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Henry V.

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"Nachdem ihr den Prolog gehört, seid uns geneigt mit Wohlwollen. Beurteilt gütig unser Stück und richtet unser Spiel mit Huld und mit Geduld."

Henry V. Kritik

Henry V. Kritik
0 Kommentare - 17.10.2011 von HeedlessQ
In dieser Userkritik verrät euch HeedlessQ, wie gut "Henry V." ist.

Bewertung: 5 / 5

„Henry V.“ (Orig.: [i]Henry V.[/i]) ist ein britischer Film aus dem Jahre 1989. Es handelt sich um eine Adaption des gleichnamigen Bühnenstücks von William Shakespeare. Kenneth Branagh ([i]Thor[/i]) führte dabei Regie, adaptierte das Drehbuch und spielt auch die Hauptrolle von König Heinrich. Zur Verfilmung des Dramas brachte Branagh eine große Gruppe an bekannten Schauspielern zusammen, darunter finden sich Derek Jacobi, Brian Blessed und Ian Holm. Der Film erhielt den Oscar in der Kategorie [i]Bestes Kostüm-Design [/i]und Branagh war sowohl in der Kategorie [i]Bester Hauptdarsteller [/i]als auch [i]Bester Regisseur[/i] nominiert.   [b]Inhalt[/b] Der Bote des französischen Königs bringt dem englischen König ein Geschenk: Eine Box mit Tennisbällen. Dies erzürnt den ihn. Der Erzbischof von Canterbury hat eine Argumentation, die Heinrich ein Anrecht auf den französischen Thron gibt. Der König möchte dies nun geltend machen und bricht auf in Richtung französische Küste...   [b]Schauspieler[/b] Passend zum Titel konzentriert sich der Film auf eine Figur:[i] Heinrich V.[/i], welcher der neue König ist. [i]Kenneth Branagh[/i] entschloss sich dazu, die Hürde zu nehmen und eine Rolle zu übernehmen, die bereits viele namhafte Schauspieler übernommen haben. Glücklicherweise kann er auf ganzer Linie überzeugen. Es ist kaum von Bedeutung, ob er konsequent sein muss, damit er König werden kann, oder verzweifelt ob seiner Lage ist, Branaghs Leistung fängt alle Aspekte der Figur ein. Wenn er am Anfang in den Szenerie eintritt, besteht kein Zweifel, welche Position er innehat. Aber auch als verkleideter König, der die Moral seiner Armee auskundschaftet, versteht Branagh es, eine klare Linie zwischen diesen verschiedenen Zuständen zu ziehen. Zudem fügt Branagh, der auch das Drehbuch geschrieben hat, einen weiteren höchst interessanten Blickwinkel hinzu. An mehreren Stellen gibt es Rückblicke auf [i]Henry IV, [/i]ein weiteres Drama von William Shakespeare. Dies erzählt die Vorgeschichte, wo der jetzige König noch Zeit mit Schurken in Bars verbracht hat und seinen Vater stark kritisierte. Nun ist er jedoch mit der gleichen Kritik konfrontiert, was seinen Monologen eine neue Faszination verleiht. Aus diesem Grund entwickelt sich Branaghs Adaption in die Geschichte eines Mannes, der aus den Gewohnheiten seiner Jugend hinauswächst und Verantwortung übernimmt. Dies wird unter anderem auch durch Veränderung des Originaltextes erreicht.   [i]Derek Jacobi[/i], der den[i] Prolog[/i] spielt, kommt am nächsten an Branaghs Präsenz heran. Seine Erscheinung kann gewöhnungsbedürftig sein, da er in einem historischen Film zu sehen ist, allerdings vollkommen moderne Kleidung besitzt. Dies hebt ihn aber auch hervor, wodurch klar wird, welche Funktion er besitzt und das ist es, durch die Handlung zu leiten. [i]Jacobis[/i] Schauspieltalent kann kaum angezweifelt werden. Schon sein erster Auftritt bleibt so lebhaft im Gedächtnis, dass die Worte tatsächlich ihre Wirkung entfalten können. In dieser Figur findet man auch hin und wieder ein paar Übertragungsschwierigkeiten. Das Drama konnte selbstverständlich nicht ausschließlich mit der Bühne anzeigen, wo man sich gerade befand. Dafür gab es den Prolog, der die Sprünge in der Handlung erzählt. Durch den Film kann man jedoch diese Sachen ausmerzen. Es ist kein großer Fehler, nur etwas, das auffällt.   Die meisten anderen der Schauspieler machen ihre Sache sehr gut, allerdings besitzen die meisten eben kleinere Rollen, was schlicht durch das Drama vorgegeben ist. Zu Personen, die dennoch herausstechen, gehört für mich auf jeden Fall [i]Charles Kay[/i], der den [i]Erzbischof von Canterbury[/i] spielt. Trotz seiner sehr kurzen Leinwandzeit kann er seinen Monolog mit einer Intensität abliefern, die man sich als Zuschauer merkt. Auch [i]Paul Scofield[/i], [i]König von Frankreich[/i], schafft es seiner Figur besonderes Leben einzuhauchen. Zu Anfang zeigt er noch eine gewisse Siegessicherheit, die im Verlauf immer weiter abnimmt. [i]Emma Thompson[/i], welche die Tochter des französischen Königs spielt, macht die letzten Szene sehenswert. Ein Problem des Dramas ist die letzte Szene, die nicht in den Kontext eines Krieges passen möchte. Die Chemie zwischen Thompson und Branagh verwandelt diese jedoch in eine ertragbare. Schließlich waren die beiden zu diesem Zeitpunkt auch miteinander verheiratet – und diese Beziehung machte sich auch gut in [i]Viel Lärm um nichts.[/i]   [b]Inszenierung[/b] [i]Branagh[/i] entschied sich für eine realistische und düstere Adaption des Stoffes, als man es gewohnt war. Die meisten Szenen, welche in einer Form Humor hineinbringen, werden ernsthaft dargestellt. Dadurch erhält der Film ein gewisses Maß an Ambivalenz und nimmt dem Stück viel seines Patriotismus. Der Weg, der zum Krieg selbst führt, wird mit einer Schwere zeigt, die deutlich macht, dass dies kein gewünschter Zustand ist. Die Adaption bleibt im Großen und Ganzen loyal gegenüber seiner Vorlage, obwohl einige Zeilen geschnitten worden sind. Spürbare Veränderungen entstehen allerdings nur dann, wenn Branagh verschiedene Szenen einfügt. Auch die Schlacht unterscheidet sich drastisch von der Vorlage. Dies ist allerdings verständlich, da die Bühne dieser Zeit keinen großen Kampf zeigen konnten. Der Regisseur hingegen kann alle Möglichkeiten des Films ausnutzen und lässt ein schlammiges, blutiges Gemälde entstehen. Viel wichtiger ist es Branagh jedoch, zu zeigen, was nach der Schlacht passiert. Die Kostüme haben zu Recht den Oscar verdient. Perfekt wird hier die Illusion des fünfzehnten Jahrhunderts erzeugt. Man zeigt alleine durch die Ausstattung, wer welche Position besitzt. Patrick Doyle übernahm die musikalische Untermalung des Films. Das Team Branagh/Doyle erinnert irgendwie an Burton/Elfmann oder Spielberg/Williams. Die Musik selbst erzeugt Spannung und unterstützt die Emotionen, die der Sprecher soeben erzeugt. Gerade das Lied, welches das Ende der Schlacht begleitet, ist genial   [b]Fazit[/b] Kenneth Branagh versteht Shakespeare – und hat eine Menge Leute gefunden, die dies ebenso tun. Mit einer Inszenierung, die keinen Patriotismus verherrlicht, sondern angenehm vielschichtig bleibt und Schauspielern, die ohne Ausnahme gute Leistungen erbringen, kann Branagh eine Verfilmung abliefern, die von Kritikern aus den richtigen Beweggründen heraus geliebt wird. Auch ich zähle mich zu den Leuten, die diesen Film genießen und ich sehe keinen Grund, weniger als [b]5 Hüte[/b] vergeben.

Henry V. Bewertung
Bewertung des Films
1010

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