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Pets

Putzige Pets

Pets Kritik

10 Kommentar(e) - 30.06.2016 von Moviejones
Filmkritik

Pets Bewertung: 3/5

Universal Pictures versucht es mit niedlichen Tieren, die uns in Pets auf eine absurde Reise mitnehmen. Suggeriert die Filmtrailer fast nur das "geheime Leben" der Haustiere und ihre Vorlieben daheim, wenn Herrchen oder Frauchen tagsüber nicht da sind, bietet die Story dann doch mehr - aber auch wieder nicht genug, um Pixar gefährlich zu werden.

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Max liebt sein Frauchen. Anders kann man das nicht beschreiben, denn Hund und Katie sind eine Einheit. Doch die traute Zweisamkeit wird jäh gestört als mit Duke ein wolliger Riese aus dem Tierheim Einzug hält, der schnell klarmacht, dass mit ihm nicht gut Kirschen essen ist. Als beide Hunde beim Gassigehen vom unaufmerksamen Studenten vergessen werden, beginnt ihr Abenteuer: Von Hundefängern gejagt und in der Kanalisation auf ausgesetzte Ex-Heimtiere treffend, entspinnt sich ein Abenteuer, das Max und Duke so schnell nicht vergessen werden und vieles von ihnen abverlangt...

Pets Filmkritik

Universal Pictures macht mit Pets vieles richtig, bedenkt man die Zielgruppe. Viele knuffige Tiere, die ein Abenteuer erleben und erfahren, wie wichtig Freundschaft ist. Soweit so gut. Doch nach einem starken und süßen Anfang mündet das Ganze dann recht erwartbar in einer gewöhnlichen Story, was durchaus schade ist, da viele gute Ideen vorkommen, die den Film mit einem anderen Ansatz richtig gut hätten werden lassen können. Ab der Hälfte wird Pets sogar recht zäh und will gefühlt nicht enden, obwohl die Laufzeit keine 90 Minuten erreicht. Zudem muss man den Machern leider vorwerfen, dass im Vorfeld gerade zum Intro von Pets zu vieles verraten wurde. Viele Gags kennt man schon aus Trailern und so zünden die Hobbys der Tiere während der Abwesenheit ihrer Herrchen bzw. Frauchen nur noch teilweise und der beispielsweise durchaus tolle Gag mit dem Pudel kommt als Running Gag mehrfach vor, ist aber einfach schon bekannt. Wohl dem Kinogänger also, der noch nicht so viel über den Film weiß.

Es gibt einen klaren Bruch, denn statt die Tiere so darzustellen, dass ihr Handeln im realen Leben für Menschen Sinn machen würde (so würde es Pixar tun), werden die Tiere in absurde Situationen gesteckt, fahren Auto, sorgen für Unfälle und Verkehrschaos - und keinem Menschen fällt es wirklich auf. Vor allem da der Film im Original "The Secret Life of Pets" lautet, also "Das Geheime Leben der Haustiere" - nur kann von geheim keine Rede sein, außer die Besitzer sind strohdoof oder blind. Schade auch, dass gängige Stereotypen bedient werden, Katzen sind entweder fies, fett oder hässlich. Recht garstig auf jeden Fall. Hallooo? Wir reden über Katzen! Warum wohl besteht das Internet zu 90% Katzenbildern und -videos?!

Leider bricht Pets nicht aus dem "Niedlich sein wollen" aus und hinterfragt manche Punkte nicht kritisch, obwohl es genug Ansätze gibt. Zwar klingt es durch, dass die Tiere arm dran sind, wenn sie in der Kanalisation hausen müssen und verständlicherweise einen Brass auf ihre Ex-Herrchen entwickeln, aber das ist zu wenig und hätte - selbst humorvoll - deutlich kritischer aufgegriffen werden können. Auch die Abschlussszene, wenn durch die Fenster in der Abenddämmerung jeder New Yorker in seine Mini-Wohnung zurückkehrt und auf seinen jeweiligen tierischen Freund trifft, darf vor dem Hintergrund des Tierschutzes hinterfragt werden. Jeder lässt sein Haustier tagsüber stundenlang allein, nur um abends selbst nicht allein zu sein - und das ist durchaus nicht in Ordnung, vor allem da die meisten Tiere im Film alles andere als artgerecht gehalten werden. Auch muss man kein Veganer sein, um die Wurstfabrik als Paradies mit tanzenden Minion-artigen Würstchen, welche nur allzu gern verspeist werden, nicht ganz so lustig zu finden. Klar, Hunde lieben Fleisch, aber hinter all diesen Leckerlis steckten einst fühlende Lebewesen, die verarbeitet wurden. Heutzutage hier nur auf den Spaßfaktor zu zielen, obwohl wir es alle besser wissen, hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Oder steckt gar ein Sponsor hinter all dem...?

Pets Bewertung

Pets ist niedlich, ohne Frage, bietet darüber hinaus aber zu wenig. Wir erleben Haustiere in abstrusen Situationen, die teils schon zum Lachen sind, aber so manche Idee verschreckt tierliebende Menschen auch und man fragt sich, ob die Besitzer wirklich ein Herz haben. Emotionale Momente wie mit Max, dem dicken Hund und seinem ehemaligen Herrchen, werden nicht wirklich genutzt und das Ende ist wie aus einer Schablone gepresst. Schade, denn dass es Universal besser kann, haben sie schon bewiesen.



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Pets Bewertung
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610
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Martin2
Moviejones-Fan
14.08.2016 | 21:31 Uhr14.08.2016 | Kontakt
Jonesi

Apropos "geheim":

Hinter der lauten und rasanten Oberflächen-Story wird noch eine Hintergrund-Geschichte erzählt. Ich hab da mal was zusammengestellt:

Pets.pytalhost.de

Was meint ihr dazu?

pets.pytalhost.de

Martin2
Moviejones-Fan
14.08.2016 | 21:25 Uhr14.08.2016 | Kontakt
Jonesi

Die erwähnte Wurstfabrik-Episode steckt voller Anspielungen auf Nazi-Zeit und Konzentrationslager. Ich hab da mal was zusammengestellt:

pets.pytalhost.de/wurstfabrik.htm

Zum Totlachen!

pets.pytalhost.de

Cassjo
Moviejones-Fan
Geschlecht | 22.07.2016 | 14:08 Uhr22.07.2016 | Kontakt
Jonesi

Als ich den ersten Trailer vor einer ganzen Weile sah, hatte ich so meine Zweifel, ob das Ganze wirklich einen ganzen Film abgeben könnte oder ist es nicht mehr als eine Aneinanderreihung von lustigen Szenen (wie bei "Rollin Safari" etwa).

Tatsächlich wurde ein Großteil des damaligen Trailers mit dem Filmbeginn abgehandelt und eine kleine Story durfte sich entfalten.

Ich gebe zu, dass ich von Pixar- oder Dreamworks-Animationsfilmen nie genug kriegen kann, daher gefiel mir auch dieser Streifen jetzt ganz gut. Der Humor ist vergleichsweise einfach und setzt selten auf Wortspiele oder dergleichen, sondern immer auf Situationskomik und Timing. Diesen Film muß man - wie so oft - allerdings im englischen Originalton sehen.

Aber die in der Kritik genannten Kritikpunkte kann ich vollends unterstreichen. Brisante Themen rund um Nutz- oder Haustiere werden entweder grob umschifft oder schlichtweg ignoriert, so dass der Film einfach nur lustig und unterhaltend sein soll. Auch die Problemlösungsstrategien werden mehrfach nur über das Knie gebrochen - ganz im Sinne von Tex Averys Cartoons damals. So können sich die Haustiere allesamt die Großstadt erschließen und wenn der Weg zu lang wird, wird eben zum Auto oder gar Stadtbus gegriffen, den irgendwie jede Spezies auf seine Art zu fahren vermag.

Also mehrfach leichte Kost, wenn man mal das Hirn bis auf das Lachzentrum abstellen möchte.

Petra82
Schneefeger
Geschlecht | 02.07.2016 | 12:20 Uhr02.07.2016 | Kontakt
Jonesi

Ich hab das natürlich überspitzt formuliert. Und grundsätzlich bin ich ja bei dir. Aber mitunter sind auch Leute, die das nicht professionell machen, überraschend gut. Das Dschungelbuch nehmen wir mal aus ;)

Warum bin ich nicht aus Stein wie du...?

Beachwater
Moviejones-Fan
02.07.2016 | 11:23 Uhr02.07.2016 | Kontakt
Jonesi

Danke für die Anmerkungen zum Thema Tierschutz. So weiss ich jetzt, dass das nichts für meine Tochter ist.

Shred
Moviejones-Fan
Geschlecht | 02.07.2016 | 00:18 Uhr02.07.2016 | Kontakt
Jonesi

@Petra82 ich sag nicht das es Vollhonks sind, aber auch wenn die beiden Schauspieler sind so ist das leider keine Garantie dafür das sie auch gute Sprecher sind. Das hat sich auch bei Armin Rohde und Joachim Krol im aktuellen Jungle Book gezeigt. Beide sind TOP Schauspieler, aber ihre Stimmen in dem Film wirken wie Fremdkörper. Falsche Betonungen, kein richtiges Timing in den Sätzen. Man sollte das synchronisieren einfach den Profis überlassen

Petra82
Schneefeger
Geschlecht | 01.07.2016 | 23:34 Uhr01.07.2016 | Kontakt
Jonesi

Na ja, Richter und Bär sind ja nun nicht gerade die Vollhonks, das ist etwas unfair, die hier mit Barth in einem Satz zu erwähnen. Aber ich verstehe auch nicht, warum man immer mit irgenwelchen Leuten Promo macht, YouTube-"Stars", Sängerinnen usw. usf. Also ob deswegen mehr Leute ins Kino rennen oder die Qualität steigt. Lächerlich.

Warum bin ich nicht aus Stein wie du...?

Shred
Moviejones-Fan
Geschlecht | 01.07.2016 | 17:42 Uhr01.07.2016 | Kontakt
Jonesi

Was dazu noch abschreckend wirkt, zumindest in der deutschen Synchro, das dieser Film vor lauter Promi-Sprechern nur so wimmelt was den Genuss wohl mehr als schmählert! Wenn man Namen wie Ralf Richter, Dietmar Bär, Mario Barth und Co. liest, weiss man wohl das man hier eins nicht erwarten kann: Gelungenen Sprecherleistungen. Das hat schon das Dschungelbuch etwas vermiest. Daher ist der Film für mich eh uninteressant

FlyingKerbecs
Weihnachtsmann
Geschlecht | 01.07.2016 | 10:50 Uhr01.07.2016 | Kontakt
Jonesi

Tja, dachte mir schon, das es so ein Film wird. Danke MJ, dass ihr meine Vermutung bestätigt habt. Schon als ich mir die Trailer angesehen habe wusste ich , dass in dem Film nich viel drinsteckt. Schade...