Fast verheiratet

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Das Brautpaar in Warteschleife

Fast verheiratet Kritik

Fast verheiratet Kritik
0 Kommentare - 05.07.2012 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).

Bewertung: 3.5 / 5

Eine erfolglose Serie plus eine andere erfolglose Serie ergibt zwei erfolglose Serien. Rein mathematisch betrachtet traf das auch bei den hochgelobten US-Formaten "Voll daneben, voll im Leben" und "American Campus - Reif für die Uni?" zu, die Anfang der 2000er-Jahre grandios scheiterten. Allerdings fand sich bei der Produktion der Sitcoms ein kleines Künstlerkollektiv, das mittlerweile so erfolgreich Kinokomödien dreht, dass die beiden TV-Flops rückwirkend doch zum Gewinngeschäft erklärt werden müssten. Der neueste Streich nach Publikumslieblingen wie Beim ersten Mal (2007), Nie wieder Sex mit der Ex (2008) und Die Muppets (2011): Fast verheiratet mit Jason Segel und Emily Blunt.

Womöglich gibt es seit der Absetzung der beiden Serien einen großen E-Mail-Verteiler, in dem Produzent/Autor/Regisseur/Schauspieler Judd Apatow einst die Adressen seiner nicht minder umtriebigen Kumpels Seth Rogen, Jason Segel, Nicholas Stoller und Jonah Hill sowie von einem halben Dutzend anderer wohlbekannter Hollywood-Gesichter ablegte. Hat einer aus diesem mutmaßlichen Verteiler eine Idee für einen Film, folgt dann wohl die Rundmail an alle - und wer gerade Zeit und Lust hat, mischt eben mit. Wer schreibt, wer spielt und wer am Ende Regie führt, ergibt sich irgendwie nebenbei. In der Regel ist jedoch davon auszugehen, dass Judd Apatow produziert.

Im Falle von Fast verheiratet setzten sich erneut Nicholas Stoller und Jason Segel für ein Drehbuch zusammen - das klappte schließlich zuletzt für James Bobins Kinodebüt Die Muppets recht gut. Diesmal ließ es sich Stoller allerdings nicht nehmen, Segel wie schon 2008 bei Nie wieder Sex mit der Ex wieder selbst Regieanweisungen zu geben. Befand sich Segels Figur Peter damals zu Beginn des Films in einem Jammertal, sieht es für seinen neuen Charakter Tom nun zunächst deutlich besser aus: Seine Freundin Violet (Emily Blunt, die auch eine kleine Rolle in Die Muppets spielte) hat eben seinen Antrag angenommen. Der Traumhochzeit steht nichts mehr im Wege - oder?

Als Violet eine auf zwei Jahre befristete Stelle am anderen Ende der USA angeboten bekommt, beschließt das Paar, die Hochzeit um die Dauer der Anstellung zu verschieben. Eine Entscheidung, die auch dann nicht nachvollziehbarer wird, wenn die Verlobungszeit synchron zu Violets Job immer weiter verlängert wird. Deutlich realitätsnäher erscheinen hingegen die Probleme, die sich währenddessen in die Beziehung einschleichen. Tom wird mit der neuen Heimat deutlich langsamer warm als seine Liebste. Zudem fällt es ihm zunehmend schwerer, seine Karriere hintenan zu stellen, damit sich Violet in der Provinz ihre eigene aufbauen kann. Und dann kommt auch noch Violets attraktiver Chef (Rhys Ifans) ins Spiel ...

Immer wieder mal gerät die Komödie ein bisschen aus dem Rhythmus und auch ein bisschen zu albern. Doch diese kleinen erzählerischen Schwächen gleichen Segel und Stoller stets mit bemerkenswert frischen Ideen aus - und mit brüllend komischen Sätzen, in denen oft mehr Wahrheit steckt, als man sich eingestehen möchte.

So weit lassen es Stoller und Segel aber bei Tom und Violet dann doch nicht kommen. Es wäre auch jammerschade: Zum einen, weil das Paar trotz aller Konflikte so grundsympathisch ist. Zum anderen, weil ihnen am Ende eine der schönsten Hochzeitszenen gehört, die je gedreht wurde.

Fast verheiratet bekommt 3,5 von 5 Hüten.


(Quelle: teleschau - der mediendienst | Annekatrin Liebisch)

Fast verheiratet Bewertung
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710
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