCU, der sollte seine Hoffnungen schnell begraben.

Überhaupt ist hier vieles erneut Dienst nach Vorschrift, dafür aber eben auf sehr hohem Niveau. Die Produktionswerte stimmen, die Effekte und auch das 3D sehen hervorragend aus und wenn sich Welten zusammenfalten und Straßen senkrecht laufen, dann fühlt man sich unweigerlich an Christopher Nolans Inception erinnert. Genau wie die Szenen im fernen Osten Erinnerungen an Batman Begins wach werden lassen. Visuell hat man sich offensichtlich bis zu einem gewissen Grad an Nolans Werken orientiert um die traumhafte Welt der Magie zum Leben zu erwecken. Aber es funktioniert, so wie eben alles im MCU funktioniert. Die Filme tun keinem weh und schaffen es immer und immer wieder einen in Staunen und Begeisterung zu versetzen, ohne jedoch einen besonderen Mehrwert zu schaffen.

Und daran krankt auch Doctor Strange wieder. So sehr die Szenerie, die Effekte und die Darsteller auch gefallen, es bleibt eine Welt ohne wirkliche Tiefe, ohne besondere Konsequenzen. Bereits zu Beginn steht fest, dass welche große Bedrohung nun auch immer wieder auf die Welt zukommen mag, die Helden mit ihr fertig werden. Scheitern gibt es nicht, Versagen gibt es nicht. Comics, wie auch ihre Verfilmungen, beschäftigen sich zwar damit hinzufallen, aber sie ermutigen eben auch immer wieder zum Aufstehen. Selbst zutiefst düstere, zynische und pessimistische Geschichten wie Millers The Dark Knight Returns enden nicht negativ - am Ende sind es der Held und seine Ideale die triumphieren. Comichelden sind unsere modernen Sagen und Mythen - Parabeln über das Aufstehen und das Überkommen von Hindernissen. Und so wird es am Ende immer das Happy-End geben - warum? Weil es so sein muss.

Das MCU sieht sich eben dieser Erwartungshaltung gegenüber und genau daran scheitert es (wie übrigens alle anderen Comicunversen auch an dieser Idee scheitern), ebenso wie es daraus seine Möglichkeiten zieht. Ja, wir wissen, dass es niemals tiefer gehende Konsequenzen geben wird, aber da der Weg das Ziel ist, können uns die Filme als Solche eben immer noch in Staunen und Begeisterung versetzen. Doctor Strange ist davon keine Ausnahme. Erneut gibt es einen Schurken, der zunächst nach mehr aussieht und nebenbei vom völlig unterforderten Mads Mikkelsen klasse mit Leben gefüllt wird, dessen Story aber dann wie bisher auch immer irgendwo zwischen Gigantomanie, Wahnsinn und der Zerstörung der Welt versandet. Deshalb war Ant-Man eventuell so spannend - er hatte keinen absolut genialen Schurken, aber blieb eben auf einer persönlicheren Ebene, auf der es vor allem Held und Schurke sind die einander begegnen und keine gigantischen Dinge auf dem Spiel standen.

Dass dabei der Score unterwältigend ausfällt wäre nur wieder typisch Marvel, oder? Glücklicherweise schafft es Michael Giacchino einen Score abzuliefern, der mitfiebern lässt. Durchzogen zwar von etlichen kleineren, jedoch auffälligen Querverweisen auf seinen Star Trek-Score, aber eben trotzdem weit beeindruckender als das "treibende Gewummer", dass die letzten Marvel-Filme als Score verkaufen wollten. Die Musik stützt die beeindruckenden Visuals und lässt den Film epischer und beeindruckender wirken, anstatt nur platt mitzulaufen. Hier scheint Marvel die Wünsche der Fans erhört zu haben und wieder mehr Fokus auf eine gelungene musikalische Untermalung zu legen.

Wo man allerdings nicht von seiner Linie abweicht ist der Hit-and-Miss-Humor. Manche Szenen werden gekonnt durch die Sprüche aufgewertet, andere leiden darunter, wenn man, egal wie ernst die Situation sein mag, wieder einen dummen Kommentar einwerfen muss. Sicher, Strange ist ein arroganter und hochintelligenter Typ, der nichts so richtig ernst nimmt - aber selbst so ein Mensch dürfte im Angesicht bestimmter WOW-Momente doch eventuell angehalten sein, mal für 2 Minuten den inneren Jim Carrey NICHT rauszulassen. Wenn der Humor allerdings trifft, dann macht er Spaß und wertet den Film auf eine typisch comichafte Weise auf.

Fazit:
DOCTOR Strange ist ein humorvoller Film geworden, eine Origin-Story mit einer visuell beeindruckenden Welt der Magie, die im MCU sicher ihren festen Platz finden wird. Cumberbatch verleiht der Figur ein großes Ego und die notwendige Liebenswürdigkeit, um zu funktionieren, obwohl man ihm ein ums andere Mal gerne die Nase korrigieren würde. Ein guter, wenn auch zum Teil entlehnter Score von Giacchino auf der Haben-Seite beißt sich mit einem erneut eher blassen Schurken, die typische Marvel-Formelhaftigkeit verhindert wirklichen Tiefgang und überhaupt ist es irgendwo mehr vom gleichen. Aber nach dem eher enttäuschenden Civil War eben wieder auf der konsequenten Popcorn-Ebene die man von Marvel gewohnt war und ist. Somit macht der Film all das richtig, was man von einem Marvel-Comicfilm erwartet und fügt sich als sehr guter und vor allem enorm unterhaltsamer Beitrag ins MCU ein, ohne abseits der Visuals für irgendwelche Revolutionen zu sorgen.

8/10 Punkte bzw 4/5 Hüte gibt es

für einen Film, dem wie immer im MCU mehr Mut zum Risiko gut zu Gesicht gestanden hätte, der jedoch genug Eigenständigkeit und Neues bietet, um die Kino-Empfehlung problemlos aussprechen zu können.



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Doctor Strange Bewertung
Bewertung des Films
810
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