Anzeige
Anzeige
Anzeige

Black Panther - Wakanda Forever

Kritik Details Trailer Galerie News
Trauerbewältigung auf den Spuren von Teil 1

Black Panther - Wakanda Forever Kritik

Black Panther - Wakanda Forever Kritik
0 Kommentare - 14.11.2022 von Duck-Anch-Amun
In dieser Userkritik verrät euch Duck-Anch-Amun, wie gut "Black Panther - Wakanda Forever" ist.
Black Panther - Wakanda Forever

Bewertung: 4 / 5

Es war für die Filmwelt ein Schock, als Chadwick Boseman 2020 nach langer Krankheit verstarb. Umso mehr, dass er trotz dieser Krankheit mit seinen Auftritten als Black Panther zu einem der beliebtesten MCU-Darsteller und besonders für die afroamerikanische Zuschauer ein Vorbild, eine Ikone wurde. Auch abseits der Leinwand war Boseman aufgrund seines sympatischen Auftretens zu einem der beliebtesten Hollywood-Darsteller geworden und man kann sagen, dass seine Zukunft rosig aussah - im MCU vorallem da er eine zentrale Rolle einnehmen sollte.

Doch there is no business like showbusiness und schnell wich die Trauer der Frage wie es mit Black Panther weitergehen soll. Recasting? Canceln des Films? Fackelweitergabe? Wie thematisiert man dann aber Bosemans Fehlen? Bei Marvel legte man sich überraschend schnell fest, dass es kein recasting geben würde und nach einer Trauerphase und manchem Covid-Ärger um Darstellerin Letitia Wright wurde das Projekt begonnen. Dabei fragte man sich wirklich ob dies eine gute Idee ist, denn die Zeit vergeht schnell und selten hat Marvel sich so stillschweigend über ein Projekt geäußert und relativ untpyisch erst knapp 4 Monate vor Filmstart erste Infos in Form eines Trailers freigegeben. Vielleicht der beste Trailer des Jahres, war dieser äußerst emotional und der Auftritt des Casts bei der Comic-Con sorgt bei mit weiterhin für Gänsehaut.
Schnell merkte man, dass dieser Film anders sein wird und Trauer ein zentrales Thema sein muss. Aber auch was Black Panther im jahr 2018 so ausgezeichnet hat, spielt eine Rolle wie man den Aussagen des lateinamerikansichen Parts des Casts entnehmen konnte.

Trailer zu Black Panther - Wakanda Forever

Eine gewisse Skepsis verblieb, ob dies alles so funktionieren kann, besonders da Phase 4 ja doch seltsam anmutet. Und ich kann nur für mich sprechen, aber meine Erwartungen erfüllte er und das Thema wurde würdevoll und clever umgesetzt, auch wenn einige Probleme bleiben.

Handlung
Der König ist tot! Wakanda ist in Trauer als König T´Challa aufgrund einer Krankheit verstirbt. Prinzessin Shuri macht sich Vorwürfe, dass sie ihn trotz ihrer Genialität nicht retten konnte, während die Welt erzürnt ist, dass Wakanda die Versprechen aus Teil 1 nicht einhält. Mehr noch - Vibranium wird zu einem möglichen Auslöser für Kriege und die politischen Mächte wollen es sich für sich gewinnen. Wakanda beschließt sich wieder zu isolieren und Königinmutter Ramonda übernimmt den Thron. Doch urplötzlich taucht mit Namor ein unbekannter Mann auf, welcher in Vibranium gekleidet ebenfalls einen isolierten Staat anführt und Wakanda somit nicht unähnlich ist. Aber ist er Feind oder Freund? Und warum hat er ein Interesse an einer jungen Studentin in den USA?

Trauerbewältigung
Man muss nicht lange um den Brei rumreden, dass Wakanda Forver in erster Linie eine Trauerbewältigung aufrund des Tods von Chadwick Boseman ist. Für den Cast und für uns Zuschauer beginnt der Film schockierend, langsam, würdevoll und endet auch auf dieser Note und schließt somit einen Kreis. Die Entscheidung die von Bosemans dargestellte Figur T´Challa im Film sterben zu lassen, auch an einer Krankheit mutet erstmal makaber an und wird sicherlich auch den Cast zu Beginn vor eine Probe gestellt haben. Regisseur Coogler schafft aber den Spagat dies würdevoll umzusetzen und dann, untermalt durch die überragenden Klänge des Rückkehrers Ludwig Göransson wird mit viel Emotionalität der Tot, das Begräbnis und die Trauerbewältigung umgesetzt.
Was nach den ersten Ankündigungen seltsam schien, fügt sich nahtlos in den Film ein und T´Challas Tod hat auch einen Impakt auf die Handlung. Nein, Marvel macht es sich nicht leicht und will nur durch Emotionen und "der Neugier wie man den Tod von Boseman behandelt" punkten. Man macht den Tod des Darstellers und seiner Figur zum wichtigsten Handlungspunkt und Auslöser für all die Ereignisse, die danach passieren:
Der Verlust des Beschützers des Landes, die Angreifbarkeit durch andere Mächte, die Trauer der Königsfamilie, die Frage nach Kultur und Technologie und der ständigen Frage wie der aktuelle König auf die Ereignisse reagiert hätte. Durch einen Zeitsprung von 1 Jahr schafft der Film uns auch glaubhaft zu erklären, dass die Trauer einem bisschen mehr Blockbuster-artigen Plot weichen kann, der aber für Marvel-Verhältnisse immer noch ernst und weniger humorvoll ist als gewohnt.

Wakanda vs. Talocan
Durch das Einführen von Talocan schaffzt Marvel es nach Killmonger einen weiteren großartigen Schurken auf die Leinwand zu bringen. Namor ist eine der ältesten Marvel-Figuren und allein vom Konzept her mutet er als Unterwasser-Mensch mit X-Gen so seltsam an, dass eine Umsetzung als Realfigur nur seltsam wirken kann. Hier profitiert Marvel abermals von 14 Jahren Arbeit, indem selbt ein geflügelter Mann in kurzen Shorts sofort akzeptiert wird. Mit Namor und Talocan hat Marvel natürlich es sich einfach gemacht und das Erfolgsrezept aus Teil 1 einfach nochmal genutzt. Talocan steht dabei für die Bevölkerung Lateinamerikas und durch Namors Origin wird auch das Leid dieses Volks im Film thematisiert wie es bei Wakanda mit dem afrikanischen Menschen war. Kolonialismus, Politik und Gesellschaftskritik spielen auch diesmal eine Rolle und durch die gezeigten Bilder versteht man Namor genauso gut wie man es damals mit Killmonger machte. Auch wenn es sich Marvel somit leicht macht und gleichzeitig noch eine weitere in Filmen oftmals auf Klischees basierte Bevölkerungsgruppe direkt anspricht, so schafft der Plot es aber Talocan als Spiegel für Wakanda zu nutzen. Wakanda und Talocan sind sich so ähnlich, aufrund der erlebten Ereignisse gleichzeitig aber so verschieden, dass wir beide verstehen können. Durch gewisse Charaktermomente und -entwicklungen sowie dadurch, dass uns als Zuschauer nicht sofort alles offenbart wird, wandelt auch unsere Sympathie zwischen diesen Völkern.
Man konnte lesen, dass Namors Motivie wirr sei, ich sehe es aber so, dass dies eine bewusste Entscheidung von Marvel war indem die typische Schwarz/Weiß-Malerei Grautönen weicht, dass uns Wakanda ebenfalls fragwürdig erscheint und dass Namor ein toller Antiheld wird - und dies ohne viel PR-Gelaber im Vorfeld (Gruß an Black Adam). Da mit Everett Ross zudem eine weitere Figur erstaunlich viel Screentime erhält, spielt man auch mit den Erwartungen des Zuschauers.

Zu Talocan muss man noch sagen, dass es sytlistisch eine weise Entscheidung war sich komplett von Aquaman zu unterscheiden - vom Look als von der Geschichte her. Talocan wirkt durch den gewählten Style realistischer als das bunte Atlantis - und auch wenn die Unterwasserwelt hier manchem vielleicht zu kurz vorkommt, hab ich das Gefühl diese Welt bereits jetzt besser zu kennen und zu verstehen als Aquamans Heimat.

Emotionalität check, Handlung und Konflikt check, trotzdem mit einigen Problemen
Doch wie schon bei Teil 1 ist auch diesmal nicht alles perfekt. Letztendlich merkt man dem Film doch an, dass ursprünglich andere Figuren im Rampenlicht stehen sollten, dass es gewisse unnötigen Nebenplots gibt und dass das Thema anders gestaltet werden sollte. Ryan Coogler hat erklärt, dass der Film T´Challa und seine Erfahrungen nach Endgame ins Rampenlicht stellen sollte und hier liegt auch ein wenig die Krux. Denn T´Challa ist im MCU schon mal gestorben und zwar in Infinity War. Seine Rückkehr und sein erneuter Tod wird deshalb gar nicht thematisiert und Thanos wird sowieso nur einmal im Zusammenhang mit Nakia (immerhin ihr Fehlen in Endgame findet somit Erwähnung) erwähnt. So gesehen hat ein Großteil der Figuren diese Trauer schon einmal durchmachen müssen. Selbst wenn die 5 Jahre nach dem Blip aufgrund der Ereignisse friedvoller gewesen sein mögen, so ist die Handlung hier eigentlich etwas, was schon längst hätte passieren müssen. Marvel wollte sich dieser Frage wohl nicht stellen und blendete dies aus, aber letztendlich hätte man auf solche Ereignisse wie im Film geschehen durch den Blip schon vorbereitet sein können.

Auch gewisse Nebenplots wirken unnötig oder hatten in der ersten Filmfassung wohl eine andere Bedeutung. Erwähnenswert ist dabei die Darstellerin Michaela Coel in ihrer Rolle als Aneka, welche sicherlich eine andere Rolle hatte als nun im fertigen Film. So nimmt sie eigentlich mehrfach Raum ein und erhält auch eine gewisse Belohnung, doch die Bedeutung dieser Figur war nie gegeben - ein unöötiger Nebenplot einer Nebenfigur. Strittig ist auch die Newcomerin Dominique Thorne als Riri Williams. Man kann mutmaßen, dass ihre Intelligenz und ihr Alter für Shuri und ihr Ego sicherlich in einer früheren fassung womöglich ein Thema gewesen ist. Hier wird sie aber zum Spielball von 2 Nationen, was schon an America Chavez aus Doctor Strange in the Multiverse of Madness erinnert. Passend zu ihrem Comic-Vorbild wird sie dann hier mit Wakanda-Technologie konfrontiert und kann somit endgültig zu Ironheart werden, was aber immer noch nicht erklärt warum es diese Figur braucht. Ne jüngere, weibliche Version von Iron Man, ok, aber ansonsten hat sie keinen wirklichen Impakt auf die Handlung und die Notwendidkeit ihrer Soloserie sehe ich ebenfalls noch nicht. Ich finde, der Film hätte ihr wenigstens eine Beziehung zu Wakanda geben müssen, was außer ihre Hautfarbe nun nicht wirklich eine Rolle spielt. Dabei wäre es so einfach gewesen, da Black Panther 1 uns am Ende Entwicklungs- und Ausbildungszentren geleitet von Wakanda (u.a. auch von Shuri) in den USA anteast - etwas was hier keine Rolle mehr spielt.
Auch der Plot von Everett Ross mutet eher nach einem Anteasern für Phase 5 an und bringt dem Film bis auf seinen ersten Auftritt sehr wenig. Ja, es ergibt Sinn, doch für die eigentliche Handlung ändert es nix. Ich muss aber zugeben, dass dieser Part für eine große Überraschung sorgte und letztendlich bei mir falsche Erwartungen schürte, ich eine andere Richtung der Handlung vermutete und es deshalb nicht so vorhersehbar war wie z.B. in Teil 1. Wie bei Ironheart dient dieser Nebenplot nur um das MCU voranzubringen, was der Wakanda-Part selbst aber durch fehlende MCU-Bindung nicht wirklich tut.

FAZIT
Wer ist denn nun der neue Black Panther und König von Wakanda? Was hat es mit Namor auf sich und werden möglicherweise die X-men eingeführt? Was wird in der After Credit-Szene angeteast? Auf diese Fragen erhaltet ihr hier keine Antworten, denn letztendlich sind es auch nicht die wichtigsten Frage die der Film behandelt. Zentrales Thema bleibt der Verlust einer geliebten Person und wie man damit umgehen kann. Trauer, Verzweiflung oder doch Wut und Rache - ein Film der mit unterschiedlichen Motiven für die unterschiedlichen Figuren arbeitet und genau deshalb so gut funktioniert und einige Überraschungen bereit hält. Es hätte durch die vielen Veränderungen die Chadwick Bosemans Tod mit sich brachte ein Fiasko werden können - ein voreiliger Schnellschuss. Es wurde ein emotionaler runder Film mit ähnlicher Bedeutung für gewisse Zuschauergruppen wie Teil 1 - etwas, was man in Europa wohl abermals nicht verstehen wird.
Trotzdem hat der Film auch seine Probleme und man erkennt, dass doch einiges im Film zu schnell abgehandelt werden musste oder im Endprodukt weniger wichtig ist als möglicherweise noch in der ersten Fassung. So bleibt eigentlich als größter Kritikpunkt zu sagen, dass es für Wakanda selbst als Land keine wirkliche Entwicklung seit den Ereignissen in Civil War gibt. Doch welche Auswirkungen dies für die Zukunft des MCU haben könnte, wird sicherlich äußerst spannend zu sehen sein.

Black Panther - Wakanda Forever Bewertung
Bewertung des Films
810

Weitere spannende Kritiken

Der fantastische Mr. Fox Kritik

Der fantastische Mr. Fox Kritik

Poster Bild
Kritik vom 29.11.2022 von ProfessorX - 0 Kommentare
Der gewiefte Mr. Fox (George Clooney) jagt wilde Hühner auf fremden Boden. Doch seiner Frau (Meryl Streep) gefällt das gar nicht, weil er sich so der Gefahr der fiesen Großbauern aussetzt, die nur darauf warten, den Fuchs zu erledigen. Zu Liebe seiner Frau und seines Sohnes Ash (Jaso...
Kritik lesen »

Die drei Tage des Condor Kritik

Die drei Tages des Condor Kritik

Poster Bild
Kritik vom 28.11.2022 von ProfessorX - 0 Kommentare
Verdeckt arbeitet der Agent Joseph Turner (Robert Redford) unter dem Codenamen Condor in einer geheimen Außenstelle. Seine Aufgabe ist das Dekodieren von Büchern auf Hinweise von Spionageaktivität. Eines Tages ermordet ein Auftragsmörder (Max von Sydow) Condors sein gesamtes Tea...
Kritik lesen »
Mehr Kritiken
Horizont erweitern

Was denkst du?
oder direkt auf MJ registrieren Ich stimme den Anmelderegeln beim Login zu!

Forum Neues Thema
AnzeigeN