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Valerian - Die Stadt der tausend Planeten

Ein Audiovisueller Geniestriech - Valerian - die Stadt der tausend Planeten

Valerian - Die Stadt der tausend Planeten Kritik

1 Kommentar(e) - 25.07.2017 von ZSSnake
Hierbei handelt es sich um eine User-Kritik von ZSSnake.
Filmkritik

Bewertung: 3.5/5

Valerian hat im Vorfeld doch durchaus einiges an Unzufriedenheit geerntet. Die Reviews waren letztlich auch nicht sonderlich großartig, trotzdem sahen die Trailer durchaus ansprechend aus und auch wenn die Gefahr groß war bloß tolle Bilder ohne viel Substanz zu bekommen wollte ich mir wie gewohnt selbst ein Bild machen. Also dann, schauen wir mal wie genau dieses Bild aussah.

Inhalt:

Trailer zu Valerian - Die Stadt der tausend Planeten
Der Videoplayer(13650) wird gestartet
Der Planet Mül (gesprochen "Mjuhl") wird durch einen Konflikt zwischen unbekannten Rassen im Kreuzfeuer ausgelöscht. 30 Jahre später empfängt Agent Valerian (Dane DeHaan) im Traum eine Vision des sterbenden Planeten und seiner Bewohner, der Pearls. Unmittelbar darauf begibt er sich auf eine Misson, in der ihm einiges begegnet, was ihm aus seiner Vision bekannt vorkommt. Und so entspinnt sich nicht nur eine großangelegte Jagd nach dem Missionsobjekt sondern auch eine Verschwörung die das Ende von Alpha, der Stadt der tausend Planeten bedeuten könnte...

Kritik:
Valerian beginnt mit einem grandios inszenierten, visuellen Abriss über die Geschichte der Raumstation Alpha, die sich über hunderte von Jahren immer und immer weiterentwickelte und schließlich so groß wurde, dass die aus dem Erdorbit hinaus in die Weiten des Alls gebracht wurde, wo sie zur "Stadt der tausend Planeten" wurde, auf der hunderte von Rassen ihr Zuhause fanden und Technik sowie Wissen in weitestgehender Harmonie getauscht werden. Diese eroffnenden Minuten sind so brilliant inszeniert, dass man als Fan toll gemachter "Science-Fantasy" sofort am Haken hängt.

Valerians Geschichte hingegen beginnt mit einem malerischen Ausflug in die Vergangenheit des Planeten Mül und dessen Bewohner. Untermalt von einem wundervollen Score aus der Feder Alexandre Desplats fühlt man sich, trotz der eindeutig überwiegend aus dem Computer stammenden Bilder, gleich in diese Welt hineingezogen. Die Kombination aus Musik, bezaubernden Bildern und kompetenter Kameraarbeit weiß von Beginn an zu gefallen. Das Paradies dieses Planeten ist hier auch der Aufhänger der, für die 137 Minuten Laufzeit relativ gradlinigen, Geschichte um Verrat, alte Schuld und Abenteuer.

Dass diese Geschichte dabei niemals wirklich langweilig wird, liegt vor allem an dem tollen Mix aus beeindruckender Welt - insbesondere Alpha ist ein wahrer Augenöffner was Einfallsreichtum und Vielfalt dieser Welt angeht - und spannender Actionsequenzen. Denn auch wenn Dane DeHaan als tougher Weltraumheld irgendwie seltsam deplaziert wird - ob das nun an schauspielerischer Unterforderung oder einfach an seiner eher weniger beeindruckenden Physis liegt, wer weiß - sind die Actionszenen trotzdem großartig gefilmt und strotzen nur so vor Ideenreichtum. Überhaupt merkt man dem Film durchaus an, dass Besson einen wahren Fundus an tollen Ideen für Bilder, Sequenzen und Szenen hatte und oftmals sind sie so dermaßen vollgepackt mit kleineren und größeren Details, dass man bei der ersten Sichtung garnicht alles erfassen kann.

Problematisch wird Valerian eigentlich erst, wenn wir uns auf die Ebene der Charaktere begeben. Valerian selbst ist ein eklig arroganter Weltraumheld, selbstverliebt und mit großem Ego. Zwischendurch darf er durchaus heroisch sein, aber die meiste Zeit ist er einfach ein Badass der nicht wie einer aussieht. Cara Delevigne als Valerians Partnerin Laureline macht einen etwas besseren Eindruck, darf auch mal Empathie zeigen und ist nicht durchgehend unangenehm arrogant, trotzdem kommt es ihr nicht zugute, dass sie 90% der Zeit mit grimmigen Stirnfalten durch den Film wandert. Überhaupt ist unser Lead-Duo und ihre unsagbar forcierte Liebesgeschichte - da war die Seeschlacht-Hochzeit aus Pirates of the Carribean 3 ja noch romantischer - leider nicht von irgendwelcher Chemie zwischen den beiden Darsteller, die optisch auch Geschwister sein könnten, untermauert.

Einige der Nebenfiguren hingegen sind wirklich toll; insbesondere Rihanna als Bubbles, die in einer absolut brillianten, wenn auch storytechnisch völlig irrelevanten, Szene eingeführt wird und Ethan Hawke als, nun das verrate ich einfach mal nicht, aber der kurze Auftritt ist von ihm gewohnt großartig. Dazu kommt ein unterforderter Clive Owen, der seine Dialoge entweder brüllt oder leidenschaftslos daherbrabbelt. Verschenktes Potenzial an dieser Stelle.

Musikalisch hingegen kann der Film wirklich immer wieder überzeugen, zwischen all den doch relativ generisch pumpenden Actionstücken finden sich immer wieder Stücke die bezaubernd sind, die tollen Bilder großartig untermalen und die auch sogar teils im Ohr bleiben. Immer noch weit weg von der Relevanz eines John-Williams-Star-Wars-Scores oder ähnlichem ist der Score zu Valerian trotzdem an mehr als einer Stelle wirklich toll und weiß zu gefallen.

Fazit:
Alles in Allem präsentiert sich Valerian als wirklich gefälliger Science-Fantasy-Film mit epochalen und schier brillianten Bildern, einem unerschöpflichen Fundus an tollen Ideen und einer, zumindest überwiegend, unterhaltsamen bzw. funktionalen Story. Dass sich dabei immer wieder Szenen einschleichen, die zum Film nicht wirklich etwas beitragen, kann man dabei überwiegend verzeihen. Der Humor pendelt zwischen okay und aufgesetzt und wird von den beiden chemielosen und eher unsympathischen Leads nicht wirklich gut verkauft. Eine Riege an coolen Nebenfiguren, ein überwiegend wirklich gefälliger Score und Bessons gekonnte Actionregie lassen den Film aber gut genug funktionieren, um ihn zu einer sehr unterhaltsamen Zeit im Kino werden zu lassen. Ich könnte mir jedenfalls vorstellen, dass der Film früher oder später eine ähnlich leidenschaftliche Anhängerschaft wie Das fünfte Element entwickeln und für Einige zu einer Art Genre-Geheimtip werden könnte.
Dass er floppt hat Valerian jedenfalls absolut nicht verdient, dazu steckt zu viel Begeisterung und Liebe in diesem Projekt und ich würde trotz der vorhandenen Mängel

7/10 Punkte bzw 3,5/5 Hüte geben,

da man so einfallsreiche und kreative Filme abseits der "üblichen" Blockbuster heutzutage viel zu selten im Kino sieht. Für den Kinobesuch gibt es allein wegen der audiovisuellen Brillianz jedenfalls eine klare Empfehlung und wer über die Schwächen hinwegsehen kann, der wird mit einer kreativ-tollen Space-Opera belohnt.



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Valerian - Die Stadt der tausend Planeten Bewertung
Bewertung des Films
710
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1 Kommentar - Moviejones distanziert sich von Userbeiträgen.
Naasguhl
Moviejones-Fan
Geschlecht | 27.07.2017 | 07:15 Uhr27.07.2017 | Kontakt
Jonesi

wirklich sehr gut geschriebene Kritik...

habe beim lesen glatt Lust bekommen den Film nochmal zu gucken... ;)

Regel Nummer 16: "Wenn jemand denkt er hat die Oberhand, brich sie ihm!!"