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Zoolander

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Zoolander Kritik

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Zoolander Kritik
0 Kommentare - 30.08.2022 von ProfessorX
In dieser Userkritik verrät euch ProfessorX, wie gut "Zoolander" ist.

Bewertung: 3 / 5

Das erfolgsverwöhnte Model Derek Zoolander (Ben Stiller) wurde dreimal zum VH1-Model des Jahres gekürt. Doch als das Model Hansel (Owen Wilson) den Preis gewinnt, verliert das Model zunehmend sein Selbstvertrauen. Zum Glück taucht dann der Modeschöpfer Mugato (Will Ferrell auf) und bietet Zoolander einen Job an. Dieser Job führt dazu, daß Zoolander einer Gehirnwäsche unterzogen wird, und nun ein Attentat ausführen soll. Die Journalistin Matilda Jeffries (Christina Taylor) möchte Mugato unterdessen das Handwerk legen.

Derek Zoolander steht im Konflikt. Nicht etwa, in dem Konflikt, den eine Heldenreise sowieso immer hervorruft, sondern in einem Konflikt, der ein wahres Kontrastprogramm zum restlichen Werk eröffnet, wenn nicht gar völligdeplatziert ist. Doch warum ist das fehlplatziert? Nun, zum einen wird hier eine Episode um die Herkunft von Derek Zoolander aufgemacht, die so ein wenig an die endlose Leere um Cliff Booth und dessen Kennenlernen der Manson-Family in Once Upon a Time in Hollywood (2019) erinnert. Da wird plötzlich mittendrin eine Familiengeschichte etabliert, nur um einen Charakter wie Zoolander zu vermenschlichen. Doch die Frage, die da bleibt, warum muss das überhaupt sein. Denn Komödien leben ja auch dadurch, daß sie völlig skurrile und absurde Persönlichkeiten zutage fördern. Ein Bruch mit diesem Stigma ist dann gleichsam ein Bruch mit der Figur und das kauft man Stiller auch zu keinem Zeitpunkt ab. Gleichsam scheint sie auch für den Plot nicht wirklich eine Rolle zu spielen. Das soll dann den tiefen Fall von Derek Zoolander zeigen, den man aber ohnehin ob der sehr schlichten Schreibe nicht wirklich für voll nimmt. Semitragische Erdung und Vermenschlichung der Figur stehen hier im Vordergrund, die aber sofort auch den Spaß an dem Film nehmen, weil sie so klischiert und überzogen schmalzig sind.

Alles in allem führt die Episode um Voights Vater also zu herzlich wenig. Und dann ist der Film im Kern eine klassische Buddy-Nummer. Nicht, daß man das sowieso in der späteren Karriere von Ben Stiller und Owen Wilson sowieso noch mehrere Male sehen sollte. Fans von Starsky & Hutch (2004), aber auch der Nachts im Museum-Trilogie (2006) werden sich erinnern. Nein, da steckt auch abseits dessen so viel Pseudorührseligkeit und ein finaler Konflikt mit einem Schurken, der nicht hätte leichter besiegt werden können, drin. Hier lässt der Film einiges an Potential liegen, was zum Leid der Zuschauer in zähen Momenten voller Leere mündet. Auch der Humor ist zuweilen leider wenig aufschlußreich, weil abseits schlecht schlechter, sowieso schlecht gealterter Witze zum weiblichen Geschlecht, auch wenig drin steckt, was man neben der tollen Darstellerriege küren könnte. Doch diese liefern. Namentlich Stiller, Wilson und Ferrell, die allesamt so schrille, egozentrische und absurde Figuren verkörpern, daß es dem Zuschauer so schnell nicht langweilig wird. Sei es der total überzogene Narzissmus des Models Zoolander, die völlige Grimassenparty in Ferrells Gesicht, aber auch die sanfte und latent anbiedernde Art eine Owen Wilson, der in einen wirklich unsinnigen und verdammt banalen Streit mit der von Stiller gespielten Hauptfigur gerät. Da steht nun wirklich nichts auf dem Spiel, was man irgendwie tiefgründig nennen könnte. Wenngleich der Verlust der Karriere und der Austausch durch Frischfleisch natürlich etwas ist, was durchaus zum Nachdenken anregen kann.

Das Spiel der drei bewegt sich zwischen Jim Carreyesken Grimassenspiel, völlig irrationalem, latenter Homoerotik, blödeliger Situationskomik und vor allem dem exzentrischen, was die Figuren ausmacht. Vor allem Stiller erinnert in seiner gesamten Mimik zuweilen, wie eine Parodie auf Donald Trump. Das ist insofern natürlich besonders, also daß der ehemalige US-Präsident hier einen Cameo hat, während es natürlich die High-Society von New York ist, in welcher sich der Film bewegt. Ob man das nach der Amtszeit von Trump noch so witzig finden kann, ist natürlich fraglich. Und dennoch, auch wenn es vielleicht nur Wahrnehmung oder das Bedürfnis sind, dies so empfinden zu wollen, so wird Stillers Zoolander wohl ein wenig Donald Trump stecken. Dabei ist es auch bezeichnend, daß die Teilnehmer einer Modenshow zum Endes des Films wörtlich Müll tragen. Gerade hier hat Stiller doch sehr überrascht, und zwar im positiven Sinne. Denn während der Film natürlich auch die Erfüllung einiger Stereotypen über Homosexuelle Männer zu sein scheint, so scheint der Film aber auch einen extrem satirischen Charakter zu sich zu haben. Denn während die gesamte Welt auf eine Modeshow wartet, um neue „Kunstwerke“ zu betrachten, tragen die dortigen Models vor allem sprichwörtlichen Müll. Das ist natürlich hier vor allem als Kritik und als Verballhornung von dieser Art zu leben zu verstehen und ist mit der bissigste Moment im gesamten Werk. Es deckt die Abneigung und Geschmacklosigkeit der Käufer im pervertierten Modesystem klar auf.

Man sollte zudem die Prämisse von Zoolander gar nicht außer Acht lassen. Das führt den Film nämlich in einen großen Konflikt, der auch in der Deutungsfrage dann letztlich nicht so einfach auf den Punkt kommt. Ein Model, daß von einem Modemagnaten dazu gebracht wird, den malaiischen Premierminister zu ermorden, da dieser sich gegen Kinderarbeit ausgesprochen hat. Nun rettet sich Stiller aus mit dieser Prämisse aus der -Moral und vielleicht macht das den Film auch über die Darstellung zu einem halbwegs intelligenten Werk. Das vielleicht lässt sich sogar noch schneller streichen, wenn man den Film in einen aktuelleren Kontext packen würde. Tauschte man also den Modegiganten durch ein soziales Netzwerk aus und Ferrells Figur durch einen sogenannten Philanthropen à la Elon Musk, so wird klar, wie wenig man von solchen Leuten halten kann. Daher ist es auch bezeichnend, daß viele Prominente hier einen Gastauftritt haben. Da bleibt die Frage aber offen, ob Stiller hier wirklich so drastisch ist, wie das anmutet, dann wären etwaige Herren aus der Upperclass durchaus nicht die intelligentesten Wesen auf diesem Planeten. Letztlich ist das aber eine Deutungsfrage. Doch daß diese zugelassen wird, spricht für den Film.

Eines lässt sich aber mit Gewissheit über Zoolander sagen: Er ist definitiv zu zahm. Zur großartigen Satire taugt der Film nicht, weil er zu wenig Mut beweist. Stiller ist über weite Strecken viel zu vernarrt in viele Witze, die aus heutiger Sicht sein sofortiges Karriereende bedeuteten und vielleicht schätzt man diesen Tabubruch dadurch noch ein wenig mehr. Davon abgesehen sind es vor allem die Darsteller, die das Werk hier retten, weil sie einfach in allen Maßen die Rahmen des möglichen Sprengen. Das ist nicht subtil und definitiv auch nicht immer intellektuell stimulierend, dennoch aber kurzweilig unterhaltsam.

Zoolander Bewertung
Bewertung des Films
610

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