AnzeigeN
AnzeigeN

Three Thousand Years of Longing

Kritik Details Trailer Galerie News
Fauler Zauber mit Idris Elba & Tilda Swinton

Three Thousand Years of Longing Kritik

Three Thousand Years of Longing Kritik
2 Kommentare - 05.09.2022 von Moviejones
Wir haben uns "Three Thousand Years of Longing" für euch angeschaut und verraten euch in unserer Kritik, ob sich dieser Film lohnt.
Three Thousand Years of Longing

Bewertung: 2.5 / 5

Zwar mussten wir satte sieben Jahre auf George Millers neuen Fantasyfilm Three Thousand Years of Longing warten, allerdings hätten wir liebend gern eine noch längere Verweildauer in Kauf genommen, wenn er im Gegenzug mehr Substanz bieten würde. Die Verfilmung der Kurzgeschichtensammlung "Der verliebte Dschinn" aus der Feder der britischen Autorin Antonia Susan Byatt hat trotz manch imposantem Shot ein großes Problem, das mit "gähnender Langeweile" umschrieben werden kann. Millers neuer Streich entlässt einen daher mit einer merkwürdigen Mischung aus Rat- und Gleichgültigkeit aus dem Kinosaal.

Three Thousand Years of Longing Kritik

Dr. Alithea Binnie (Tilda Swinton) ist eine hoch angesehene Expertin auf den Forschungsgebieten der Geschichtswissenschaft und der Mythologie. Als ihr bei einer Tagung in Istanbul ein altertümliches Gefäß in die Hände fällt, rechnet sie nicht damit, dass ein Dschinn (Idris Elba) darin ungewollt haust. Mit seiner versehentlichen Befreiung hat sich die kluge Frau drei Wünsche verdient, doch sie fürchtet die Konsequenzen, wenn sie diese ausspricht. Fortan versucht das übermächtige Wesen die Wissenschaftlerin mit fantastischen Geschichten von seinen guten Absichten zu überzeugen. Kann er sie verführen?

Trailer zu Three Thousand Years of Longing

Mastermind George Miller liefert mit Three Thousand Years of Longing eine Story ab, die trotz ihres inhaltlichen Überbaus unheimlich zerfasert und wenig pointiert daherkommt. Die in die Haupthandlung eingewobenen Geschichten versprühen selten einen frischen oder kreativen Geist. Besonders störend fällt an den einzelnen Segmenten auf, dass zwar hier und da interessante Ideen aufblitzen, diese aber selten weiterverfolgt werden.

Am laufenden Band werden von Hauptprotagonistin Alithea Kommentare zur Wichtigkeit des Geschichtenerzählens und der Einbettung in unsere moderne Lebenswelt abgegeben, wobei der eigentliche Erzählfluss immer wieder ins Stocken gerät. Dabei kommt man nicht umhin, der Lovestory von Three Thousand Years of Longing eine ungeheure Geschwätzigkeit zu attestieren. Zum Umgang mit gängigen Liebesfragen hat der Film etwa einige banale Weisheiten parat.

Durch diese Herangehensweise wirkt Three Thousand Years of Longing deutlich zu unfokussiert und auf unangenehme Weise einfältig. Man möchte Miller den Rat geben, dass er sich besser einige Tricks bei seinem Kollegen Wes Anderson abgeschaut hätte, damit die Chose um zahlreiche kleine Geschichten wenigstens mit einem Hauch unvorhersehbaren Witzes versehen worden wäre. Stattdessen bekommt man einige zwar mitunter skurrile Einfälle kredenzt, doch der zugehörige Humor verweilt auf einem arg infantilen Niveau. Sogar mit einer behäbigen Spitze zum Thema Alltagsrassismus gibt man sich an einer bestimmten Stelle der Geschichte zufrieden und lässt diesen schwierigen Plotpunkt danach im Handumdrehen fallen.

Gibt es bei alledem auch etwas Positives zu berichten? Nun, Idris Elba und Tilda Swinton liefern als ungleiches Paar eine gewohnt gute Performance ab, allerdings kauft man den beiden die knisternde Stimmung trotzdem nie so ganz ab, was wiederum am hanebüchenen Drehbuch liegt, das man ihnen vor die Füße geworfen hat. Der Spielfreude dieser beiden Schwergewichte ist es in jedem Fall zu verdanken, dass Three Thousand Years of Longing kein komplettes Desaster geworden ist. Besonders Swintons übervorsichtiges und distanziertes Spiel als alleinstehende Narratologin übt einen gewissen Charme beim Ansehen des Werkes aus.

Die fade Fantasystory wird außerdem mit einigen tollen Effekten garniert, wobei diese auf clevere Weise der Erzählstruktur dienen. Insbesondere das Sounddesign muss man hervorheben, da der von Elba gespielte Dschinn sehr sensibel auf Geräusche in seiner Umgebung reagiert. Dadurch kommt zumindest ein wenig Dramatik ins Spiel. Hier hätten wir uns über noch mehr solcher inszenatorischer Kniffe gefreut, damit die andersartige Wahrnehmung seiner Personalie herausgestellt wird. In musikalischer Hinsicht liefert Tom Holkenborg aka Junkie XL für Three Thousand Years of Longing einen routinierten Soundtrack, der allerdings echte Höhepunkte vermissen lässt.

Wie lautet nun unser Fazit? George Miller fährt eine mühsam zusammengehaltene Liebesgeschichte auf, die endlos geschwätzig ist und keine der vielen Ideen überzeugend rüberbringt. Das Schlimme an Three Thousand Years of Longing ist, dass man beinahe über die gesamte Laufzeit auf diesen einen Kniff wartet, der dem Film einen anderen Spin verleiht - tatsächlich kommt er aber nicht! Ein paar vermeintliche Rettungsanker gibt es zwar, doch bleibt der Film reichlich unbestimmt und hat abseits seiner schönen Bilder und der beiden Stars nichts weiter zu bieten. Man merkt deutlich, dass die Idee am Reißbrett durchaus Charme besessen haben muss, aber eine derartige Kurzgeschichte ohne dramaturgische Höhepunkte auf knapp zwei Stunden auszudehnen, das geht selten gut!

Wir hatten gehofft, dass Three Thousand Years of Longing einer von jenen Filmen wird, der einen beim Ansehen verzaubert, doch leider ist hier keinerlei Magie im Spiel - nur faule Taschenspielertricks für angeblich immerwährende Sehnsucht. Zu hoffen bleibt nun, dass das kein böses Omen für Furiosa ist.

Wiederschauwert: 20%

Three Thousand Years of Longing Bewertung
Bewertung des Films
510

Weitere spannende Kritiken

Blond Kritik (Redaktion)

Künstlerischer Alptraum

Poster Bild
Kritik vom 29.09.2022 von Moviejones - 2 Kommentare
Netflix hat den Film Blond mit Ana de Armas in der Hauptrolle veröffentlicht. Und schon im Vorfeld war klar, dass der Fokus vor allem auf die Leistung von Armas sowie das aufsehenerregende NC-17-Rating liegen würde. Doch hat der Film sonst auch noch mehr zu bieten? Blonde -Kritik Basie...
Kritik lesen »

November Kritik (Redaktion)

Davor und danach

Poster Bild
Kritik vom 12.09.2022 von Moviejones - 0 Kommentare
Paris hat auch im Jahr 2022 noch nicht den Horror abgeschüttelt, der im Januar und November 2015 auf die Stadt einprasselte. Die unmenschlichen Attacken auf die Redaktion von Charlie Hebdo und, später im Jahr, die Anschläge vor dem Stade de France, auf die Terrassen in den Abendstunde...
Kritik lesen »
Mehr Kritiken
Horizont erweitern

Was denkst du?
oder direkt auf MJ registrieren Ich stimme den Anmelderegeln beim Login zu!
2 Kommentare
MJ-Pat
Avatar
Raven13 : : Desert Ranger
05.09.2022 06:43 Uhr
0
Dabei seit: 13.02.16 | Posts: 5.511 | Reviews: 64 | Hüte: 474

George Miller hätte sich lieber direkt weiter um Furiosa und Mad Max 5 & 6 kümmern sollen. Der gute ist nun auch nicht mehr der jüngste.

Ein Zauberer kommt nie zu spät. Ebenso wenig zu früh. Er trifft genau dann ein, wenn er es beabsichtigt.

Avatar
2Cents : : Moviejones-Fan
05.09.2022 06:22 Uhr
0
Dabei seit: 31.03.22 | Posts: 657 | Reviews: 0 | Hüte: 7

Der Trailer war ja schon ziemlich konfus. Und der fertige Film ist es offenbar nicht minder. War wegen des Trailers ohnehin nicht auf meiner "Must Watch List". Aber im Stream hätte ich wohl einen Blick riskiert. Mache ich vielleicht immer noch, wenn mir gerade nichts besseres einfällt.

Der frühe Vogel fängt den Wurm, aber erst die zweite Maus bekommt den Käse. Und am Ende ist alles für die Katz.

Forum Neues Thema
AnzeigeN