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Nomadland

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Nomadland Kritik

Nomadland Kritik

Nomadland Kritik
0 Kommentare - 21.08.2021 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Nomadland" ist.
Nomadland

Bewertung: 4 / 5

Nachdem Fern (Frances McDormand) ihren Mann verloren hat und in dem gemeinsamen Haus weiterlebte, schließt die United States Gypsum Corporation ihre Tore. Der einzige Arbeitgeber weit und breit sorgt dafür, daß die Kleinstadt Empire aus der Fern kommt nun vor dem wirtschaftlichen Ruin steht. Und so beschließt Fern mit einem Transporter durch die Vereinigten Staaten zu reisen und sich von Job zu Job zu hangeln. Aufgrund ihrer beruflichen Qualifikationen könnte sie allerdings jederzeit einen neuen Job finden, allerdings bevorzugt sie das Leben in Freiheit.

Schon im Vorfeld um die großen Filmpreise des Jahres 2020, wurde Nomadland immer als der große Favorit gehandelt. Das ist auch nicht verwunderlich, so erzählt eine Geschichte, für die eben das Kino seinerzeit eigentlich mal erfunden wurde: Nämlich von Träumen. Ein kitschiges Klischee, doch gerade die Academy Awards sind ja prädestiniert dafür, das eigene System zu kritisieren, während man schon irgendwie Teil davon ist.

Trailer zu Nomadland

Im Falle von Nomadlad ist das ganze aber schon mehr eine Flucht. Um den Verlust ihrer Liebe zu verarbeiten sehnt sich Fern nach der Ferne. Was hier im Deutschen sicherlich als recht simples Wortspiel funktioniert, ist in Wahrheit eine spirituelle Reise, um das Leben in all seinen Zügen verstehen zu können. Fern wird dabei wunderbar von Frances McDormand gespielt. Ob tragische Leere, oder humorvoller Sarkasmus, McDormand kitzelt alles aus der Rolle heraus, was es nur herauszukitzeln gibt. Dabei bleibt ihr auch in jedem Moment ihre Würde erhalten. Was gerade in emotionalen Momenten oft kitschig transportiert wird, ist für Fern hier eine innere Gelassenheit. Selbst Trennungen von all den Menschen, die sie während ihrer Odyssee kennenlernt, fallen ihr leicht.

Doch auch so scheinbar unbedeutend diese Begegnungen wirken, dienen sie in den Händen von Zhao vor allem dem Zeck der Vergänglichkeit. Denn genau das will Nomadland uns sagen. Wir arbeiten, knüpfen Beziehungen, lieben, leiden, lernen, fallen, erheben uns und werden so vollkommen. Doch Zhao stellt auch die Frage in den Raum, wozu wir das überhaupt machen, denn letzten Endes führt das alles zu nichts. Man könnte dem Film eine tragende Melancholie unterstellen, denn er ist gerade im Umgang mit zwischenmenschlichen Beziehungen fast unterkühlt. Doch auf der anderen Seite stecken gerade die Bilder, die hier produziert voller Leben, voller Bedeutung und auch voller Liebe. Fast dokumentarisch wirkt es, wenn Fern zusammen mit David in den Zoo geht und sich dort die Tiere anschaut. Auch hier kann man den Film schon wieder ob einer Metapher beglückwünschen.

Doch bei allem verständlichen Lob, bietet der Film neben seinen metaphorischen Glanzleistungen, auch eine recht überschaubare Geschichte. Wir bekommen einen nachvollziehbaren Charakter, der nachvollziehbare Entscheidungen und nur zu dem einen Ziel kommen kann, was man sich auch von Anfang an hätte denken können. Immerhin steht es schon im Titel des Films.

Natürlich ist das aber auch die Kernaussage, und man sollte nicht mit der Lupe nach jedem kleinen Detail suchen. Denn für sich genommen ist der Film sehr stimmig, fast schon triste und zugleich voller Leben. Hinzu kommt, daß der Film sich eben auch zu keinem Zeitpunkt als große Kunst aufdrängen will. Sicherlich sind einige Szenen bewusst mit Hintergedanken gedreht worden, doch im Vergleich zu klassischem Oscar bait, ist dieser Film in jedem Fall nicht so aufdringlich.

So kommt es, daß Nomadland zwar nicht unbedingt die endlose Offenbarung des Kinos geworden ist, aber dafür gleichwohl die Lobhuldigungen seines Namens schon eher verdient, als manch andere Hollywoodproduktion in den letzten Jahren. Pures Arthaus in seinen Besten Momenten, gepaart mit einer brillanten Hauptdarstellerin. Die Regie weiß zu beeindrucken und viele Bilder sind klare Gemälde, ohne dabei unbedingt immer schön zu sein.

Nomadland Bewertung
Bewertung des Films
810
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