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Air - Der große Wurf

Kritik Details Trailer News
Ben Affleck & Matt Damon wollen hoch hinaus

Air - Der große Wurf Kritik

Air - Der große Wurf Kritik
3 Kommentare - 09.04.2023 von Moviejones
Wir haben uns "Air - Der große Wurf" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Air - Der große Wurf

Bewertung: 4 / 5

Dieses Paar wird nie langweilig: Air - Der große Wurf ist der erste Film des von Ben Affleck und Matt Damon gegründeten Produktionslabel Artist Equity und sogleich ein Zeichen dafür, dass die beiden unverhohlenen Träumer im Hollywood-Business noch lange nicht satt sind, wenn es um die Umsetzung ihrer Visionen geht. Jene disruptive Energie, die gleichermaßen von Wagnissen und Zufällen gespickt ist, trägt das ungewöhnliche Biopic ebenso demonstrativ nach außen. Für ihr Marketing-Drama haben sich die beiden Helden mit den Amazon Studios und Skydance Media zusammengetan.

Air - Der große Wurf Kritik

Der Schuhhersteller Nike ist im Jahr 1984 erfolgreich wie nur wenige andere Marken in diesem Bereich. Trotzdem ist man im wichtigen Basketballmarkt gegenüber der Konkurrenz um Converse, Puma und Adidas ins Hintertreffen geraten. CEO Phil Knight (Affleck) steht vor der wichtigen Entscheidung, die Sparte zu den Akten zu legen. Allerdings hat dabei sein pfiffiger Weggefährte Sonny Vaccarro (Damon) ein gutes Wörtchen mitzureden, denn wie kein anderer im gesamten Unternehmen lebt dieser Mann den Basketballsport mit ähnlicher Ausdauer, wie es Knight mit seinen Unternehmensleitsätzen handhabt. Sein selbst erklärtes Ziel lautet: Das aufstrebende Naturtalent Michael Jordan (Damian Delano Young) zu einem Exklusivdeal bewegen.

Trailer zu Air - Der große Wurf

Luftsprünge muss man wegen der vorhersehbaren Erfolgsgeschichte von Air - Der große Wurf zwar keine machen, doch die filmische Umsetzung ist überaus mitreißend und animiert dazu, dass man jede kleine Errungenschaft des unsicheren Teams wie einen Turniersieg feiert. Insbesondere der angespannten wie respektvollen Dynamik von Damons Sonny und Afflecks Phil ist es zu verdanken, dass man mit der Situation mitfiebern kann.

Bei den hartnäckigen Verhandlungen um das künftige Image von Michael Jordan hat besonders seine fürsorgliche Mutter (Viola Davis) ein gutes Wörtchen mitzureden. Wann immer Davis in Erscheinung tritt, kauft man ihr die Rolle der zuversichtlichen und beschützenden Matriarchin vollkommen ab. Die Blicke, die sie mit Damons Sonny Vaccarro austauscht, warten mit der gleichen durchdringenden Schärfe auf, wie die zahlreichen Wortsalven, die sie einander kredenzen. Zwar mögen die pointierten Dialoggefechte im Kontext der realen Begebenheiten etwas dick aufgetragen sein, doch aufgrund ihrer Unterhaltsamkeit kann man das spielend leicht verzeihen.

Insgesamt kommt Air handzahmer als beispielsweise The Social Network oder The Wolf of Wall Street daher, doch in stilistischer Hinsicht lassen sich durchaus Parallelen ziehen, wenn es etwa zu einem urkomischen Wutausbruch kommt oder ungeschönte Bestandsaufnahmen das Feld dominieren. Bei alledem sollte man auch die beschwingte Kameraarbeit im Auge behalten, die im Verlauf gleich eines Raubvogels um das ehrgeizige Team kreist, sodass man sich an die Glanzstunden eines Michael Ballhaus erinnert fühlt.

Ähnlich unverfroren schreitet man bei der Musikwahl zur Tat, da man gefühlt jeden Gassenhauer dieser Zeit vollmundig aus den Boxen jaulen lässt und die Handlung dadurch kommentiert wissen möchte. Eigentlich ist das, was man da in musikalischer Hinsicht für Air - Der große Wurf auffährt, von allem zu viel. Doch gerade deshalb passt das letztlich eben doch wunderbar in jene von Zahlen und Erfolgsdruck getriebene Ära, die den Börsencrash erst noch durchmachen muss, um sich in einer neuen Sprache artikulieren zu können.

Air handelt damit auch von den kreativen Kräften, die das Werbeumfeld von jeher definiert und das dabei mit verführerischen Angeboten zu locken versucht. Ben Affleck und Matt Damon scheinen ihren eigenen Wert jedenfalls bestens zu kennen, um diese für die Sport- und Markenwelt wegweisende Story mit dem nötigen Selbstbewusstsein vorzutragen.

Demgegenüber gelingt es den beiden Kreativen, den "Mythos Jordan" gleich ihrer Alter Egos für sich zu beanspruchen, indem sie diesen Übermenschen nicht aktiv ins Geschehen eingreifen lassen. Denn statt einer faden Darbietung, die der Realität nachzuhecheln versucht, erscheint der Basketball-Athlet durch ihre Linse als eine diffuse Persönlichkeit, über die im Sinne eines nicht zu ermessenden künftigen Marktwertes verhandelt wird. Anhand der Erzähllogik von Air geht es für die Personen auch darum, neue Werte zu schaffen und Jordan von der Masse der übrigen Talente abzugrenzen.

Diese ungewohnte Herangehensweise verleiht Michael Jordan eine mächtige Aura, die ihn in Air wahrhaftig über den Dingen schweben lässt. Im Endeffekt ist dieser kontraintuitive Ansatz die einzig richtige Entscheidung gewesen, da jedes Wort über die bahnbrechenden Erfolge dieses Ausnahmesportlers zu viel wäre und es im Kern nicht um seine Fähigkeiten als Verhandlungstalent geht, sondern um die Männer, die etwas von seinem vorhergesagten Ruhm abhaben möchten. Im Übrigen glänzen die Darsteller um Jason Bateman, Marlon Wayans und Chris Tucker ebenfalls, wenn es um den ganz großen Clou im Bekleidungsgeschäft geht.

Demgegenüber agiert die Mutter als ausgesprochener Ruhepol, indem sie ihren noch unreifen Sohn vor der Schlachtbank skrupelloser Unternehmen bewahren möchte und die sich im selben Atemzug nach der entsprechenden Wertschätzung in Form einvernehmlicher Ideale und monetärer Absicherung für die bevorstehenden sportlichen Höchstleistungen ihres Sprösslings sehnt.

Einen Schuh muss sich das ambitionierte Drehteam von Air aber dann doch anziehen: Die widrigen Umstände, unter denen die Waren des Unternehmens Nike auf internationaler Bühne hergestellt werden, kommentiert man ebenso lustlos, wie die problematische Nachwirkung eines solchen Statussymbols. Wer sich nach einer radikalen Dekonstruktion marktwirtschaftlicher Prinzipien sehnt, wird hier bitterlich enttäuscht werden. Selbiges gilt für jene Menschen, denen bereits das Trailer-Material nicht sonderlich behagt hat - die Stimmung des Films wird dort bestens wiedergegeben.

Aufgrund der spritzigen Dialoge und dem unbekümmerten Lächeln, mit dem man den Kinosaal nach kurzweiligen 112 Minuten verlassen darf, vergeben wir für Air - Der große Wurf vier Hüte.

Wiederschauwert: 60 %

Air - Der große Wurf Bewertung
Bewertung des Films
810

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3 Kommentare
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AlwaysPositive : : Moviejones-Fan
14.05.2023 12:02 Uhr
0
Dabei seit: 12.04.22 | Posts: 89 | Reviews: 0 | Hüte: 4

Auch ich muss zugeben, dass mir der Film extrem gut gefallen hat. Die Thematik an sich fand ich zwar nie prickelnd. Aber "Batman" und "Jason Bourne" harmonieren einfach so gut miteinander, dass ich dem Film eine Chance gab. Selbst Chris Tucker geht einem hier nicht auf die Nerven. Dazu kommt, dass der Zeitgeist der 80s super eingegangen wurde. Also von mir würde der Film auch (mindestens) 4/5 punkten erhalten.

WICHTIG: Du kannst nicht negativ denken und positives erwarten. :)

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Primeval : : Lord Potter
14.05.2023 03:49 Uhr
0
Dabei seit: 25.04.11 | Posts: 2.333 | Reviews: 13 | Hüte: 130

Hab ihn auch direkt Freitagabend gesehen, war überrascht, dass er schon drin ist, müssten glaube ich so 5 Wochen nach Kinostart gewesen sein?

Hat mir sogar sehr gefallen der Film, hätte ich gar nicht mal gedacht.

Wenn Sie hier sterben, dann höchstens bei einem Zwischfall...

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HenryGondorf : : Goldkerlchen 2022
09.04.2023 10:13 Uhr
0
Dabei seit: 20.02.21 | Posts: 849 | Reviews: 5 | Hüte: 34

Sehr passende Kritik. Freitag Abend gesehen, vier Sterne auch von mir. Absolut empfehlenswert.

Warriors, come out to play-ayyy!

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