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Knock at the Cabin

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Knock at the Cabin Kritik

Knock at the Cabin Kritik

Knock at the Cabin Kritik
0 Kommentare - 20.02.2023 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Knock at the Cabin" ist.
Knock at the Cabin

Bewertung: 3.5 / 5

Zusammen mit ihrer Tochter Wren (Kristen Cui) verbringt das Paar Eric (Ben Aldrige) und Andrew (Jonathan Groff) Urlaub in einer Waldhütte. Als Wren draußen spielen geht, trifft sie auf den sanftmütigen Leonard (Dave Bautista), der der Idylle ein jähes Ende bereitet. Kurz darauf weitere Fremde namens Sabrina (Nikki Amuka-Bird), Adriane (Abby Quinn) und Redmond (Rupert Grint) ein und halten die Familie als Geiseln. Sie offenbaren ihnen, daß nur ein freiwilliges Opfer die drohende Apokalypse aufhalten kann.

Vom Prinzip her ist das eine nette Idee. Ein Kammerspiel im Wald. Klar, ein einzelner Raum, indem sich sieben unterschiedliche Menschen begegnen, von denen vier den Untergang der Menschheit propagieren. Irgendwie interessant, so wirken sie doch wie religiöse Missionare, deren einzige Differenz zu irgendwelchen Menschen mit einer Psychose ist, daß man religiösen Fanatikern in den Staaten selten eine diagnostiziert. Natürlich wird sich nach und nach die Geschichte aufdröseln und Regisseur M. Night Shyamalan wendet dann erstaunlich viel Zeit damit auf, zu erklären, was er für wichtig hält, dem Zuschauer zu erklären. Doch damit tun sich auch gleichsam die Probleme des Films auf. Wann immer etwas in Rückblenden erzählt wird, dann sind diese absolut nutzlos, wenn man sich von dem emotionalen Getue denn nicht anstecken lässt. So lernt der Zuschauer, daß Menschen, die schwul oder homosexuell sind – je nachdem, welchen Terminus man bevorzugt – oft mit Feindlichkeit begegnet wird. Ja, da sind es dann zum einen die Eltern, die nicht nachvollziehen können und primär wollen, daß sich zwei Männer lieben. Da sind es Menschen in Bars, die dieses Pärchen anmachen und so weiter und so fort. Da lernt man nichts Neues. Ähnliches gilt auch für die Adoption der eigenen Tochter, oder wenn zum Beispiel eine Figur, die im Film noch wichtig ist und von vorne bis hinten unsympathisch erscheint, auch in einer früheren Begegnung unsympathisch war. Shyamalan verkauft es als Wendung, daß jemand, der ein Arsch ist, früher auch ein Arsch war. Brillant.

Trailer zu Knock at the Cabin

Wenn man Shyamalan etwas nicht vorwerfen kann, dann da? seine Filme nicht originell wären. Denn tatsächlich ist die eigentliche Prämisse, daß vier Menschen in eine Waldhütte kommen, vom jüngsten Gericht erzählen und dann erwarten, daß sich eines der Familienmitglieder zugunsten der Menschheit opfert, durchaus spannend. Natürlich wirft das auch wieder Fragen auf. Zum einen selbstverständlich ob der Glaubwürdigkeit dieses Wahnsinns, zum anderen aber auch im Umgang mit dem Thema Homosexualität. Ein Opfer von Schwulen soll es sein, daß die Menschheit rettet. Und genau hier wird Knock at the Cabin tatsächlich zu einem komplexen Werk, weil man da vorschnell urteilen und eine starke Homophobie hineininterpretieren könnte. Doch das entbehrt ja jedweder Grundlage, weil auch die Erklärungen hinter der Aufforderung viel zu vage bleiben. Interessanter ist dahingehend eher, wer da mit im Raum steht. So hat man, abgesehen vielleicht vom Hünen Leonard Brocht, eigentlich die Repräsentation einer Arbeiterklasse. Von Pflegefachkräften, über eine Köchin, bis hin zu einem Arbeiter, stellt der Film hier Gesellschaftsschichten gegenüber jenen Menschen, die in Form eines Umweltanwaltes, vielleicht sogar aus einer ganz anderen Welt kommen. Interessant ist da vor allem Brocht, der gleich zwei Jobs hat und verhältnismäßig werden Lehrer in den Staaten auch nicht gerade sonderlich gut bezahlt.

Eigentlich wäre das Schauspiel an der Stelle nicht weiter beachtenswert. Als Fan von Harry Potter (2001-2011) freut man sich natürlich Rupert Grint mal wieder auf der großen Leinwand zu sehen, doch ansonsten bleiben die Schauspieler eher bemüht aus dem doch sehr mageren Konzept etwas herauszuholen. Wäre da nicht dieser Dave Bautista. Bereits mit seinem großen Hollywood-Durchbruch Guardians of the Galaxy (2014) gelang es dem ehemaligen Wrestler zu einem Fan-Liebling zu avancieren. In den folgenden Jahren legte er neben dem komischen Talent mit James Bond 007: Spectre (2015), Blade Runner 2049 (2017) oder Dune (2021) dar, wie vielseitig er als Schauspieler sein kann. Ob Physis, Tragik oder eben Humor, Bautista scheint es alles zu können. Und gerade auch sein Können ist es, das Knock at the Cabin zu Teilen so sehenswert macht. Denn der Zuschauer bekommt zu jedem Zeitpunkt den Konflikt mit, den seine Figur in sich trägt. Da steckt etwas ganz Zerbrechliches drin und gleichsam auch die Gewissheit, daß er eigentlich lieber etwas anderes täte. Dabei tut der Film sehr gut daran, diese Bedrohlichkeit, die eben ein Bautista bedingt durch seine Statur ausstrahlt, gar nicht in Szene zu setzen. Absurde Gewalt gibt es hier eben nicht und damit macht der Film eigentlich auch einen schönen Kontrast auf, weil nämlich die augenscheinlich stärkste Figur, die mit Abstand schwächste im gesamten Film ist.

Tja, und irgendwann dreht der Film komplett frei. Sobald es dann wirklich zu einer waschechten Apokalypse kommt, ist längst entschieden, ob man sich dem noch zugänglich zeigt, oder vom Geschehen verscheucht wurde. Für einen Shyamalan-Film ist das Geschehen insgesamt schon fast konservativ, weil das Werk sich mit Absurdität und Irrungen und Wirrungen tatsächlich zurückhält. Doch man hat dabei eine riesengroße Freude, weil man auch nie genau sagen kann, ob der Film sich selber ernst nimmt, oder gerade den Zuschauer vorführt. Insofern mag man den Plot und damit das Kernelement, daß auf Spannung ausgelegt ist, sicherlich auch schon relativ früh entzaubert haben. Auf der anderen Seite verbleibt der Film dann wiederum als Komödie durchaus im Gedächtnis. Niemand macht solche Filme und in seiner Einzigartigkeit ist Knock at the Cabin dann wiederum wahrlich berauschend. Und insgesamt erinnert das Werk dabei vor allem an Split (2016) und zuletzt Old (2021). Dabei ist die Idee der christlichen Symbolik mehr als nur gelungen, weil sie die Albernheit nur noch unterstreicht.

All die Kritik, die man einem Shyamalan-Film anlasten würde, könnte man sicherlich auch Knock at the Cabin vorwerfen. Der Film ist dumm, nicht mehr und nicht weniger. Gleichsam sind andere Kritikpunkte tatsächlich lächerlich. Insgesamt verbleibt man bei einer wahnsinnig originellen Idee, die auch als Film zwischen Spannung und Gelächter wechselt und einen Cast aufweist, der sichtlich bemüht ist, nicht von der Regie übertrumpft zu werden.

Knock at the Cabin Bewertung
Bewertung des Films
710

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