David Lynch plant auch irgendwas

Terry Gilliam wollte Kubrick-Idee verfilmen - dann kam Corona...

Terry Gilliam wollte Kubrick-Idee verfilmen - dann kam Corona...
0 Kommentare - Do, 30.07.2020 von R. Lukas
David Lynch arbeitet wieder an etwas, an etwas Neuem. Aber sagt er natürlich nicht, was es ist. Terry Gilliam hat damit kein Problem: Mit "Lunatic at Large" war er praktisch startklar - die Betonung liegt auf "war".

Die Kult-Filmemacher David Lynch und Terry Gilliam haben neue Projekte am Köcheln. Bei dem einen weiß man nicht, was für eines es ist, bei dem anderen nicht, ob er es noch weiterverfolgt. In einem Interview mit The Daily Beast teaste Lynch, dass Dinge vorankommen könnten, die bedeuten würden, dass er weniger Zeit auf dem Kanal verbringen könnte. Und mit diesem "Kanal" meint er David Lynch Theater, einen YouTube-Kanal, den seine Produzentin Sabrina S. Sutherland betreibt. Sehr kryptisch, aber auch typisch Lynch.

Und Gilliam? Der scheint weiter vom Pech verfolgt zu sein. Da schafft er es endlich, The Man Who Killed Don Quixote nach fast dreißig Jahren und einer irrwitzigen Menge von Problemen fertigzustellen und sogar zu veröffentlichen, und dann durchkreuzt die Corona-Krise seinen nächsten Plan. Er habe im September dieses Jahres einen Film drehen sollen, der ursprünglich eine Idee von Stanley Kubrick gewesen sei, sagte Gilliam der italienischen Tageszeitung La Repubblica. Es habe ein Drehbuch vorgelegen, und er habe einen Cast gehabt, doch der Lockdown habe alles ruiniert. Nicht das erste Mal, dass Gilliam in Kubricks Orbit geraten ist: Kubrick wollte ihn einst eine Fortsetzung von Dr. Seltsam oder: Wie ich lernte, die Bombe zu lieben namens Son of Strangelove inszenieren lassen, aber Gilliam wusste bis nach Kubricks Tod nichts davon - obwohl er es nach eigener Aussage sehr gern gemacht hätte.

Dieses "neue" Projekt von ihm war eine Adaption von Lunatic at Large, eines 70-seitigen Treatments basierend auf einer Idee Kubricks, das dessen damaliger Produktionspartner James B. Harris in den späten 1950er Jahren bei Jim Thompson in Auftrag gegeben hatte, in der Hoffnung, dass es Kubricks nächster Film (nach Spartacus) werden würde. Mit Thompson hatte Kubrick zuvor schon bei Die Rechnung ging nicht auf und Wege zum Ruhm zusammengearbeitet. Aber Lunatic at Large blieb auf der Strecke und wurde nie realisiert. Das Treatment ging in Kubricks umfangreichen Akten verloren und wurde erst 1999, kurz nach seinem Tod, wiederentdeckt. Seitdem versuchte Philip Hobbs, sein Schwiegersohn, das Projekt in Gang zu bringen - 2010 mit Sam Rockwell und Scarlett Johansson, doch auch diese Filmversion kam nicht zustande. Im Original ist es eine düstere Kriminalgeschichte à la Agatha Christie, in der eine Person innerhalb einer Gruppe aus einer nahe gelegenen psychiatrischen Anstalt entflohen ist. Sie spielt 1956 in New York City, und die Protagonisten sind Johnnie Sheppard, ein ehemaliger Jahrmarktarbeiter mit ernsten Aggressionsproblemen, und Joyce, eine nervöse, attraktive Kneipenhockerin.

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