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Madame Web

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Madame Web Kritik

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Madame Web Kritik
0 Kommentare - 24.02.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Madame Web" ist.
Madame Web

Bewertung: 1.5 / 5

Die Sanitäterin Cassandra Webb (Dakota Johnson) lebt in Manhattan. Sie hat hellseherische Fähigkeiten, die es ihr ermöglichen, Unfälle vorauszusehen. Eines Tages hat sie Visionen von einem Mann namens Ezekiel Sims (Tahar Rahim), der versucht drei junge Frauen zu ermorden. Nun wird ihr klar, wie wichtig es ist ihn daran zu hindern sein Ziel zu erreichen. Und so geht sie eine Partnerschaft mit den jungen Frauen Julia Cornwell (Sydney Sweeney), Mattie Franklin (Celeste O’Connor) und Anya Corazon (Isabela Merced) ein, um diese zu retten.

Sprachlosigkeit, entstehend hier aus einem schockierten Zustand. Was haben wir Angst. Wo wollen wir hin, warum passiert das gerade alles? Es ist wie, wenn um dich herum plötzlich Bomben fliegen. Klar, können die wenigsten Mitreden, doch so ganz ohne Grund dürfte die Irritation bei allen ziemlich gleich sein. Vielleicht ist man ja mit dran Schuld? Natürlich ist man das, wenn man sich auf Madame Web einlässt. Ein Film, der schon anhand des Trailers gesehen ist und dementsprechend geschulte Augen zumindest auch in diesen quälenden langen Minuten nichts als Grausamkeiten antut. Irgendwas passiert da. Irgendwelche Charaktere sind da und sie machen auch Sachen und so. Ja, irgendwie sollen sie leben. Die eine fristet ein Dasein als Rettungsfahrerin, ähnlich wie bei Ambulance (2022). Die anderen sind joah, eben da und ach ja, dann gibt es noch einen Bösen. Der wohnt irgendwie in nem Penthouse mit ner Sekretärin und will irgendwas. Er ist also nicht nur fies, sondern auch reich. Das paart sich gut, wie Spinnen oder so. Also es gibt da schon eine Verbindung zu spinnen. Denn Madame Web ist ja immerhin irgendwie auch ein Film über Spinnen, oder das Spinnen oder Netze. Vielleicht auch wenig eine Parodie, die nur ganz große Geister verstehen können. Wir einigen uns also mal auf den Minimalkonsens. Madame Web ist irgendwas.

Trailer zu Madame Web

Und irgendwas – Der Film macht irgendwie Sachen mit Charakteren. Zunächst ist Madame Web in ihrem eigenen Film eigentlich irrelevant, weil der Böse, dessen Namen einem schon während des ersten Hörens entfällt, irgendwie drei kleine Mädchen will. Gut, klein ist hier eigentlich übertrieben, weil alle wohl tief in ihren Zwanzigern stecken dürfen. Aber das eignet sich ganz gut, das trifft den Nerv der Zeit, in den Madame Web passt. Es ist nämlich ein Film der ähnlich wie auch das gesamte vermaledeite SSU oder Sony’s Spider-Man Universe zwanzig Jahre zu spät kommt. Und das liegt daran, daß der Plot ähnlich wie auch in einem Venom (2018) unglaublich banal ist. Das Witze gebracht werden, die nicht zeitgemäß sind und irgendwie wirkt das gesamte Werk unglaublich einfach. Nun sollte man aber nicht davon ausgehen das alle Comicverfilmungen in den 2000er Jahren so waren. Sicherlich die schlechten und sicherlich ging man da auch echt ein wenig blauäugig ran und inszenierte jene Filme so, wie irgendwer, der noch nie einen Comic gelesen hat, sich diese Filme eben vorstellt. Doch es gibt ja einen Grund warum die Nachbeben von X-Men (2000), Spider-Man (2002) oder Batman Begins (2005) noch lange im Kino wirkten. Inhaltlich passt Madame Web da eher in die Kategorie Catwoman (2004) oder Elektra (2005). Ein peinlicher Versuch aus knappen Röcken und Leder Reize zu ziehen, die über einen Trockenfick oder einen einsamen Abend vor Google hinausgehen.

Ja, vielleicht ist das unangebracht, vielleicht ist es aber genauso treffend, um den Zustand der Charaktere zu bezeichnen. Denn wie hier in einer Art und Weise schon sexualisiert wird, mit Körpern gespielt und die Charakterisierung geht eben keineswegs über irgendwas hinaus, was vermeintliche feminine Züge so ausmacht. Eine Diner-Szene sagt da alles. Auch der peinliche Porno-Traum von irgendwelchen Mittdreißigern in Form von Sydney Sweeneys knappem Rock und dieser Pseudo-Mauerblümchen-Scheiße. Sorry, da muss man einfach lachen. Es ist so dämlich. Und ja, man darf Sexualisieren. Man darf auch einen Male Gaze bedienen, doch dann sollte man eben nicht so großmäulig sein und sich im Zuge von MeToo brüskieren. Denn ehrlich gesagt ist das Werk von einer Frau inszeniert, mit Frauen in den Hauptrollen und fünfzig Prozent der Drehbuchautoren sind ebenfalls Frauen. Und dann muss man sich wirklich mal die Frage stellen, ob man es sich so einfach machen kann und sagt „Frauen sind Feministinnen, weil sie Frauen sind.“ Madame Web ist nämlich ein Symptom dafür, wie wenig sich in Hollywood doch zum Großteil getan hat. Das Liberale Hollywood ist eben auch nur so liberal, wie man damit Geld machen wird. Die Metaebene eröffnet sich dann ganz gut und Madame Web ist ein Symptom einer vergangenen Zeit, die aber vielleicht wiederkommen wird. Und da geht man eben Weg von den – vermeintlich – feministischen Filmen wie Wonder Woman (2017) und Captain Marvel (2019). Birds of Prey: The Emancipation of Harley Quinn (2020) oder Barbie (2023) kann man da ja außen vor lassen, weil sie eigentlich auch sexistische Werke gegenüber Männern darstellen. Insofern, anderes Thema.

Daß selbst Sony keinen Fick mehr auf Madame Web gegeben hat, lässt sich unterdessen ganz gut an den Effekten erkennen. Da wirken sogar Michael Bay-Filme realer. Und wenn alles künstlich wirkt, kann man es eben auch nicht mehr glauben. Zum Ende hin wird dann noch behauptet, daß die Figuren, die eigentlich kaum sinnvolle Interaktion miteinander hatten, jetzt plötzlich eine Zweckfamilie ist. Denn schlichte Geister wünschen sich eben nichts sehnlicher als Familie. Wow, Minimalkonsens par excellence.

Hin und wieder wird man ja erstaunt, wie viel man dann doch über gar nichts sagen kann. Madame Web ist aus der Zeit gefallen. Madame Web ist irrelevant und zeichnet irgendeinen Nonsens, der irgendwie Figuren verbindet, wie die klebrige Scheiße vom Fast Food, die Darmverstopfung. Es ist unterirdisch und reicht nicht mal für Memes. Danke für nichts.

Madame Web Bewertung
Bewertung des Films
310

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