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Es war einmal Indianerland

Prädikat: besonders wertvoll

Es war einmal Indianerland Kritik

0 Kommentar(e) - 07.10.2017 von FBW - Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).

Es war einmal Indianerland Bewertung: 4/5

Mauser ist 17 und will Boxer werden. Und er ist das erste Mal wirklich verliebt. In Jackie. Sie ist ein Traum von einem Mädchen und erscheint Mauser von seiner eigenen Welt im verwahrlosten Sozialwohnblock meilenweit entfernt. Doch Jackie macht den Eindruck, als wäre sie gar nicht richtig an Mauser interessiert. Im Gegensatz zur starken und selbstbewussten Edda, die im Laden um die Ecke arbeitet, noch Postkarten schreibt und Mauser einfach gut findet. Zumindest sagt sie das ständig. Wer Mauser nicht mehr gut findet, ist sein Vater Zöllner. Als dieser seine Frau im Affekt umbringt und bei einem Hippie-Festival nahe der Grenze untertauchen will, entschließt sich Mauser, ihm hinterherzufahren. Irgendwie scheint ihm das der Indianer mitteilen zu wollen, der Mauser ständig in den abwegigsten Situationen als Vision erscheint. Wenn das kein Zeichen ist. Aber für was eigentlich? Das weiß Mauser auch nicht so genau. Doch ein wahrer Held muss ja auch nicht immer alles sofort wissen.

Nils Mohls "Es war einmal Indianerland" ist seit 2011 ein Bestseller unter den Jugendromanen. Ilker Çatak hat die schrille Coming-of-Age-Geschichte aus einer städtischen Hochhaussiedlung verfilmt, genauso schrill, genauso hastend und donnernd wie die Buchvorlage.

Für sein Langfilmdebüt Es war einmal Indianerland kreiert der Filmemacher ein ganz eigenes Universum, irgendwo zwischen bunter Fantasiewelt und hyperrealistischem Sozialmilieu. Denn das ist die Welt, in der sich Cataks Held Mauser, den Newcomer Leonard Scheicher angenehm zurückhaltend spielt, bewegt, und es ist seine Perspektive, durch die der Zuschauer eben diese Welt wahrnimmt. Und so ist vieles überzeichnet, vieles schräg und schrill und fast schon comichaft in Sprache, Schnitt und Sound.

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Besonders gilt dies für die äußerst kreative und bildgewaltige Inszenierung des Festivals, bei dem, auch aufgrund der drogengeschwängerten Atmosphäre, Farben und Figuren einen wahren Tanz veranstalten. Auch mit den Zeitebenen spielt Catak mit hohem Tempo, springt in der Story vor- und rückwärts, erzählt Situationen erneut, wechselt die Perspektive und den Kontext. Doch Catak lässt auch ruhige verträumte Momente zu und zeigt auf diese Weise die Verlorenheit von Mauser, der sich erst noch finden muss und erzählt darüber hinaus eine wunderschöne Liebesgeschichte zwischen ihm und Edda, die Johanna Polley als willensstarke junge Frau verkörpert und zudem die amüsantesten Dialoganteile erhält. Jungstars wie Emilia Schüle und Joel Basman ergänzen das starke Ensemble.

Es war einmal Indianerland ist deutsches Nachwuchskino, das formal und inhaltlich großen Mut beweist und die Spielwiese des Films mit großer Freude auf jede erdenkliche Weise nutzt.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

Es war einmal Indianerland Bewertung
Bewertung des Films
810
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