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Drive

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Drive Kritik

Drive Kritik

Drive Kritik
1 Kommentar - 23.01.2021 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Drive" ist.
Drive

Bewertung: 3 / 5

Der Fahrer (Ryan Gosling) führt ein aufregendes Leben: Des Tags ein Stuntfahrer in Hollywood, bei Nachts Fluchtwagenfahrer bei Überfällen. Diese werden ihm über seinen Manager Shannon (Bryan Cranston) vermittelt. Eines Tages lernt er seine Nachbarin Irene (Carey Mulligan) kennen, in welche er sich verliebt. Als deren Ehemann Standard (Oscar Isaac) erneut aus dem Gefängnis entlassen wird, schlägt er dem Farher einen Job vor, zu welchem er einwilligt, ohne dabei zu ahnen, welche Folgen das haben wird.

Drive fällt unter die Kategorie jener Filme, welche über die letzten Jahre immer mal wieder in Insiderkreisen hochgehalten werden. Ich schätze hierfür gibt es einige Gründe. Zum einen wäre da Ryan Gosling zu nennen, dessen Spiel wie üblich unaufgeregt, analytisch und zurückhaltend ist. Er ist eigentlich ein Anti-Star wenn man so will, da er nicht in die Riege eines Leonardo DiCaprio, oder Christian Bales passt. Viel seines Spiels funktioniert über Mimik und ohne große Aufregung. Das mag dem ein oder anderem sicherlich sauer aufstoßen, doch passt zum Charakter. Denn ja, wann immer der Fahrer agiert, merkt man, daß etwas in im brodelt. Dem Gegenüber steht mit Carey Mulligans Irene in Charakter, der im Zusammenspiel einfach super harmoniert. Wenngleich auch die Liebesgeschichte meines Erachtens zu forciert wirkt.

Trailer zu Drive

Allgemein empfinde ich ihre Rolle aber als viel zu passiv. Das mag dem Umstand geschuldet sein, daß auch schon Gosling sehr passiv agiert, nur zwei davon ist einfach zu viel. Sowohl Bryan Cranston, als auch Oscar Isaac funktionieren, wenngleich ihre Rollen stereotyp und wenig originell sind.

Auch die Musik von Cliff Martinez ist tatsächlich ziemlich untypisch für das Genre, aber dadurch so interessant. Hier zündet das Wagnis und untermalt, die ohnehin satten Bilder relativ speziell.

Was gerade in der ersten Hälfte großartig anfängt, entwickelt sich meines Erachtens in der zweiten zu einer unglaublichen Schlaftablette. Denn ja das große Problem ist, daß sich dieser Film so krampfhaft wie möglich als große Kunst beweisen will, daß er komplett vergisset, daß die Geschichte total langweilig, tausende Male dagwesen und einfach ermüdent ist. Wir kennen das schon. Witzigerweise erinnerte es mich in einigen Momenten auch an Baby Driver. Nur hatte es nicht dessen Klasse.

Es mag ja Leute geben, die in diesen Bildern und den Nuancen etwas tiefgründiges entdecken, nur leider besteht quasi der gesamte Film aus einer Nuace und versucht dabei so über die nicht vorhandene Handlung hinwegzutäuschen.

Abseits dessen ist auch gerade ein wesentlicher Handlungspunkt nicht nachvollziehbar. So hilft der Fahrer Standard Gabriel (Oscar Isaac) bei einem Überfall. Doch es wird zu keinem Zeitpunkt ersichtlich warum er das tut. Denn die Personen kennen sich zu diesem Zeitpunkt quasi erst einige Minuten. Auch wird nicht deutlich, warum Irene überhaupt bei diesem Mann bleibt. Dazu entsteht ein mehr gewolltes Liebesdreieck was auch im Hinblick darauf, daß eben der Faraher auch um die Gunst von Irene buhlt, und das irgendwie in einem Überfall mündet, einfach keinen Sinn mehr ergibt. Es ist sogar völlig antiklimatisch.

In meinen Augen wird bei Drive viel Lärm um nichts gemacht. Klassischer Fall von Style over Substance, wo es einfach keine Substanz gibt am Ende des Tages. Die Charaktere sind mehr konstruiert als lebendig, wobei das Schauspiel, und der fulimnante Anfang einiges rausreißen können. Gosling geht eigentlich immer, doch der Rest ist mehr eine Mogelpackung und zieht sich für die kurze Laufzeit von 90 Minuten, dann doch über einige Strecken.

Drive Bewertung
Bewertung des Films
610
DVD & Blu-ray

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1 Kommentar
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Nothing-is-Written : : Moviejones-Fan
28.01.2021 16:21 Uhr | Editiert am 29.01.2021 - 10:09 Uhr
0
Dabei seit: 04.01.21 | Posts: 175 | Reviews: 2 | Hüte: 28

Vorweg möchte ich dir für die Darlegung deiner Sichtweise danken. Das regt durchaus zum erneuten Nachdenken über Nicolas Winding Refns Drive an. Nach mittlerweile 6 Sichtungen bin ich entschieden anderer Meinung, was die Essenz des Films anbelangt. Damit meine ich keinesfalls, dass deine Betrachtungsweise falsch oder unberechtigt ist. Allerdings denke ich, dass sich der Film ambivalenter darlegt, als du ihn wahrgenommen hast und vorliegend anhand der Plotelemente und Figuren zu schildern versuchst.

Man kann Refn zweifellos vorwerfen, dass er ein Stilist ist, der seine Figuren durchaus gern und oft in selbstgefälligen Bildkonstruktionen ertränkt. Weiterhin ist er kein Mann, der seinen Figuren große Worte in den Mund legt. Diese Eigenart kann zuweilen anstrengend sein. Ich persönlich kenne wenige Regisseure, die so stilbewusst ikonische Bilder kreieren, allerdings geht damit durchaus auch so manche Leerstelle einher...

Drive ist ein Film, der vom mehrmaligen Schauen profitiert. Es ist nicht nur das von dir angesprochene reduziert-kalkulierte Schauspiel Goslings, das den Film so aus der Masse des Genrekinos hervorhebt. Es ist die gesamte Wirkästhetik und Symbolik, die den Film zu einer Art Ur-Film-/Prototypen-Reflexion der Driver-Filme avancieren lässt (etwa Bullitt, Nur noch 60 Sekunden, Fluchtpunkt San Francisco). Damit meine ich keinesfalls, dass der Film besser als seine viel zitierten Vorbilder ist. Stattdessen spiele ich darauf an, dass er die bekannten Versatzstücke aufgreift und daraus einen kalkulierbaren Plot um einen wahrhaftig namenlosen Helden strickt. Ich möchte im Falle Goslings sogar von einem gesichts- und profillosen Anti-Helden sprechen. Er ist die ideale Folie, um das Publikum zu affizieren.

Es geht in Drive gerade nicht um den zwar wendungsreichen, aber auch vorhersehbaren Racheplot. Viel mehr handelt er von der aufwendigen Konstruktion eines Nicht-Helden, der sich bar seiner Fähigkeiten der Ungerechtigkeit in der Welt - und somit seiner inneren Dämonen - entledigt. Katharsis ist hierbei ein gewichtiges Stichwort. Goslings Driver ist ein Mensch, der selbst zu den Problemen zählt, die die Frau Irene (Carey Mulligan) heimsuchen. Nicht um mit ihr liiert zu sein, möchte er sie retten, sondern weil er weiß, dass es das Richtige für einen solchen Menschen ist. Für ihn ist sie die personifizierte Unschuld, die von garstigen Mannsbildern umzingelt scheint. Als Stuntman besitzt er keinerlei tieferes emotionales Zentrum als das Ehrgefühl und die raue Brutalität, die impulsartig im Moment der Anspannung aus ihm herausbricht. (Manche KulturwissenschaftlerInnen gehen sogar soweit, dass wir es im Falle Drives mit einer modernen Ritter-Mär zu tun haben. Die Pferde sind nun hochgezüchtete Karossen und die Jungfrau in Nöten ist nicht mehr die holde Prinzessin, sondern eine bereits vergebene Mutter. Auch wenn ich das für reichlich überinterpretiert halte, kann das anhand der Symbolik durchaus nachvollzogen werden)

Goslings Figur ist im definitorischen Sinne kein Mensch aus Fleisch und Blut, sondern ein abstraktes Anti-Heldengebilde. Deshalb sehen wir ihn als unverwüstlichen Protagonisten, der zu Beginn in routinierter Weise einer verheerenden Actionszene standhält. Die dabei getragene Maske ist ein wichtiges Indiz. Seine übermenschlich scheinende Heldentat bleibt im letztlichen Resultat des gedrehten Films ungesehen - als Stuntman ist ihm naturgemäß kein Ruhm gegönnt. Würde er sterben, käme eben der nächste seines Fachs zum Einsatz und ein weiterer Take führte zum gewünschten Resultat. Die gefilmte Heldentat ist damit pures Kalkül und wird entsprechend vom Produktionsstudio ausbezahlt. Ein Stuntman ist also ein wahrhaftiger Anti-Held, weil er im letztlichen Resultat niemals bewusst vorkommen soll. Er ist ein Mittel zum Zweck, das aus dem Bewusstsein der ZuschauerInnen getilgt werden muss, damit der Filmgenuss funktionieren kann. Drive widmet sich eben einer solchen Figur und stilisiert sie zum Helden. Dieses Spiel mit Konventionen macht den Film einzigartig.

Die zu Beginn getragene Maske trägt der Driver auch am Schluss, als er die von Ron Perlman und Albert Brooks gespielten Gangster Nino und Bernie Rose überfällt. Darüber hinaus spricht für die symbolische Sichtweise des Anti-Helden das stets gleiche Outfit mit dem Skorpion-Emblem auf der Jacke. "Raue Schale, weicher Kern" ließe sich sagen. Solange er nicht das Gefühl verspürt, dass er sich wehren muss, ist er die Ruhe selbst. Wer jedoch den Zorn auf ihn lenkt, der wird seine ganze Wut spüren.

Refn skizziert also nicht die fehlende Motivation des Drivers aus Faulheit, sondern weil er es gemäß des Genrekinos gar nicht darauf anlegt. Da er Drive als ein Substrat aus dem Querschnitt der Filme anlegt, bedarf es keiner weiteren Legitimation für die Handlungsweise der Figur. Ich denke, dass es dafür noch einige weitere Indizien innerhalb des Films gibt. Etwa der Tag-/Nacht-Wechsel, die Meeressymbolik, die diffuse Lichtsetzung mitsamit der wabernden Neonoptik. Das alles gibt Hinweise auf das brüchige Konstrukt der Hauptfigur.

Trotzdem bleiben auch diese Elemente Interpretationssache und ich verstehe, wenn man das weniger stark gewichten möchte und nach drängenderen (direkteren) Motivationsanreizen für das Geschehen verlangt. Wenn man das unbedingt wollte, könnte man aber auch den Ausbruch aus dem grauen Alltag des namenlosen Protagonisten geltend machen. Er hat sich in die liebreizende und zurückhaltende Art Carey Mulligans verliebt und weiß dennoch, dass er nicht der Richtige für sie ist. Seine Zuneigung treibt ihn dazu, dass er ihr indirekt helfen möchte, indem er ihrem Partner hilft. (Wenn dem so ist, hätte man das deutlicher inszenieren können. Ich persönlich finde allerdings die Ambivalenz der Dreiecksbeziehung und dem zugehörigen Sohn wahnsinnig reizvoll. Das Unausgesprochene trägt nämlich viel zur elektrisierten und bedeutungsschwangeren Stimmung bei)

Nach den ersten beiden Sichtungen hätte ich dir ehrlicherweise zugestimmt: den kann man geschaut haben, verpassen tut man allerdings auch nichts, wenn man das nicht getan hat. Mittlerweile denke ich aber, dass es eben um die angesprochene Genrereflexion geht und Refn seinen Film als ein aus der gefallenes B-Movie aus den 80er Jahren verstehen mag. Quasi als eine Art fingierte Blackbox, die erst heute gesichtet werden kann. Die Action ist handwerklich geschickt in Szene gesetzt. Besonders das geschickte Taktieren der Verfolgungssequenz direkt zu Beginn muss hervorgehoben werden.

Ich denke, dass der Sachverhalt bei Drive (fast) analog zu Quentin Tarantinos Death Proof verläuft. Der Unterschied zwischen den beiden Filmen besteht letztlich nur darin, dass Tarantino deutlich offensiver auf Ästhetiken und Scheinprobleme des Horrorgenres anspielt... Ein anderer Tarantino hat Brad Pitt zu einem unsterblichen Stuntman avancieren lassen und sich damit in ähnlicher Weise einer der unterschätztesten Randerscheinungen Hollywoods gewidmet.

"I have been watching my life. It’s right there. I keep scratching at it, trying to get into it. I can’t." "MAD MEN" S02E12: THE MOUNTAIN KING

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