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Climax

Kritik Details Trailer Galerie News
Bis zum Höhepunkt

Climax Kritik

Climax Kritik
6 Kommentare - 15.11.2018 von Moviejones
Wir haben uns "Climax" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Climax

Bewertung: 3.5 / 5

Climax ist vor allem ein Film für die Sinne, die Augen, die Ohren. 90 Minuten, die nicht nur für die Figuren, sondern auf ihre Weise auch für den Zuschauer zu einem Drogentrip werden. Tanz, Ekstase, Leidenschaft, Emotionen... All das köchelt bis zum Höhepunkt vor sich hin. Schönheit wird zu etwas Hässlichem, bei der die Story und Motivationen zwar auf der Strecke bleiben, aber man dennoch zum Höhepunkt kommt. Experimentell und unkonventionell, ganz klar ein französischer Film, der es liebt, französisch zu sein.

Climax Kritik

In einem einsamen verlassen Schulgebäude treffen sie sich. Verschiedene Tänzer aus ganz Frankreich, vereint für ein Ziel, eine unglaubliche Performance auf die Beine zu stellen und dann auf Tournee zu gehen. Drei Tage üben sie, Fremde kommen sich näher und das Ergebnis ist ein Genuss. Der letzte Abend, jetzt wird gefeiert, getrunken und auf das angestoßen, was man in den letzten Tagen geschaffen hat. Ekstatisch werden Körper zur Musik bewegt, werden Grenzen ausgelotet, und dann kippt die Stimmung. Jemand hat Drogen in den Alkohol gemischt. Die Wirkung setzt ein, erst langsam, dann immer stärker. Aus Zuneigung wird Misstrauen, aus Leidenschaft Hass...

Trailer zu Climax

Climax ist ein Film, wie er wohl nur aus einem Land wie Frankreich kommen kann und dessen ist sich Regisseur Gaspar Noé vollends bewusst, und selbstbewusst tritt er an, dies zu beweisen. Das machen bereits die ersten Minuten des Films klar, die nicht nur die Protagonisten vorstellen, sondern dem Zuschauer auch in fetten Lettern klarmachen "Dies ist ein Film, der stolz ist, französisch zu sein!" und so prangt gleichsam patriotisch die französische Flagge fast die gesamte Spielzeit groß im Bild. Die Claims sind abgesteckt, doch was auf den Zuschauer zukommt, erwartet dieser wohl nicht, denn Climax wird seinem Titel gerecht, es ist ein Höhepunkt ganz besonderer Art, ein Höhepunkt für die Sinne.

Gleich zu Beginn werden wir hineingeworfen in eine schier nicht enden wollende Tanzchoreographie, die übergeht in Party, kein Schnitt scheint die Abfolge zu stören, die Kamera schwenkt durch den Saal, erfasst die unterschiedlichen Gruppen, filmt die Tänzer, belauscht die Dialoge. Es wird getanzt, getrunken und gefeiert und im Hintergrund die Musik, ausgewählt aus den unterschiedlichsten Stilrichtungen, die unablässlich auf den Zuschauer einprasselt, zusammen mit den Bildern den Zuschauer berauscht. Während die Darsteller unbewusst die Drogen nehmen, nimmt der Zuschauer die optische Droge unbewusst auf. Was schön beginnt, wird zunehmend verstörender, wenn sich Abgründe auftun, Missgunst herrscht und jeder jedem misstraut. Wie konnte es soweit kommen?

Diese Frage lässt Noé offen, überlässt sie gänzlich dem Zuschauer, der nur dem folgen kann, was vor ihm geschieht. Wir erleben eindrucksvoll, dass Sofia Boutella eine wirklich gute Darstellerin ist, wenn man sie nicht in amerikanischen 08/15-Produktionen verheizt. Wir erleben Hitze und Kälte, Sex und Gewalt, Blut und andere Körperflüssigkeiten, Licht und Dunkelheit. Es ist die faszinierende Kameraarbeit, die all dies auf so beklemmende Weise einfängt, die nicht enden wollenden Kamerafahrten durch die Gänge der Schule, wie scheinbar schnittlos zwischen Schauplätzen und zentralen Figuren gewechselt wird.

Alles erinnert ein wenig daran, dass so ein Film von Quentin Tarantino stammen könnte, wenn dieser nicht Amerikaner sondern Franzose durch und durch wäre. Alles ist mies, verstörend, nichtssagend und doch wieder toll. Die verwirrenden Botschaften zwischendurch tun ihr Übriges. Was will der Film ausdrücken? Will er einen Drogenrausch symbolisieren, sind Drogen schlecht? Was ist die Aussage oder muss diese der Zuschauer selbst finden? Klar ist, die Handlung ist bei Climax zur absoluten Nebensache degradiert worden, die Figuren bleiben weitestgehend Platzhalter für die Zuschauer und wer sich eine Auflösung für alles wünscht, wird enttäuscht. Das Wie und Warum wir offen gelassen, wie auf einen echten Höhepunkt folgt manchmal Ernüchterung, die Leere. Dahin wird der Zuschauer entlassen, nach 90 Minuten Drogenrausch. Ein Trip, nicht für jeden gedacht.

Climax Bewertung
Bewertung des Films
710
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6 Kommentare
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luhp92 : : BOTman Begins
05.12.2018 20:23 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.591 | Reviews: 146 | Hüte: 337

@Butters

Achso, jetzt verstehe ich.
Das geht aus deinem Kommentar für mich aber nicht eindeutig hervor. Siehe Spiegel an der Wand oder Sangria als Bewusstseinserweiterung. Sangria ist ja lediglich das Medium, der Höllentrip wird durch LSD hervorgerufen.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Butters : : Moviejones-Fan
05.12.2018 17:03 Uhr
0
Dabei seit: 25.01.15 | Posts: 23 | Reviews: 0 | Hüte: 1

@ luhp92:

eigentlich schrubte ich das doch ausführlich. für mich sieht das alles mehr nach ballermann@home, denn nach einem (auto-)destruktiven drogen-exzess. mit einem exzess verknüpfe ich nunmal eine bestimmte erwartungshaltung. und alleine der trailer versichert mir sehr überzeugend, dass ich diesbezüglich enttäuscht würde.

wenn enttäuschung zum konzept gehört, gehöre ich defacto nicht zur zielgruppe. wenn ich enttäuscht werden will, schaue ich in den kühlschrank oder auf meine kontoauszüge, dafür muss ich nicht extra ins kino.

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Silencio : : Moviejones-Fan
04.12.2018 07:44 Uhr
0
Dabei seit: 17.08.17 | Posts: 986 | Reviews: 42 | Hüte: 81

luhp:

Fairerweise muss man allerdings zugestehen, dass Enttäuschung und Unverständnis wohl Noes intendierte Reaktion ist...

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luhp92 : : BOTman Begins
03.12.2018 23:43 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 10.591 | Reviews: 146 | Hüte: 337

@Butters

Was genau enttäuscht dich da jetzt?
Da blicke ich durch deinen Kommentar nicht durch^^

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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Butters : : Moviejones-Fan
03.12.2018 22:47 Uhr | Editiert am 03.12.2018 - 22:49 Uhr
0
Dabei seit: 25.01.15 | Posts: 23 | Reviews: 0 | Hüte: 1

Tjoahhh...

eigentlich spricht mich die Rezension ja an - der Trailer schreit mir aber lauthals "Enttäuschung" entgegen. Ein Film über Drogenexzesse und der Spiegel hängt an der Wand, mit Schnee ist das weisse kalte Zeugs in der dunklen Jahrezeit gemeint und zur Bewusstseinserweiterung wird Sangria gereicht?! Pühhhhhhh...

Dann nehm` ich vorher wohl lieber ne Pappe voll DSL... oder wie das heisst...

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MisfitsFilms : : Marki Mork
03.12.2018 13:13 Uhr
0
Dabei seit: 09.07.13 | Posts: 1.043 | Reviews: 0 | Hüte: 34

Die Filme des Monsieur Noe sind nie für jeden. Aber im Gegensatz zu Werken wie u.a. von Trier doch mit einer Sogwirkung. Einzig LOVE 3D hatte dies nicht so recht. Dieser hat eher eine Saug Wirkung tongue-out

www.reissnecker.com

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