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Small Soldiers

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Small Soldiers Kritik

Small Soldiers Kritik

Small Soldiers Kritik
0 Kommentare - 26.05.2024 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Small Soldiers" ist.

Bewertung: 3.5 / 5

Alan Abernathy (Gregory Smith) ist Sohn eines Spielzeugladenbesitzers. Ein besonderes Interesse hegt er an den Actionfiguren „Small Soldiers“. Diesen Miniatur-Soldaten, werden Computerchips eingepflanzt, die sie wie echte Soldaten kämpfen und denken lassen. Die Spielzeughersteller Irwin Wayfair (David Cross) und Larry Benson (Jay Mohr) wurden dabei von einem Rüstungskonzern gezwungen, jene Mikrochips für wissenschaftliche Studien zu produzieren. Bald schon finden die Small Soldiers ihren Weg vom Laden in die Heime der Menschen.

Zum Leben erwachtes Spielzeug, daß das Kinderzimmer in einen Kriegsschauplatz verwandelt. Nun, diese Prämisse erinnert nicht unbedingt an eine besonders tiefgreifende Metapher, denn man verwendet sie in der Gesellschaft ja am laufenden Band. Was man hier allerdings sehr wohl sehen kann, ist eine Parodie auf das, was Toy Story (1995) einige Jahre zuvor etablierte. Für Regisseur Joe Dante ist eine Parodie, Persiflage oder auch eine Satire natürlich nichts Neues. Man erinnere sich nur einmal an Gremlins – Kleine Monster (1984). Hier wäre es natürlich einfach viele Dinge herauszugreifen und sich daran oder an jedem oder diesem zu stören. Tatsächlich ist Small Soldiers kein perfekter Film. Das ist ehrlich gesagt auch ein falscher Anspruch. Aber warum, das kein perfekter Film ist, ist gar nicht so einfach zu erklären und am Ende des Tages vielleicht auch zu persönlich. Es liegt vielleicht daran, daß er das Thema Familie nicht dekonstruiert, was er könnte. Es liegt vielleicht daran, daß er nicht mit brillantem Schauspiel aufwartet, was er könnte. Es gibt so viele Ideen und Rechtfertigungen dafür, daß Small Soldiers eben nur das ist, was er ist. Ehrlich gesagt ist das mitunter aber mal recht erfrischend, wenn man einen Film hat, der auf der anderen Seite gewertet werden kann. Joe Dante befindet sich mit seinem Schaffen ja ohnehin schon immer in einem Mikrokosmos und von daher, ist das gar nicht so verwunderlich, daß dabei so ein Film entsteht.

Es gibt eine gewisse Ehrlichkeit, in der Konsumkritik, die Dante in seinen Gremlins-Filmen, wie auch hier an den Tag legt. Hier findet man eine gesichtslose Firma vor, die ein Produkt vermarkten will. Ehrlich gesagt macht sie das nicht sonderlich kapitalistisch, aber das ist auch nicht der Kern von Small Soldiers. Viel eher geht es also darum, daß eine gesichtslose Firma im Hintergrund die Fäden zieht. Und an alle Trumpisten: Nein, es sind weder die Juden noch Disney. Daß Firmen allerdings einen riesigen Einfluss auf Tagespolitik haben können, dürfte auch jedem klar sein. Hier personalisiert Dante das System, indem er quasi Jugendliche und vor allem Privatleute in Szene setzt. Daraus entstehen Konflikte zunächst so anmuten, als habe man hier den üblichen Konservatismus-Quatsch vorliegen. Das ist aber eben nicht der Kern von Small Soldiers. Stattdessen ironisiert Dante das gesamte Werk, indem er ein einfaches, scheinbar auch gar anders intendiertes Unterfangen zum Kernproblem erklärt. Quasi als Witz werden diesen Actionfiguren Chips eingepflanzt, die eigentlich ans Militär gehen sollten und dann ist das Drama perfekt. Ja, hier laufen Actionfiguren Amok. Das klingt so absurd, wie es sich im Film darstellt und konterkariert damit auch gekonnt den amerikanischen Heroismus und die Haltung zum Krieg. Weil Dante das gesamte Treiben nämlich auf eine vermeintliche Ebene für Kinder verfrachtet, immerhin handelt der Film von Actionfiguren für Kinder, gibt er dem Thema Krieg etwas Infantiles und dem Umgang mit Gewalt ohnehin.

Nun treibt er das auf die Spitze, dabei erinnert er mitunter an RoboCop (1987) und ehrlich gesagt ist das grundsätzliche Konzept ja nicht gerade originell. Auf der anderen Seite kann man dann wieder nur sagen „Lieber gut geklaut, als schlecht selbst gemacht.“ Und genau das ist Small Soldiers irgendwo. Es stellen sich dar keine allzu tiefschürfenden Fragen und es ist ohnehin nicht unbedingt in Dantes Sinn hier eine heile und wandelbare Welt zu porträtieren. Denn immerhin kommt am Ende auch hier wieder der Kapitalist ohne große Probleme davon. Die Absurdität einer kapitalistischen Welt stellt Dante dann gekonnt heraus, wenn er einem Rüstungskonzern namens Globtech in diesem Szenario noch eine Spielzeugabteilung zuschreibt. Nun, daß das dann nicht deren Kernelement ist, ist klar und dennoch zeichnet sich da die amerikanische Gesellschaft ganz gut wider. Man könnte fast meinen, daß Krieg absolut in den Adern dieses Landes fließt und Dante meint, man wachse damit auf. Gesellschaftlich könnte man dann die Frage stellen, wo Krieg beginnt und wo er tatsächlich Einfluss auf das Leben nimmt. Hier geht Small Soldiers dann die kleinen Schritte zuerst und er hat vielleicht recht, indem er sagt, wir fangen da schon in den Kinderschuhen an. Gewalt und Kinderpuppen sind ja ohnehin ein Phänomen, wobei man natürlich nicht gleich vom Medium auf den Menschen schließen sollte. Das tut Dante auch nicht, aber es ist schon bezeichnend, wie viel Unterhaltung in der Menschheitsgeschichte unweigerlich irgendwo mit Gewalt zu tun haben muss. Filme sind da nicht anders, in gewissen Maßen zumindest.

Damit lockt Small Soldiers den Zuschauer aber auch schnell in eine Falle. Viele dieser Filme tun es. Die Frage, die sich hier stellt, ist ob man das genießen kann. Und ja, das kann man nur mit „ja“ beantworten. Denn Small Soldiers setzt alles daran, einen normalen Anschein und eine normale Welt zu erwecken. Das bedeutet im Sinne des konservativ geprägten Amerikas vor allem die Familie, das Leben in der Familie und die Jugendliebe. Natürlich ohne Anfassen, wir sind ja Christen und dann stürzt Dante genau diese Welt ins vollendete Chaos und lässt dort Anarchie walten, verwandelt diese Welt in einen Kriegsschauplatz und stellt damit dar, wie albern eigentlich all das auch irgendwo ist. Die alte Ordnung muss hier einstürzen, doch Dante ist kein Träumer und daher wird sie das auch nicht.

Mit Small Soldiers schuf Joe Dante ein B-Movie, daß sich vor allem mit dem ach so geregelten Leben amerikanischer Familien befasst. Macht, Militär und Konsum werden hier kombiniert und in eine anarchische, hyperionische Satire verwandelt. Das ist große Unterhaltung, wenngleich man das auf den ersten Blick gar nicht denken würde.

Small Soldiers Bewertung
Bewertung des Films
710

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