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Casino

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Casino Kritik

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Casino Kritik
0 Kommentare - 13.04.2021 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Casino" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Im Las Vegas der 1970er Jahre fristen Sam "Ace" Rothstein (Robert De Niro) und Nicky Santoro (Joe Pesci) ihr Dastein. Durch dubiose Geschäfte im Tangiers-Casino sorgen die beiden dafür das die hiesigen Mafiabosse an Geld kommen. Eines Tages trifft Ace auf die Prostituierte Ginger McKenna (Sharon Stone) und vieliert dadurch die Kontrolle über sein Leben. Auch Santoro hat ein Auge auf die junge Schönheit geworfen und so buhlen beide um die Gunst der schönen Frau.

Nachdem das Dreamteam um De Niro, Pesci und Scorsese bereits in Wie ein wilder Stier und Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia zusammenarbeitete, dauerte es eine Zeit lang, bis das Trio sich für einen weiteren Film zusammenfand. Die Formel war klar gesetzt: De Niro als vereinnahmender und klarer Protagonist und Pesci als unkontrollierbarer Zündstoff. Eine Kombination, die der Regisseur schon einmal verwendete.

Und das stellt gleichzeitig auch den Knackpunkt des Films dar. Denn während man Casino schaut, vergleicht man ihn unweigerlich mit anderen Filmen, mit anderen Rise and Fall Filmen und schnell muss man unweigerlich Parallelen zu anderen Werken von Scorsese ziehen. Der bereits Good Fellas – Drei Jahrzehnte in der Mafia wäre ein Beispiel, aber auch der aus jüngerer Zeit stammende The Wolf of Wall Street hat einen ähnlichen Verlauf wie eben Casino. Man könnte dem Regisseur hier Faulheit, oder auch Ideenarmlosigkeit vorwerfen.

Ja, es ist ein Klischee wenn Pesci wüted. Es ist ein Klischee wenn man genau weiß wie der Film enden wird. Darüberhinaus legt der Film seinen Fokus klar auf die drei Hauptcharaktere, welche durch die Bank weg gut besetzt sind. De Niro kauft man zu jedem Zeitpunkt ab, daß er der skrupellose Mafiaboss ist. Sharon Stone als Ginger McKenna Rothstein steht ihren männlichen Kollegen vor der Kamera in nichts nach und ist sogar deutlich der Star des Films. Denn sie bringt ihre Hysterie und Drogensucht mit einer derartigen Präsenz und glaubhaftigkeit rüber, daß es nicht verwundert das sie 1996 für den Oscar nominiert wurde.

Allgemein hat die Erzählstruktuer des Films etwas besonderes. Nicht unüblich, aber dennoch spannend ist das Voice-Over der drei Hauptcharaktere. Gerade doch im Hinblick auf andere Werke von Scorsese haben wir hier eine Überzahl an Erzählern, die auch eher seltner in der Filmografie des Altmeisters ist. Sie lässt den Zuschauer aber genug Raum um in alle Hauptcharaktere und deren sehnlichste Wünsche abzutauchen.

Doch an der Stelle tun sich meines Erachtens auch die größten Patzer des Films auf: Denn während man den Film schaut, wird sofort klar, daß Stones Ginger sich in den von James Woods verkörperten Lester Diamond verliebt hat und hier ein Konfliktpotantial vorliegt. Wobei Konfliktpotential noch echt untertrieben ist und Scorsese deutlich macht, wann das ganze Kippen wird. Weiterhin ist auch das Vetrauen durch Ace, daß hier mit Liebe begründet wird in meinen Augen an den Haaren herbeigezogen. Denn gerade kalkulierte Geschäftsmänner, deren ganzes Leben sich um Finanzen dreht und auch im Hinblick auf den Verlauf der Story ist mir nicht klar, warum Ace seiner Ginger den Schlüßel zu seinem Reich überlässt.

Sicherlich könnte man das hier verklären und sagen, daß ja Liebe blind mache. Aber das wirkt im Vergleich zu Scorseses anderen Werken doch eher weniger rational und passt meines Erachtens auch nicht zum Charakter von De Niro.

Doch bei aller Kritik an der Story ist Casino ein durchaus unterhaltsamer und gut gemachter Film. Gerade Dialogtechnisch - wie für Joe Pesci üblich - brilliert er. Sharon Stone wurde zurecht für den Oscar nominiert und De Niro ist gewohnt souverän. Das Pacing stimmt und sorgt nicht für langeweile, wenngleich der Film nicht an die wirklich großen Werke von Scorsese heranreicht, so ist er doch unterhaltsam.

Casino Bewertung
Bewertung des Films
710
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