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The Eyes of My Mother

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Userkritik von GierigeEnte

The Eyes of My Mother Kritik

The Eyes of My Mother Kritik
2 Kommentare - 07.02.2020 von PrequelFan
In dieser Userkritik verrät euch PrequelFan, wie gut "The Eyes of My Mother" ist.

Bewertung: 0.5 / 5

"Ich weiß noch, wie der Anblick des Körperinneren fasziniert hat."

Seit ich meine Filmliste führe, habe ich bisher nur einen Film mit einem Punkt bewertet. Der nannte sich "Ich bin dann mal weg", war meines Erachtens ein unsägliches Schandwerk und mir damit nichtmal eine Review wert. Und mit "The Eyes of my Mother" habe ich doch tatsächlich einen genauso schlechten Film gefunden - dabei sah selbiger zunächst immerhin interessant aus.

Trailer zu The Eyes of My Mother

Francisca (Kika Magalhaes) lebt seit ihrer Kindheit mit ihrem Vater und ihrer Mutter, einer Chirurgin, auf einer kleinen Farm friedlich auf dem Land, bis eines Tages ein fremder Mann (Will Brill) vor ihrer Tür steht und bittet, auf Klo gehen zu dürfen. Aber statt die gebotene Gastfreundschaft anzunehmen, bringt er die Mutter um und drischt auf sie ein, woraufhin er vom Vater überwältigt und in die Scheune gesperrt wird. Über die Jahre begeistert sich Francisca jedoch mehr und mehr für ihn und seine Motive, bis sie erwägt, selbst jemanden umzubringen.

Klingt das interessant? Mit der Tatsache, dass der Film in Schwarz - Weiß gefilmt ist, ja. Tja, war es aber nicht. Es war, auf eine komplett negative Weise, einfach nur abstoßend.

Aber zunächst einmal zum Äußerlichen: Man könnte ja den Film dafür loben, dass er sich bewusst, als künstlerisches Mittel, zur stilisierten Farblosigkeit entscheidet. Wie in "Schindlers Liste" oder "Sin City", wo zwar einzelne Elemente farbig sind, abseits dessen aber alles in Schwarz - Weiß gehalten ist. Obwohl, falsch. "Wie" ist nicht das richtige Wort. Denn in den beiden Filmen bleibt es bei einem künstlerischen Mittel, in "The Eyes of my Mother" bedeutet es mehr als das - nichts Gutes allerdings. Der Film bringt in ganz dreister Wirkweise mit seinen Kameraeinstellung, der fehlenden Farbe und der Andersartigkeit zum Ausdruck: "Hier, sieh mich sofort an, ich bin künstlerisch und außergewöhnlich". Kein Wunder, dass der Film das nötig hat, schließlich versagt er auch in allen anderen Gebieten auf ganzer Linie.

Bleibt man beim Optischen, sind der Look, die außergewöhnlichen, ruhigen und langgezogenen Bilder durchaus hervorzuheben, würden sie nicht so missbraucht werden. Die wenigen Schnitte sind ebenfalls beachtenswert, schneiden teilweise aber zu früh weg, um den Zuschauer demonstrativ im Dunkeln, ihn rätseln zu lassen. Eine andere Idee für eine spannende Geschichte hat der Film offenbar nicht gefunden.

Ein Thriller soll ja fesseln, gegebenenfalls anspannen. Ein Drama rühren, Gefühle erzeugen. Der Film hat bei mir ein Gefühl ausgelöst - Abscheu, und zwar solche, die dem Film negativ anzulasten ist. Ergänzend erzeugte er so wenig Spannung, dass ich den Film hätte abschalten können und mir der Ausgang absolut egal gewesen wäre. Mehr noch, hätte ich den Film nicht mit Freunden geschaut oder wäre er länger als die knappen 80 Minuten gelaufen, hätte ich genau das getan: abgeschaltet.

Denn die Geschichte war - mit Verlaub - so idiotisch, so unglaubwürdig, dass der Film einfach keinen Sinn ergab. Ja, die Hauptfigur leidet an dem Trauma ihrer verlorenen Mutter. Aber als ob sie noch als Kind, vielleicht 13 oder 14 Jahre alt, welches vorher nie Gewalt an Menschen angewandt hat, den Mörder wirklich betäubt und Augen und Zunge rausschneidet. Als ob das dem Vater egal ist. Und als ob sie aufgrund der Aussage des Mörders, Töten sei ein hervorragendes Gefühl, anderen Leuten genau das zufügt, was auch ihr Leben zerstört hat. Und die Handlung geht über das auch nicht hinaus. Erst stirbt die Mutter, dann der Vater, dann sucht sie sich Opfer und noch mehr Opfer,

- SPOILER -
entwendet einer Mutter sogar ihr Kind, um es selbst groß zuziehen und am Ende bleibt offen, ob sie gefasst wird oder ob sie das Kind sowie sich umbringt. Weil warum sollte sie für ihre Taten auch zur Rechenschaft gezogen werden, ist doch super, was sie da macht.
- SPOILER ENDE -

Zwischendrin kuschelt sie immer mal wieder mit den Knochen der toten Mutter - einwandfrei.
Immerhin wurde die Gewalt nicht selbstzweckhaft ausgespielt. Die Morde geschahen offscreen und wurden nicht in grausamer Brutalität zelebriert. Menschenverachtend blieb es dennoch, wenn man jemanden ohne Augen und Zunge mehrere Minuten lang beim über-den-Boden-Kriechen beobachten konnte. Abstoßende Gewalt mag zu realistischen Filmen gehören, aber bei der Unglaubwürdigkeit ist "The Eyes of my Mother" alles andere als realistisch, weswegen ich die Berechtigung für die Gewalt nicht sehe, da kein Zweck hinter ihr ist, keine zu überdenkende Botschaft, außer: "Töten ist ein tolles Gefühl".

Daher würde ich den Film auch nicht ab 16 freigeben. Denn dazu werden all die Geschehnisse zu wenig reflektiert und die Hauptfigur in all ihrer Verwerflichkeit bei weitem zu wenig kritisiert. Mehr als menschenverachtende Inhalte gibt es in dem Film nicht, folgend bekommt "The Eyes of my Mother" von mir eine 18er Einstufung.

Dank der unglaubwürdigen Ereignisse war auch die Charakterentwicklung der Hauptfigur absolut nicht nachvollziehbar. Das sie immer wieder ihre tote Mutter ausgräbt ist zwar begründet, aber so emotionslos geschildert, dass man zu Francisca in keiner Weise einen Zugang findet. Die Schauspielerin kann das nicht retten, macht sie doch zwar die Gefühle ihrer Figur sichtbar, die durch die sinnlose Story aber dennoch zweifelhaft blieben. Selbst mit ihren Opfern konnte man kaum mitfühlen, da Informationen über sie fehlten und außer Leid nichts gezeigt wurde. Die Darsteller konnten an dieser schwachen Ausgangslage nichts verbessern, auch wenn der Killer am Anfang tatsächlich ziemlich gut gespielt war.

Einen guten Soundtrack, der die extremen Schwächen zumindest teilweise kompensiert, lieferte der Film ebenso nicht. Es gab eine Szene, in der eine immerhin annehmbare Melodie im Vordergrund stand, sonst herrscht auf musikalischer Ebene bittere Ebbe. Erweiternde Dialoge suchte man ebenso vergeblich - keine Tiefgründigkeit, ein weggeworfener, halbwegs guter Ansatz, sinnloses Gelaber. Die einzige Aussage des Filmes, die über bloßes Blablabla hinaus ging, war, dass Töten ein unglaubliches Gefühl sein muss. Und ob man das so unkritisch unterschreiben kann ... vielleicht sollte ich es mal ausprobieren. Das sagt der Film ja aus.

Zusammenfassend gibt es von mir also nicht nur eine ernüchternde Bewertung, sondern auch eine Warnung: Meiner Meinung nach kann man die fast 80 Minuten weit, weit sinnvoller nutzen. Sogar ohne das Gefühl zu haben, etwas zu sehen, was man eigentlich lieber abschalten will. Denn ich halte "The Eyes of my Mother" für einen unfassbar schlechten Film, weswegen er als Thriller 1 Punkt, als Drama 2 Punkte und als künstlerischer Film 4 Punkte bekommt. Insgesamt sind das - kläglicher Weise -

1 von 10 Punkten.

The Eyes of My Mother Bewertung
Bewertung des Films
110
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2 Kommentare
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PrequelFan : : Moviejones-Fan
10.02.2020 03:30 Uhr
0
Dabei seit: 25.01.20 | Posts: 168 | Reviews: 15 | Hüte: 17

@MobyDick

Haha, dann danke ich mal für das Kompliment. smile

Uninteressant fand ich ihn anfangs auch nicht :p

"Mir gegenüber im Nachteil zu sein, ist ein Vorteil, den ich Dir gegenüber behalten will."

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MobyDick : : Moviejones-Fan
08.02.2020 11:54 Uhr
0
Dabei seit: 29.10.13 | Posts: 5.724 | Reviews: 123 | Hüte: 417

Hmm eigentlich interessiert mich der Film Null, aber so wie du den beschreibst, bekomm ich direkt mal Lust drauf tongue-out

Nee mal im Ernst, der interessiert mich immer noch nicht, aber dein Review macht den Film irgendwie doch interessanter als er wahrscheinlich dann doch sein wird -)

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