Star Trek 8 - Der erste Kontakt

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Best of Both Worlds? Mitnichten!

Star Trek 8 - Der erste Kontakt Kritik

Star Trek 8 - Der erste Kontakt Kritik
4 Kommentare - 11.07.2019 von MobyDick
In dieser Userkritik verrät euch MobyDick, wie gut "Star Trek 8 - Der erste Kontakt" ist.
Star Trek 8 - Der erste Kontakt

Bewertung: 2 / 5

So, jetzt mal eine Fingerübung, womit ich mich bei einigen Trekkies unbeliebt machen werde. Ich werde haarklein erklären, warum ich First Contact für die Beulenpest im Borg-Narrativ der Next Generation Zeitlinie halte!

Als die Borg eingeführt wurden, galt es der Enterprise einen Widersacher gegenüberzustellen, mit dem man nicht einfach diskutieren oder reden konnte, es galt auch einen Gegner zu kreieren, der nicht aus emotionalen Gründen agierte, sondern einfach nur auf Effizienz getrimmt war, und im Prinzip alles was ihr im Weg assimilierte, so also das Beste der assimlierten Spezies übernahm und das Schlechte einfach links liegen liess. Egal wie man diesem Gegner beikam, dieser gegner würde immer wieder kehren, und jedes Mal stärker und intelligenter als zuvor.

Das war völlig neuartig im Star Trek Universum und war zumindest in den ersten Aufeinandertreffen der Enterprise mit der Spezies immer auch ein nackter Überlebenskampf. Dies war ein länger wabernder Nebenplot, der dann plötzlich mit der ersten Doppelfolge der ST-NG Geschichte einen absoluten Höhepunkt geschenkt bekam. Hier wurde Picard assimliert und mit seinem Wissen, die Sternenflotte an den Rand einer kompletten Niederlage getrieben. Erst in allerletzter Sekunde konnte die Gefahr gebannt werden. (Best of Both Worlds Part 1 und 2)

Darauf baute die Serie nun kontinuierlich auf, Picard hatte extrem unter seiner Rolle bei dieser Konfrontation zu knabbern und es gab mehrere ruhige Folgen, die dem traumatisierten Kapitän die Möglichkeit gaben, das zu verarbeiten und darüber halbwegs hinweg zu kommen. Picard gelang es sogar in diesem Prozess, seinen unbändigen Hass auf diese Spezies und damit sich selbst, weil er sich nicht als stark genug ansah, sich gegen die Borg zu wehren, abzubauen und sogar eine Brücke zu einer neuen Unterspezies, die sie selbst eher aus Versehen mit geschaffen hatten (Hugh), der Borg zu bauen.

So kam es, dass die Borg immer noch im Hintergrund als Gefahr lauerten, aber die Sterneflotte schein vorbereiteter zu sein. Und Picard mit sich selbst wieder halbwegs im Reinen.

Enter First Contact:

Plötzlich ist von dieser inneren Ruhe nichts mehr zu sehen, die Borg sind allesamt Blockbusterkinotauglich häßliche Fratzen (nicht mehr die emotionslosen grauen Mäuse, was einem eigentlich stärkeres psychologisches Unbehagen bereitet) und die subtile Gefahr wird oberflächlichlem Sci-Fi-Action geopfert. Zu allem Überfluss wird nun auch noch diesem bisherigen Kollektiv ohne tatsächlichem Anführer eine sleazy Königin vorgesetzt - garniert mit einem wunderschön Serienverachtenden retcon der Ereignisse der genialen und überragenden Doppelfolge - was das prinzip der Borg, wie sie bisher konzipiert waren, komplett zuwider läuft. A Propos zuwider: Ihr ahnt nicht, wie ZUWIDER mir der Film ist.

Handwerklich sicherlich einer der besseren Filme der Reihe, auch der Zeitreiseaspekt ist ganz schön, aber das Treten aller Elemente der Serie ist einfach unübersehbar und unüberwindbar für mich. Wenn dann auch noch die quasi komplette Serie Voyager auf diesem Narrativ hier aufbaut, ist es mir nicht nur im Nachhinein klar wie Scheisse, warum das Franchise mit First Contact für mich eigentlich gestorben ist.

Das ist für mich der Rian Johnson unter den ST Filmen!

Wegen einiger cinematografischer Qualitäten bekommt er noch eine halbwegs annehmbare Bewertung, aber das täuscht nicht darüber hinweg, dass dieser Film Verrat an höchster Instanz ist.

Und tschüss

Star Trek 8 - Der erste Kontakt Bewertung
Bewertung des Films
410
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4 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
02.07.2020 23:28 Uhr | Editiert am 03.07.2020 - 04:41 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 13.095 | Reviews: 147 | Hüte: 465

Bei uns ist aktuell das Internet kaputt, also habe ich seit Ewigkeiten mal wieder klassisches TV geschaut. Und auf ZDFneo lief eben "Der erste Kontakt". Ironischerweise ist "Der erste Kontakt" auch meiner erster Kontakt mit dem Prä-Abrams "Star Trek" ^^

Ich bin also überhaupt kein Trekkie und habe keine Ahnung wie der Film zur Serie steht. Aber innerhalb des Films ergibt es schon Sinn, dass die Borg hier eine weibliche Königin haben. Da wird eine sehr spannende Beziehung zwischen dem männlichen Data und der weiblichen Borg aufgebaut, um sich anhanddessen mit menschlichem und androidem Wesen auseinandersetzen. Fleischeslust, Schmerz, Sinneswahrnemungen, Emotionalität gegen Logik, Rationalität, Genauigkeit, Effizienz. Die Borg-Königin macht sich ja Datas Sehnsucht nach dem Menschlichen gezielt zu Nutze. Obwohl sie aber das Menschliche erschaffen kann, versteht sie es doch zu wenig oder unterschätzt die Stärke des Menschlichen in Data. Auf Datas Lüge und Betrug (menschliche Eigenschaften), scheinbar assimiliert worden zu sein, fällt sie schließlich herein. Schön auch, dass Data zum Schluss seine organische Haut, das körperlich Menschliche, opfert, aber dennoch geistig menschlich handelt (Schutz und Rettung, Opfern für seinen Vater/Freund Picard).

Und Frakes bedient sich hier als Regisseur ohnehin fröhlich an dem SciFi-Action-Fundus der 70er, 80er und 90er Jahre. Da hast du dann die Königin aus "Aliens" und die Borg-Drohnen aus "Terminator", aber das sind nur Beispiele von mehreren. Dennoch schade, der Film büßt dadurch viel an Eigenständigkeit ein.

Mehr störend fand ich auch den oft eingeschobenen und teils selbstreferenziellen ("Seid ihr auf einem Star Trek?") Humor, der so gar nicht zur ernsten Thematik passt. Insbesondere James Cronwell als Cochrane, die Dekonstruktion des Heldenmythos ist nett, aber der Charakter entspringt doch förmlich "Independence Day" xD

Ansonsten wirkt "Star Trek" aufgrund des Umstands, dass der für die Erde und Menschheit weltbewegende Erste Kontakt nur geschah, weil die Picard-Crew durch die Zeit zurückreiste und die beiden Crewmitglieder Cochrane motivierten und unterstützten, leider sehr viel kleiner, als es eigentlich ist bzw. sich gibt. Das ist dann nicht Besonderes mehr.

Ich würde als Nicht-Trekkie 6/10 Punkten geben.

- "Sie sind ein Erpresser und ein Bandit, Mr. Shatterhand."
- "Willkommen in Amerika!"

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MobyDick : : Moviejones-Fan
05.08.2019 13:41 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.592 | Reviews: 116 | Hüte: 395

Kayin:

Da hast du recht, bei Voyager habe ich irgendwann aufgehört weiter zu schauen. Ich fand irgendwie die ganze Grundprämisse zwar okay, aber irgendwie hat es mich überhaupt nicht mehr gebannt. Wie gesagt, als Trekkie ist und war bei mir der Saft raus.

Annehmbar fand ich den ersten Teil des Abrams Reboots, aber da muss man sich ja komplett von der Vorlage distanzieren können, sonst hat man da keinen Spass, und das war es dann auch...

Und ja, wirklich, ich hasse First Contact, weil der mir einfach Star Trek kaputt gemacht hat :-p

Dünyayi Kurtaran Adam
MJ-Pat
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Kayin : : Hollywoodstar
26.07.2019 14:39 Uhr
0
Dabei seit: 11.10.15 | Posts: 2.770 | Reviews: 2 | Hüte: 311

Hmmm, wirklich? Ich glaube, du hast Voyager nicht gesehen. Denn, wenn du VOY gesehen hättest, dann würde deine Kritik ganz anders klingen. Ich kann nur sagen, dass alles die richtige Kontinuität und Tonalität besitzt.

"I’ll do my best."

"Your best! Losers always whine about their best. Winners go home and fuck the prom queen."

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MobyDick : : Moviejones-Fan
11.07.2019 11:43 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.592 | Reviews: 116 | Hüte: 395

Weil heute das Poster mit dem Hund kam hier mein Abschiedsfilm als Trekkie im nostalgisch verklärten Review, ich hoffe ihr habt genausoviel Spass beim lesen, wie mir die Galle beim Schreiben hochkam

Dünyayi Kurtaran Adam
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