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Der Pate

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„Ich werde ihm ein Angebot machen, das er nicht ablehnen kann.“

Der Pate Kritik

Der Pate Kritik
0 Kommentare - 17.07.2011 von HeedlessQ
In dieser Userkritik verrät euch HeedlessQ, wie gut "Der Pate" ist.

Bewertung: 5 / 5

„Der Pate“ (Orig.: [i]The Godfather[/i]) ist ein amerikanischer Spielfilm aus dem Jahre 1972 von Francis Ford Coppola ([i]Apocalypse Now, Bram Stokers Dracula[/i]). Er basiert auf dem gleichnamigen Roman von Mario Puzo. Für den bekannten Soundtrack zum Film zeichnet sich Nino Rota verantwortlich. Bei den Oscarverleihungen ist er zehn Mal nominiert gewesen und konnte in drei Kategorien gewinnen, darunter „[i]Bester Film[/i]“ und „[i]Bester Hauptdarsteller[/i]“.   Wenn sie Gerechtigkeit wünschen, kommen alle zu einem Mann: Don Vito Corleone. Der Mafiaboss kann Freunden jede Gefälligkeit erweisen. Als Sollozzo „Der Türke“ zu ihm kommt, damit er ins Drogengeschäft einsteigt, weigert sich der Don. Dies hat jedoch noch schwere Folgen...   An vielen Stellen wird „Der Pate“ als bester Film aller Zeiten gehandelt. Ich maße mir nicht an dies zu entscheiden. Allerdings kann ich sehr wohl eine Kritik zu diesem Film schreiben.   [b]Charaktere / Schauspieler[/b] [b] [/b] Natürlich beginnen wir mit der bekanntesten Persönlichkeit in diesem Streifen, dem Don persönlich. Marlon Brando ([i]Julius Cäsar[/i]), der zu Drehbeginn in seinen Vierzigern war, verwandelt sich in einen alten Patriarchen. Watte steckt in seinen Wangen, damit er das Aussehen einer Dogge erhält. Anstatt eine übertriebene Performance an den Tag zu legen, um die Macht des Don zu demonstrieren, geht Brando den subtilen Weg. Mit rauchiger, leiser Stimme strahlt er eine Ruhe aus, die den Ruf des Vito Corleone nur noch stärker zu Tage fördert. Zurecht bekam Brando für seine Verwandlung den Oscar verliehen. Die eigentliche Hauptperson ist aber [i]Michael Corleone[/i], einer seiner Söhne. Ihm wird im Verlauf des Films die meiste Entwicklung zuteil. Al Pacino ([i]Scarface[/i]) verkörpert ihn mit ausgesprochener Ruhe. Dadurch werden wir bereits in seiner ersten Szene in seinen kühlen, analytischen Verstand eingeführt, der, wenn es darauf ankommt, schnell reagieren und die Führung übernehmen kann. Mit dem versuchten Attentat auf seinen Vater beginnt sich sein Charakter zu ändern. Vorher sollte er keinesfalls mit den Familiengeschäften in Kontakt kommen, nun entscheidet er sich aber selbst dazu. Durch Pacinos erstklassiges Spiel lassen sich Michaels Gedankengänge ohne große Worte nachvollziehen. Ein Blick genügt, um eine Entscheidung seinerseits endgültig und gerechtfertigt scheinen zu lassen. James Caan ([i]Misery[/i]) spielt [i]Santino Corleone[/i], den ältesten Sohn der Familie und Erbe des Vaters. Sonny steht im krassen Gegensatz zu seinem Bruder Michael. Er ist der Hitzköpfige der Familie, der mehr den Moment zu betrachten scheint. Einen Krieg möchte er nicht vermeiden, begrüßt ihn sogar. James bringt diese Züge grandios in seinem Spiel unter. Wenige Momente genügen, damit wir seine Art zu denken, verstehen. Für den Kampf scheint er auch der richtige Mann zu sein, jedoch ist das Mafia-Geschäft viel durchdachter. Einer seiner Fehler kostet dem Don beinahe sein Leben. [i]Tom Hagen[/i] ist der Anwalt der Familie und wird von Robert Duvall ([i]THX - 1138[/i]) dargestellt. Für Sonny ist er die Stimme der Vernunft, die ihn vor großem Schaden bewahrt. Auch genießt er genug Vertrauen vom Don, um dessen wichtigen Erledigungen zu bewerkstelligen.   In den Charakteren und Darstellern liegt ein großer Pluspunkt für „Der Pate“. Die Figuren erlangen alle Leben und bleiben weiter im Gedächtnis. Die Akteure tragen dazu nicht gering bei. Die meisten spielen makellos und für die schwächeren in der Besetzung konnte Francis Ford Coppola immer eine Lösung finden, die diesen Umstand verschleierte. Durch seine Regie erschafft er eine vertraute Familie, die sehr natürlich wirkt. Trotz ihrer illegalen Machenschaften kann der Zuschauer nicht anders, als mit ihnen mitzufühlen.   [b]Handlung / Drehbuch / Dialoge[/b] [b] [/b] Wenn dieser Film eine Macke hat, dann könnte man sagen, es sei die erste halbe Stunde. Ist er nötig? Ja. Kann er faszinierend sein? Ja. Kommt eine Handlung zustande? Nein. In diesen 30 Minuten erfahren wir, wie die Familie strukturiert ist und wie ein Geschäft mit dem Don vonstatten geht. Es ist ein Netz von Gefälligkeiten, Angeboten und Drohungen. Zudem wird ein starker Kontrast zwischen Büro, welches sehr dunkel ist, und Hochzeit, die wiederum in Helligkeit getaucht ist, gezeigt. Erst daraufhin beginnt der dramaturgisch relevante Plot. Hier zeigt sich eine weitere Stärke des Films. Francis Ford Coppola filtert die Essenz aus dem Buch von Mario Puzo heraus. Beispielsweise gab es in der Vorlage noch eine Subhandlung, die von einer Trauzeugin handelt, welche ein Problem mit ihrem Becken, was es Männern schwierig machte, sie zu befriedigen. Quatsch, dachte sich Coppola und schnitt es kurzerhand heraus und konzentrierte sich auf den Kampf zwischen den Familien. Hier zeigt sich der großartige Plot. Wir verfolgen den Fall des Alten Paten und sehen den neuen Paten, Michael, zum Don aufsteigen. Dabei entwickelt sich der Film immer dramatischer. Mit seinem Konflikt erhöht man das Interesse des Zuschauers immer mehr. Mehr und mehr Entscheidungen fallen, die ebenso Konsequenzen haben. Fehlerlos arbeitet alles auf das Finale hin.   Die Dialoge des „Paten“ sind auf einem überdurchschnittlich hohem Niveau. Von Situation zu Situation wird stets die richtige Art gewählt. Wenn man den Plot voran schiebt, tun sie genau das, aber auch das Menschliche, das Miteinander der Familie geht nicht vergessen. Durch diese gekonnte Mischung geht dem Film nichts verloren und der Konflikt kann angemessen bearbeitet werden.   [b]Kamera / Ausstattung[/b] [b] [/b] Es ist erstaunlich wie ein Film, der in den vorherigen Kategorien grandios war, doch eine so klassische Kameraführung haben kann. Meistens bleibt die Kamera auf Augenhöhe und vollkommen statisch. Selten lassen sich Bewegungen der Kamera wahrnehmen, aber wenn dies geschieht, wirkt es als sehr gutes Stilmittel. Interessant sind auch die ganzen Einstellungen, welche erst nach Drehschluss entstanden – ohne die richtigen Schauspieler. Für Regisseur Coppola waren gerade diese sehr peinlich. Allerdings fallen diese nur genauen Betrachten auf, wodurch sie kaum stören.   Das erste Drehbuch des Studios sah vor die Handlung in die Siebziger zu verlegen. Francis Ford Coppola weigerte sich dazu und beließ alles in den Vierzigern. Dadurch überstieg er das Budget um vier Millionen Dollar – sorgte aber auch für die unverwechselbare Atmosphäre im Film. Kleinste Details wurden bei der Versetzung in eine frühere Zeit beachtet.   [b]Fazit[/b] [b] [/b] „Der Pate“ gehört unweigerlich zu dem besten, was Hollywood je produziert hat. Er zeigt auch, dass bei einer von Problemen geplagten Produktion ein Meisterwerk entstehen kann. Mit einem brillanten Cast, dem dramaturgisch ungemein dichten Drehbuch und einem Regisseur, der alle Elemente vereint, ist ein Klassiker geschaffen worden. Obwohl ich zugeben muss, dass ich mich an nichts erinnern konnte, als ich ihn das erste Mal sah, zähle ich „Der Pate“ nun zu einem meiner Lieblingsfilme, der die volle Punktzahl mehr als verdient hat.

Der Pate Bewertung
Bewertung des Films
1010
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