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The Lobster - Eine unkonventionelle Liebesgeschichte

Prädikat: besonders wertvoll

The Lobster - Eine unkonventionelle Liebesgeschichte Kritik

0 Kommentar(e) - 23.06.2016 von FBW - Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).
Filmkritik

Bewertung: 4/5

David wurde von seiner Frau verlassen und ist nun Single. Doch Singles sind in der Gesellschaft, in der David lebt, nicht gerne gesehen. Also begibt sich David in ein Hotel, in dem Alleinstehende 45 Tage Zeit haben, um einen neuen Partner zu finden. Sollte dies nicht funktionieren, werden sie in ein Tier ihrer Wahl verwandelt und im Wald ausgesetzt. David versucht sein Bestes - doch eine mit ihm kompatible Partnerin will sich einfach nicht finden. Und so bereitet er sich innerlich darauf vor, zum Hummer zu werden. Eines Tages jedoch sieht er die für ihn perfekte Frau bei der Jagd im Wald. Aber genau mit ihr darf er auf keinen Fall zusammen sein...

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In seinem neuen Film The Lobster - Eine unkonventionelle Liebesgeschichte entwirft der griechische Regisseur Yorgos Lanthimos eine gleichsam skurrile wie auch düstere Gesellschaftsdystopie. Der Zwischenmenschlichkeit entzieht er jegliche Wärme, die Unterhaltungen sind sachlich und sparsam. Auch die Energie der Menschen scheint begrenzt, es gibt kein Lachen, keine Emotion, nur schlichte rationale Erfolgskalkulation. Hierfür wählt der Film exakt das passende Setting. Ein schmuckloses Hotel in einer umwaldeten Anhöhe, wenig Sonnenschein, kalte blasse Farben. Kunstvoll arrangieren Lanthimos und sein Kameramann Thimios Bakatakis die Figuren wie in einem Stillleben, die Kamera hält die Bilder Tableau artig fest und bringt den Zuschauer dazu, genau auf jedes Detail zu achten und zwischen den Zeilen der pointierten Dialoge zu lesen.

Der Film selbst ist in zwei grundlegende Akte geteilt, ein großer Teil der Handlung spielt im Wald. Hier agieren die Figuren härter und entwickeln eine Gegenbewegung zur erzwungenen Paarbildung. Doch sind sie ebenso gefühllos strukturiert und lassen wenig Spielraum für eigene Aktionen. Der von Colin Farrell zurückgenommen gespielte David ist die Figur, mit dem der Zuschauer in beide Welten blickt. Farrell gelingt es ganz wunderbar, durch kleine subtile Gesten die Verzweiflung zu vermitteln, die man unter einem solchen gesellschaftlichen Druck empfindet. Immer wieder blitzt in seinen Augen die Sehnsucht nach Romantik und Liebe auf. Doch seine Unsicherheit, die für einige wirklich komische Momente sorgt, hält ihn davon ab, sein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Rachel Weisz als Davids große Liebe ist gleichzeitig die Erzählerin, die ruhig, sachlich und mit schwarzem Humor Davids Geschichte erzählt. Sämtliche Nebenrollen sind exzellent besetzt und gespielt, von Olivia Colman als kühle Hotelbesitzerin über Ben Whishaw als Single mit Handicap und Kalkül, Ashley Jensen und John C. Reilly als verzweifelte Suchende bis hin zu Léa Seydoux als radikale Anführerin der Gegenbewegung.

Die Musik ist reduziert auf wenige Streicher-Momente, die gezielt und effektiv dramatische Szenen betonen. Mit einem präzisen Gefühl für Atmosphäre erschafft Lanthimos in The Lobster - Eine unkonventionelle Liebesgeschichte eine ganz eigene ferne Welt von morgen, die nichtsdestotrotz unglaublich viel von der Welt von heute spiegelt. Ein meisterhafter Film mit bös-kritischem schwarzen Humor und köstlich unterhaltsamen Einfällen.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung



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The Lobster - Eine unkonventionelle Liebesgeschichte Bewertung
Bewertung des Films
810
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