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Die Geisterstadt der Zombies

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Ein italienischer Hund

Die Geisterstadt der Zombies Kritik

Die Geisterstadt der Zombies Kritik
0 Kommentare - 25.04.2018 von Silencio
In dieser Userkritik verrät euch Silencio, wie gut "Die Geisterstadt der Zombies" ist.

Bewertung: 2.5 / 5

Die junge Lisa erbt ein Hotel, in dem vor 54 Jahren ein Mann grausam ermordet wurde. Als der Klempner im Keller des Hotels die Leitungen reparieren will, wird er von dem Ermordeten umgebracht. Lisa lernt in der Zwischenzeit Emily kennen, die sie von dem Hotel fernhalten will. Denn das Hotel sei auf einem der sieben Tore zur Hölle erbaut, was natürlich nichts gutes verheißen kann. Währenddessen beginnen die sich bis dahin angesammelten Leichen ein Eigenleben zu entwickeln und morden sich durch das Krankenhaus der Stadt. Für Lisa verschwimmen derweil die Grenzen zwischen Realität und Wahn. Und das okkulte Buch Eibon hat mit der ganzen Sache auch noch was zu tun...

Ein Mann schärft ein Rasiermesser, packt sich eine Frau und fährt mit der Klinge durch ihren Augapfel: So beginnt „Ein andalusischer Hund“, der surreale Kurzfilm von Luis Bunuel und Salvador Dali, der von vorne bis hinten gestaltet ist, um die Sehgewohnheiten der Zuschauer zu untergraben. Auch in Fulcis „Geisterstadt der Zombies“ (Alternativtitel: „Über dem Jenseits“) spielt das zerstörte Auge eine Rolle. Hier werden Augen ausgerissen, von Spinnen verspeist oder gar mit einem Nagel durch den Hinterkopf nach vorne herausgedrückt. Und Fulci selbst will seinen Film auch als surreales Werk verstanden sehen., die Ähnlichkeiten scheinen bewusst angelegt. Auf der Plotebene könnte man dem Ganzen zustimmen, denn nichts ergibt einen Sinn, oder folgt einer erkennbaren Logik. Aber wo Bunuel sein Werk bewusst gegen das konventionelle Kino richtete, man könnte von einer kohärenten Inkohärenz sprechen, zeigt sich bei Fulci kein solcher gestalterischer Gedanke.

Denn selbst wenn die besten surrealen Werke, man denke vielleicht an David Lynch, den Meister des surrealen Kinos, auf den ersten Blick keiner erkennbaren Logik folgen, so lässt sich bei genauerem hinsehen doch eine gewisse Art der Traumlogik ausmachen, die das Unterbewusstsein des Zuschauers angreift. Eine solche kann „Die Geisterstadt der Zombies“ aber nicht vorweisen, dafür ist er in seinen Horrorszenen zu konventionell, sie folgen viel zu sehr den etablierten Okkult- und Zombiehorrorregeln. Fulcis Einwurf, sein Film sei als Werk des Surrealismus zu verstehen, scheint deswegen eher ein verzweifelter Versuch zu sein, ein unzusammenhängendes Drehbuch zu verteidigen. „Geisterstadt der Zombies“ verkommt zu einer Abfolge von extremen Goreszenen, die für sich genommen vielleicht verstören mögen, die in ihrer Gesamtheit aber zu keinem befriedigendem Sehvergnügen führen. Es zieht sich nämlich kein narrativer Faden durch den Film, dem man vernünftig folgen könnte, der dem Horror eine Wirkung außer dem puren Ekel zu verschaffen vermag. Deswegen hüpft man eigentlich nur von Schauplatz zu Schauplatz, um sich mal mehr, mal weniger kreative Tötungsszenen anzuschauen.

Und dennoch ist „The Beyond“, so der internationale Titel, keine vollkommen charmebefreite Angelegenheit. Die Goreszenen sind, wie bereits erwähnt, effektiv, selbst wenn sie aufgrund ihrer übertriebenen und billigen Machart gerne zu unfreiwilligen Lachern animieren. Der in Sepia gehaltene Prolog ist stimmungsvoll und wartet mit einer Kreuzigung auf, die ein katholisches Element in den Film einführt, das sich durch den restlichen Film ziehen soll. So wird später beispielsweise das Gesicht einer Frau mit Säure „getauft“, nachdem sie ihrem toten Mann einen Rosenkranz in die Hand gelegt hat. Fulci will hier offensichtlich irgendwas ausdrücken, doch leider wird das Thema mitten im Film fallengelassen. Die Sets sind meist angenehm atmosphärisch eingerichtet und ausgeleuchtet. Gerade das Haus der blinden Emily ist schön anzuschauen und das letzte Bild mit ihr in einem Lichtkegel sitzend ist eine gelungene Einstellung. Der Score von Fabio Frizzi hat angenehme Gruselmelodien zu bieten, vor allem die von Emily gespielte Klaviermelodie geht ins Ohr und hakt sich dort fest.

Dementsprechend ist Fulcis „Geisterstadt der Zombies“ kein Totalausfall sondern kann dem geneigten Genrefan durchaus einige Schauwerte liefern. Vor allem aber hat er einige unfreiwillige Lacher zu bieten, die man durchaus unter „so bad its good“ verbuchen könnte. Wer immer schon mal sehen wollte, wie jemand von Plastikspinnen attackiert wird, die sehr offensichtlich an Stöcken befestigt hin und her gewackelt werden, dürfte hier auf seine Kosten kommen.

Die Geisterstadt der Zombies Bewertung
Bewertung des Films
510
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