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Star Wars - The Mandalorian

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Space-Western oder: Das besser The Witcher

Star Wars - The Mandalorian Review

Star Wars - The Mandalorian Review
2 Kommentare - 10.01.2024 von luhp92
In dieser Userreview verrät euch luhp92, wie gut "Star Wars - The Mandalorian" ist.
Star Wars - The Mandalorian

Bewertung: 3.5 / 5

Staffel 1

Ein cooles, haptisches und staubig-atmosphärisches Weltraum-Westernabenteuer mit einem wortkargen, ernsten und einem Codex folgenden Kopfgeldjäger im Zentrum. Gefällt mir besser als erwartet.

Trailer zu Star Wars - The Mandalorian

Ironischerweise handelt es sich bei "The Mandalorian" des Öfteren um genau die Serie, welche die ersten beiden Staffeln von "The Witcher" eigentlich hätten sein sollen, sogar die Beziehung zwischen dem Mandalorian und dem machtfähigen Grogu (= Ciri) passt dazu. Leider schwingt dabei in "The Mandalorian" ständig ein lautes und bitteres Merchandise-Katsching mit, wenn Grogu für publikumsgefällige Aww-Momente den Bildschirm betritt.

Unabhängig davon findet sich der Mandalorian nun in einer Verantwortungs- und Vaterposition wieder und muss nun Arbeit und Erziehung sowie Behütung aufeinander abstimmen. Währenddessen ist bei Grogu interessanterweise nicht klar, in welche Richtung er sich in dieser rauen und gewalttätigen Welt entwickelt. Er beschützt und heilt Personen in seinem Umfeld, in einer Szene würgt er allerdings Gina Caranos Cara Dune, weil er anscheinend bei ihrem Armdrücken denkt, sie würde den Mandalorian attackieren. Eine Machtaktion, die man bisher nur von der Dunklen Seite her kannte. Als Kind benötigt Grogu einen vernünftige Führung und Erziehung durch Erwachsene. Führung und Erziehung spiegeln sich in "The Mandalorian" ferner auf der Ebene der Droiden wieder, ein als Kopfegeldjäger programmierter und auf Grogu angesetzter Killerdroide wird zu einem Pflegedroiden reprogrammiert, der Grogu fortan beschützt. "Droids are not good or bad — they are neutral reflections of those who program them."

Besonders faszinierend, spannend und erfrischend finde ich das Setting in "The Mandalorian". Die Geschichte ist angesiedelt in der Zeit kurz nach dem Zusammenbruch des Imperiums, dessen Machtstrukturen sich zwar aufgelöst haben, deren Überbleibsel aber immer noch vorhanden sind. Militärgeneräle werden zu lokalen Warlords, Stormtrooper werden zu Söldnern, Banditen machen sich einen verlassenen AT-ST zu Nutze. Zudem ergeben sich nun brisante Situationen, in denen Ex-Soldaten des Imperiums und der Rebellion im zivilen, bürgerlichen Leben aufeinandertreffen, miteinander klarkommen und Vertrauen zueinander aufbauen müssen. Der Mandalorian hasst das vergangene Imperium, als Kopfgeldjäger bewegt er sich aber weiterhin außerhalb des Gesetzes, bei den nun republikanischen Staatsinstanzen handelt es sich also dennoch um seine Gegenspieler. Dieser Umstand gibt seinem Charakter schöne Grautöne und Ambivalenz.

Schauspielerischer Trumpf der Staffel ist klar Werner Herzog, der seiner antagonistischen Rolle ein unangenehm schmieriges Auftreten verleiht. Er gibt die Entführung Grogus in Auftrag und man mag sich gar nicht vorstellen, was er mit Grogu alles anstellen könnte.

Die oft geübte Kritik an "Fillerepisoden" kann ich nicht nachvollziehen. Genau dieses Konzept gefällt mir hier, Geschichten eines Mannes, der durch das Universum reist und seinen Lebensunterhalt als Kopfgeldjäger bzw. Revolverheld bestreitet. Eine "Han Solo & Chewbacca"-Serie würde beispielsweise nicht anders aussehen.

Star Wars - The Mandalorian Bewertung
Bewertung des Films
710

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2 Kommentare
MJ-Pat
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luhp92 : : BOTman Begins
10.01.2024 19:28 Uhr | Editiert am 10.01.2024 - 19:35 Uhr
0
Dabei seit: 16.11.11 | Posts: 17.371 | Reviews: 180 | Hüte: 634

@Duck-Anch-Amun

Oh, dankeschön^^

Ich habe mir, wie vor zwei Wochen ja schon geschrieben, am 25. Dezember Disney+ zugelegt und damit sozusagen die Büchse der Pandora geöffnet, hole nun die Projekte der letzten Jahre nach, die ich bisher aufgeschoben hatte.

Die Serien haben nun auch eine neue, kleine Begeisterung für das MCU und "Star Wars" wiedererweckt, die im Kino seit 2019 weitestgehend gestorben ist (habe z.B. "The Rise of Skywalker" immer noch nicht gesehen), ich sehe im Serienbereich im Durchschnitt momentan spannendere, kreativere und bessere Franchisebeiträge. Neues Medium, neue Energie bei den Kunstschaffenden, so scheint es mir.

Zur Kritik an den Filler-Episoden, das hast du nicht mehr ganz richtig in Erinnerung wink
Ich habe mir die Diskussion zur ersten Staffel hier auf MJ heute nochmal durchgelesen, da gab es von Parzival, Optimus13 und dir schon eine Kritik daran, dass von den acht Episoden im Prinzip nur fünf handlungsrelevant seien.

Ich mag, wie da auch Geschichten im Kleinen erzählt werden. Wie Mando gegen das Mudhorn verliert und von Grogu gerettet wird, eine Offenbarung seiner Machtfähigkeit als Wow-Moment. Wie Mando und Cara Dune das Fischerdorf "Die Sieben Samurai"-artig gegen die Banditen und den AT-ST verteidigen. Das großartige Triell auf Tatooine in der Wüste und Mos Eisley mit der Kopfgeldjägerin und dem aufstrebenden Greenhorn, der denkt, er könnte Mando austricksen. Und ich würde nichtmal sagen, dass diese Episoden nur für sich stehen, sie vertiefen und entwickeln zudem die Charaktere und erweitern die Welt. Mando und die angedeutet romantische Beziehung mit der Fischerswitwe, auf die er als Gejagter nicht eingehen kann. Da möchte er für Grogu noch ein gutes, behütetes Zuhause finden und nimmt die Vaterrolle nicht an; auf Tatooine vernachlässt er Grogu für den Job, denkt, er könnte ihn ohne Nanny alleine im Schiff zurücklassen. Und in der Gefängnisepisode wird Mando dann als Kofpgeldjäger mit Staatsinstitutionen und -instanzen der Republik konfrontiert, normalerweise in "Star Wars" die Guten, hier aus Mandos Sicht aber Gegenspieler.


Zur "Han Solo & Chewbacca"-Serie:

Stattdessen kann man sich ohnehin Joss Whedons vortreffliche Serie "Firefly" mitsamt des abschließenden Kinofilms "Serenity" ansehen^^

"Dit is einfach kleinlich, weeste? Kleinjeld macht kleinlich, Alter. Dieset Rechnen und Feilschen und Anjebote lesen, Flaschenpfand, weeste? Dit schlägt dir einfach auf de Seele."

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Duck-Anch-Amun : : Moviejones-Fan
10.01.2024 16:16 Uhr
0
Dabei seit: 15.04.13 | Posts: 11.505 | Reviews: 45 | Hüte: 774

Lasse dir mal einen Hut beim nächsten Kommentar, denn ich finde es klasse, dass du all diese Serien nachholst und auch mit interessanten Kritiken/Kommentaren bedenkst, obwohl die Diskussionen so gesehen schon paar Monate her sind.

Betreffend der Filler-Folgen tauchte diese Kritik eigentlich erst mit Staffel 2 auf, da man sich dann doch mal fragen konnte wieviel von der Serie (und viele Filler-Folgen sind halt die Aww-Grogu-Momente) notwendig für die eigentliche Handlung ist.

Lustig dann auch wie du rätselst wie es weitergehen könnte, denn tatsächlich ist/war mit Staffel 1 noch eigentlich alles möglich.

Eine "Han Solo & Chewbacca"-Serie würde beispielsweise nicht anders aussehen.
Und gott sei dank kommt niemand auf die Idee nach Solo sowas noch anzugreifen^^

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