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Deepwater Horizon

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Deepwater Horizon Kritik

Deepwater Horizon Kritik

Deepwater Horizon Kritik
0 Kommentare - 14.08.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Deepwater Horizon" ist.
Deepwater Horizon

Bewertung: 3 / 5

Die Ölbohranalage Deepwater Horizon stehen vor einem großen Erfolg. Zusammen mit ihrem Team sollen die Chef-Techniker Mike Williams (Mark Wahlberg) und Jimmy Harrell (Kurt Russel) eine Bohrung vorbereiten. Doch als sie bemerken, daß der Druck auf das dortige Bohrloch viel zu groß ist, um dortt zu fördern, kommt es trotzdem zu einer Katastrophe; weil die dortigen Chefs ihre Warnungen ignorieren. Daraufhin kommt es zu einer großen Explosion und 120 werden auf der Insel eingeschlossen.

Generische Exposition ist etwas, was das Kino nicht ablegen kann. Besonders bei Blockbustern, die stark mit dem Action-Genre liebäugeln, haben Filme über die Jahre etwas für sich entdeckt, was nur noch diejenigen Zuschauer beeindrucken dürfte, die dem Kino sowieso nicht viel abgewinnen können. Meistens sind unsere Protagonisten männlich, weiß, liebende Väter, liebende Ehemänner und einer Mission erlegen, welche sie schlicht und ergreifend einfach ausfüllen müssen. Dabei schlägt auch Deepwater Horizon diesen Weg ein und dabei auch zwei Fliegen mit einer Klappe. Denn nicht nur wird dem Zuschauer so die Welt erklärt, gleichsam wird deutlich, daß somit die Einsätze nun wirklich hoch sind. Das ist manipulativ im besten Sinne und das kann man dem Film trotzdem nicht zur Gänze vorhalten. Denn diese Liebe scheint es ja gegeben zu haben, weil man ja auch von wahren Begebenheiten spricht und damit eigentlich nur die Geschichte nacherzählt. So ganz richtig ist das zwar nie, aber man macht sich mit sowas in dieser Hinsicht zumindest weniger angreifbar. Dabei ist der Film fast in zwei große Teile gespalten. Man hat die Exposition bis zur Katastrophe und man hat die Katastrophe. Dabei geht es darum, sich von der Familie zu trennen, Fehler zu entdecken, wo es keine geben sollte und Konflikte auszutragen.

Trailer zu Deepwater Horizon

Im Prinzip ist dieser Film dabei die Formel für einen wirklich klassischen Film. Mann gegen System, sozusagen. Das ist die alte Schule und das ist in den Händen von Peter Berg in jedem Fall einfach nicht besonders aussagekräftig. Oder besser gesagt, man kennt diese Aussage, man kennt sie aus jedem, halbwegs moderaten anderem Film. Nun würde man vermutlich dazu übergehen und argumentieren, daß der Film ja seinen Fokus auch auf die Action legt. Doch bis überhaupt mal etwas passiert, dauert es eine ganze Weile. Denn durch das ständige Erklären einer wirklich simplen Welt geht ganz schön viel Zeit drauf. Dabei sind natürlich auch die Actionsequenzen ausschlaggebend und auch hier muss man sagen, daß Berg sein Chaos gegen Ende mit so vielen Effekten, so generischen Sidekicks und so viel Schmalzpathos erzählt, daß man nicht anders kann, als sich von diesem Werk manipuliert zu fühlen. Ebenso sind es neben der Hauptfigur auch alle anderen Figuren, die dem einmal eins des Filmemachens entsprechen und eigentlich schon gar keinen Charakter mehr zu sich haben. Der Held, der antagonistische Kapitalismus in Form von John Malkovich. Ein Deuteragonist in Form von Kurt Russell und so weiter und so fort. In den anderen Charakteren entdeckt man dann den Hang zum einfachen, fast gewöhnlichen dieser Figuren, die ja wie keine andere eine soziale Schicht bedienen, die sonst kaum zum Heldentum aufsteigen.

Und das ist tatsächlich ein wirklich bemerkenswerter Aspekt. Wenn man an gängige Actionfilme, oder an Filme im Allgemeinen denkt, dann sind es wirklich seltenst die Menschen aus der Arbeiterklasse, die zu Helden aufsteigen. Das Heldenkino ist ja in Zeiten der Comicverfilmungen sowieso zur Eindeutigkeit gekommen, gleichwohl haben Figuren ohne ersichtliches, oder nennenswertes Talent in unserer Gesellschaft einen harten Stand. Diesen Stand kennt dieser Film und auch wenn diese Figuren mitunter einfach extrem simpel gestrickt scheinen, ist es doch wirklich mal was Neues, diese zu repräsentieren. Klar hätte man das auch Durchpolitisieren können, doch dann hätte man sich auch in eine Deutungsfalle begeben können, weil man dann auch gegen die Menschen argumentieren kann. Ohnehin scheint Bergs Film ein Plädoyer für den Humanismus zu sein, in dem wirklich kein einziges Leben wertlos ist. Vielleicht hätte es dem Film an der Stelle wirklich gutgetan, die Figuren auch weiter auszubauen. Auf der anderen Seite gefällt Wahlberg in der Rolle und auch Kurt Russell sowie John Malkovich machen ihre Sachen überzeugend. Natürlich spielt bei einer Öl-Katastrophe in diesem Ausmaß auch immer der Umweltschmutz eine große Rolle. Doch auch hier liegt die Regie richtig, wenn sie diese nicht zum großen Thema macht, weil es dem Zuschauer eigentlich klar sein dürfte, daß da was auf sie zukommt.

Etwas braucht das Unterfangen dann durch die Exposition bis es in Fahrt kommt, auf der anderen Seite können sich diese Momente dann durchaus sehen lassen. Doch gleichsam gelingt es dem Film hier ein Genre so ein wenig in die Ernsthaftigkeit zu heben, welches vor allem unter starkem Erzählzwang leidet. Doch so ist Deepwater Horizon nicht und auch ist er zu keinem Zeitpunkt subtil, was der gesamten Botschaft hier nur noch mehr in die Arme spielt. Denn wenn man auf einen Missstand hindeuten will, so kann es eigentlich kaum einen besseren Weg geben, als den direkten. Und auch die Figuren spüren das, indem sie immer wieder in den Austausch kommen und anmerken, daß es nun genug sein muss. Es muss endlich etwas unternommen werden, sodass solche Dinge nicht mehr passieren. Das Ganze wird dann nur noch auf der technischen Ebene, durch Musik und Kamera untermauert, die hier die Spannung aufrechterhalten können.

Peter Berg gelingt mit Deepwater Horizon ein netter, sehr klischierter und kleiner Film über den ewigen Kampf zwischen Kapital und Menschheit. Schauspielerisch wird durch die grobe Figurenzeichnung nicht viel abverlangt, dennoch können vor allem Malkovich und Russell in ihren Rollen glänzen. Mark Wahlberg ist moderat, wie es auch das Werk in seiner Gesamtheit ist.

Deepwater Horizon Bewertung
Bewertung des Films
610

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