The Disaster Artist

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The Disaster Artist Kritik

The Disaster Artist Kritik
0 Kommentare - 04.02.2018 von FBW
Hierbei handelt es sich um eine Kritik der Deutschen Film- und Medienbewertung (FBW).
The Disaster Artist

Bewertung: 4 / 5

Greg träumt davon, Schauspieler zu werden. Seine Schauspiellehrerin ist jedoch der Meinung, ihm fehle Talent. Er selbst denkt, ihm fehlen nur die richtigen Kontakte. Dies ändert sich, als Greg auf Tommy Wiseau trifft. Tommy ist definitiv etwas Besonderes. Er ist exzentrisch, spricht seltsam, hat große Visionen - und sieht in Greg enormes schauspielerisches Potenzial. So reisen die beiden zusammen nach Los Angeles, wo Tommy beschließt, dass seine große Vision nun auch endlich auf die große Leinwand gehört. Also schreibt er ein Drehbuch. Für sich und Greg. Um es zu verfilmen, kauft er das komplette Filmequipment, einschließlich Set und Crew. Woher Tommy das Geld dafür hat, erfährt keiner, ebenso wenig wie alt er ist oder woher er eigentlich kommt. Schon bald gerät der Dreh zur absoluten Katastrophe. Doch Tommy geht unbeirrt seinen Weg. Denn am Ende zählt ja sowieso nur eines: die Vision.

Im Jahr 2003 feierte Tommy Wiseaus Film The Room seine Premiere und nahm am ersten Startwochenende unter 2000 Dollar ein. Für Filmkritiker gilt der Film als einer der schlechtesten Filme aller Zeiten - und doch rangiert The Room heute als Kultfilm dicht hinter The Rocky Horror Picture Show. The Disaster Artist von Regisseur und Hauptdarsteller James Franco ist gleichzeitig eine Hommage an Tommy Wiseau, seine exzentrischen Spleens und natürlich an sein Werk. Doch es ist auch eine inspiriert geschriebene und mit pointiertem Timing inszenierte Komödie über Hollywood selbst.

Trailer zu The Disaster Artist

James Franco nimmt Tommy stets ernst und gibt die Figur, die er zum Verwechseln genau auf den Punkt darstellt, nie der Lächerlichkeit preis. Denn hinter der unbekümmerten Fassade blitzt auch immer ein Gefühl des Missverstandenseins hervor, welches Tommy an den Rand der Gesellschaft stellt und der Figur neben all den komischen Momenten auch eine tragisch-ernsthafte Tiefe verleiht. Franco zur Seite steht ein phänomenaler Cast, allen voran Dave Franco als enthusiastischer und aufstrebender Schauspieler, der immer wieder in Konflikt gerät zwischen seiner Loyalität zu Tommy und der Erkenntnis, dass Tommy nicht nur eine große Vision, sondern auch eine große Selbstüberschätzung sein eigen nennt.

Und wenn die beiden am Ende bei der Premiere nebeneinander im Publikum sitzen, dann hat der Film nicht nur die Geschichte eines genial gescheiterten Films erzählt, sondern auch die berührend-inspirierende Geschichte einer tiefen Freundschaft. Und spätestens im Abspann, wenn einige Originalsequenzen synchron zu ihren nachinszenierten "Zwillingen" laufen, sieht man, wie virtuos (von kongenial kann man hier wohl nicht sprechen) James Franco The Room mit The Disaster Artist kopiert hat.

Prädikat: besonders wertvoll

Quelle: Deutsche Film- und Medienbewertung

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810
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